Untersuchung der Rechtsmedizin

21. April 2017 14:38; Akt: 21.04.2017 21:31 Print

Rolf Erb starb eines natürlichen Todes

Die Ergebnisse der Rechtsmedizin liegen vor: Der Ex-Milliardär beging nicht Suizid.

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Übernahm von seinem Vater ein Imperium für Autos, Küchen und Kaffee: Rolf Erb nach dem Prozess in Zürich. (15. Januar 2014) Der ehemalige Unternehmer auf dem Weg ins Obergericht Zürich: Rolf Erb. (15. Januar 2014) Der vom Bundesgericht wegen Betrugs zu sieben Jahren Gefängnis verurteilte Rolf Erb wohnte mit seiner Frau und den Zwillingssöhnen im luxuriösen Schloss Eugensberg im Thurgauer Dorf Salenstein. Es kann nun versteigert werden. Das Geld kommt den Gläubigern zugute. Der angeklagte Rolf Erb sollte ins Gefängnis. Bis zu seinem Tod lebte er aber noch im 1820 erbauten Schloss Eugensberg. Grossen baulichen Aufwand betrieb der Schlossherr für das stattliche Bassin. Das Schloss steht auf einem grossen Anwesen. Der Pool ist rund 37 Meter lang, zwischen 1,2 und 2,4 Meter tief und fasst 3300 Kubikmeter Wasser. Von der rund 100 Hektaren grossen Liegenschaft aus hat man eine wundervolle Aussicht auf den Bodensee. Die Kläger im Konkursverfahren wollten, dass die auf 27 Millionen Franken geschätzte Anlage in die Konkursmasse eingebracht wird. Bereits das Zürcher Obergericht hatte Rolf Erb im Januar 2014 für schuldig befunden und zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Auch Staranwalt Lorenz Erni (rechts) konnte Erb nicht vor dieser Strafe retten. Erhielt eine Strafminderung von einem Jahr: Der frühere Chef der zusammengebrochenen Winterthurer Erb-Gruppe, Rolf Erb, und seine Verteidiger Lorenz Erni und Adrian Klemm (v. l. n. r.) am 23. September vor dem Zürcher Obergericht. Das Winterthurer Bezirksgericht hatte ihn in erster Instanz zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Wehrte sich vor dem Obergericht erfolgreich gegen eine Freiheitsstrafe: Rolf Erb. Wurde am Winterthurer Bezirksgericht zu acht Jahren Gefängnis verurteilt: Rolf Erb (rechts) verweigerte bei seiner Befragung jegliche Antwort. Der Sohn des Mitte 2003 verstorbenen Firmengründers Hugo Erb musste sich wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Schädigung von Gläubigern verantworten. Stehen hinter der zweitgrössten Firmenpleite der Schweiz: Der inzwischen verstorbene Hugo Erb mit seinen Söhnen Rolf und Christian (undatierte Aufnahme). Das Logo der Firmengruppe Erb stand lange Jahre für ein erfolgreiches Unternehmen, das bis zu 4800 Angestellte unter seinem Dach beschäftigte. Die Erb-Gruppe hatte ihren Hauptsitz in Winterthur. Vom Konkurs betroffen waren 80 Tochtergesellschaften. Dazu gehörten mehrere Firmen im Autohandel, ... ... die Firma Erb Finanz und Leasing AG ... ... oder das Zentrum Töss in Winterthur. Die Visitenkarte der Stadt bei der Autobahnausfahrt Töss ist marode. Das Zentrum Töss gehört ebenfalls den Erb-Zwillingen. Ihre Mutter wehrt sich nun vor Bundesgericht, dass es ihnen weggenommen wird. Schlug knapp zwei Monate nach der Konkurseröffnung zu: Edgar Oehler, damaliger Präsident des Verwaltungsrates der AFG Arbonia Forster Holding AG, kaufte im Januar 2004 die Bruno Piatti AG aus der Erb-Gruppe. Die Erbs waren einst eine angesehene Familie, die zu den reichsten der Schweiz gehörte: Auf diesem Bild wird sie für die Verdienste im Autohandel geehrt. Christian Erb (vorne), hinten links Rolf Erb, rechts Patron Hugo Erb, der 2003 verstarb. Christian Erb, Sohn des verstorbenen Gründers Hugo Erb, weist am 8. Dezember 2003 im Fernsehen den Vorwurf zurück, er und sein Bruder Rolf hätten Geld unterschlagen.

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Vor rund zwei Wochen wurde Rolf Erb tot in seinem Schloss Eugensberg in Salenstein aufgefunden. Jetzt ist die Todesursache bekannt: Erb starb an einer Herzkrankheit. «Es liegen keinerlei Hinweise für eine suizidale Handlung vor», heisst es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

Erb war der letzte Konzernchef der Winterthurer Erb-Gruppe, die 2003 in Konkurs ging. Der Fall gilt nach dem Swissair-Konkurs als zweitgrösste Firmenpleite der Schweizer Wirtschaftsgeschichte. Der Schaden soll sich auf mehrere Milliarden belaufen haben. Erb wurde zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Erb bezeichnete sich selbst als suizidgefährdet

Kürzlich entschied das Bundesgericht, dass Erb seine Freiheitsstrafe verbüssen sollte. Er hatte sich als suizidgefährdet bezeichnet und ein neues Gutachten zu seiner Hafterstehungsfähigkeit gefordert. Erb wollte nicht ins Gefängnis. Doch die Richter in Lausanne wiesen seine Beschwerde ab.

Wegen allfälliger Suizidgefahr könne die Haft nicht aufgeschoben werden. Das bestehende Gutachten weise keine Mängel auf, begründete das Bundesgericht. Es dürfe nicht sein, dass eine Selbstgefährdung zum gängigen letzten Argument von Verurteilten und ihren Anwälten werde.

(woz)