Facebook-Börsengang

08. Mai 2012 16:51; Akt: 18.05.2012 15:29 Print

Sie alle naschen mit Zuckerberg

Facebook bricht mit seinem IPO Rekorde: Das soziale Netzwerk stemmt den grössten Börsengang eines Internetunternehmens aller Zeiten und nimmt mindestens 16 Milliarden Dollar ein.

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Der Facebook-Gründer hielt bisher 533,8 Millionen Aktien, wird sich aber von 30 Millionen trennen, um Steuern zu bezahlen. Sein verbliebener Anteil ist zum Startpreis von 38 Dollar je Aktie rund 19,1 Milliarden Dollar wert. Zudem wird er auch nach dem Börsengang fast 60 Prozent der Stimmrechte kontrollieren. Dieser junge Mann hatte das Glück, sich das Zimmer im Harvard-Studentenwohnheim mit Mark Zuckerberg zu teilen. Er wurde zu einem Mitstreiter in der Anfangszeit von Facebook. 2008 verliess er das Unternehmen, behielt aber seinen Anteil und will sich auch beim Börsengang nicht davon trennen. Die 133,7 Millionen Aktien sind zum Börsenstart knapp 5,1 Milliarden Dollar wert. Einst war er an der Musiktauschbörse Napster beteiligt und galt als «Bad Boy» des Silicon Valley. Doch Parker bewies ein ums andere Mal ein Gespür für gute Internet- Geschäftsideen, was ihn zum Milliardär machte. Bei Facebook war er der erste Präsident und half Zuckerberg, aus der Netzwerk-Idee ein Geschäft zu machen. Seine gut 69,6 Millionen Aktien sind zum Börsengang über 2,6 Milliarden Dollar wert. Er behält sie alle. Die Managerin, die von Zuckerberg persönlich bei Google abgeworben wurde, gilt als die Architektin von Facebooks Milliardenumsätzen. Der Börsengang wird sie zur Milliardärin machen: Zusammen mit bald fällig werdenden Optionen kommt sie auf rund 41,2 Millionen Aktien im Wert von über 1,56 Milliarden Dollar allein zum Ausgabepreis. Die Investmentfirma war durch ihren Partner, James Breyer (im Bild ganz rechts anlässlich einer Veranstaltung am WEF), unter den ganz frühen Facebook-Geldgebern - und das zahlt sich jetzt aus. 2005 steckte Accel 12,7 Millionen Dollar in das damals noch winzige Online-Netzwerk. Zuletzt hielten Breyer und Accel knapp 201,38 Millionen Aktien, die zum Börsenstart 7,65 Milliarden Dollar wert sind. Davon versilbern sie 49 Millionen Aktien beim Börsengang - das sind immerhin 1,86 Milliarden Dollar. Der russische Internet-Investor kam mit seiner Firma DST relativ spät bei Facebook an Bord und musste entsprechend einige hundert Millionen Dollar lockermachen. Er kann sich trotzdem auf einen fetten Gewinn freuen. Seine 131,3 Millionen Aktien sind knapp 5 Milliarden Dollar wert. Der Russe macht beim Börsengang ordentlich Kasse: Über 45,6 Millionen Aktien im Wert von 1,73 Milliarden Dollar werden verkauft - fast 20 Millionen Papiere mehr als Milner zunächst loswerden wollte. In einem Jahr darf er weitere Aktien abstossen. 2006 kaufte sich der Software-Konzern mit 1,6 Prozent bei Facebook ein und zahlte dafür 240 Millionen Dollar. Nun will Microsoft-Chef Steve Ballmer beim Börsengang 6,56 Millionen Aktien verkaufen. Dadurch bekommt er in etwa den Einstandspreis zurück. Die restlichen 26,2 Millionen Facebook-Aktien behält Microsoft im Wert zwischen Er soll einst Zuckerbergs bester Freund gewesen sein, und hatte viel Zeit und Geld in Facebook investiert. Doch dann wurde der brasilianisch-stämmige Eduardo Saverin von Zuckerberg und Sean Parker ausgetrickst. Savarin klagte zwar, doch ist unklar, wieviel Geld er herausholen konnte. Gemäss Forbes ist Saverin mit weniger als 5 Prozent der Aktien an Facebook beteiligt. Seit Januar 2009 steht er als «Mitbegründer» im Impressum von Facebook. Ihnen soll Mark Zuckerberg die Idee für Facebook gestohlen haben: Die Zwillinge Cameron und Tyler Winklevoss hatten zu Studienzeiten ihren Kommilitonen Zuckerberg als Programmierer für eine soziale Website engagiert. Die beiden Parteien prozessierten, 2008 schien der Streit mit einem Vergleich abgeschlossen zu sein. Die Brüder versuchen aber weiter, Zuckerberg vor Gericht zu ziehen. Beim Börsengang von Facebook werden sie leer ausgehen. Es bleiben ihnen lediglich die aus dem Vergleich.

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Für seine Aktien erzielte Facebook den Höchstpreis. Die Anteilsscheine gingen am Donnerstag für 38 Dollar das Stück an die Investoren, wie das Unternehmen mitteilte. Damit wurde das obere Ende der Preisspanne von 34 bis 38 Dollar erreicht.

Wenn im Rahmen der Transaktion zusätzliche Aktien verkauft werden, um die Nachfrage zu decken, könnte Facebook gar bis zu 18,4 Milliarden Dollar mit seinem Börsengang einsammeln.

Zuckerberg läutet Eröffnungsglocke

«Sie hätten 2009 zu einem weitaus niedrigeren Preis an die Börsen gehen können», sagte ein Analyst von Renaissance Capital. «Doch sie haben so lange wie möglich gewartet, es ist also klar, dass es ein sehr grosser Börsengang ist.»

Die Aktie wird am Freitag erstmals an der US-Technologiebörse Nasdaq mit dem Kürzel «FB» gehandelt. Facebook-Gründer und CEO Mark Zuckerberg wird von der Konzernzentrale aus die Eröffnungsglocke zur Handelssitzung läuten. Der Börsenwert von Facebook beläuft sich auf 104 Milliarden Dollar.

(egg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Küde am 08.05.2012 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Bye Bye

    Der richtige Momment Facebook den Rücken zu kehren... und alles war nur warme Luft, ohne die User ^^

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  • Ben Kay am 08.05.2012 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich Verlierer oder nur billige News

    Eduardo Saverin wird etwas über 1.5 Milliarden Dollar in FB Aktien halten mit seinen 5%. Die Winklevoss-Brüder haben auch Aktien, anders als es fälschlicherweise in der Bildstrecke steht, die sind über 300 Millionen wert. Verlierer sehen anders aus.

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  • N.Schumacher am 08.05.2012 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Börsenflop

    Ich hoffe sehr dass es ein Flop wird :D

Die neusten Leser-Kommentare

  • stubi am 08.05.2012 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    Verlierer bei Facebook

    ich wäre liebend gerne der grösste Verlierer von Facebook mit nur ein par Millionen. Im Gegensatz zu den "Verlierern" muss ich als neutraler ein par tausend Jahre arbeiten um die Verlierersumme zu verdienen.

  • N.Schumacher am 08.05.2012 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Börsenflop

    Ich hoffe sehr dass es ein Flop wird :D

  • Küde am 08.05.2012 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Bye Bye

    Der richtige Momment Facebook den Rücken zu kehren... und alles war nur warme Luft, ohne die User ^^

    • Rico b am 08.05.2012 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ja

      Ja, ähnlich wie eine Firma ohne Kunden

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  • Roger am 08.05.2012 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    ich sehe keine Verlierer

    ich sehe keine Verlierer, selbst die Kohle aus dem Vergleich würde wohl lange reichen. Sicher gibt es Leute, die würden es fertig bringen, mit Spekulationen auch dieses Kapital in den Sand zu setzen!

  • christoph blocher am 08.05.2012 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    juhu die facebook blase

    so nun gehts los. herr zuckerberg darf absofort dividenden an die aktionäre ausszahlen. und die wollen sicher immer mer.bin gespannt wann facebook nen premium account für bares geld anbietet und alle anderen mit ein paar core funktionen auskommen müssen

    • Gordon am 08.05.2012 20:39 Report Diesen Beitrag melden

      Lustig

      Wer "muss" denn mit ein paar Core-Funktionen auskommen? Es wird niemand gezwungen, FB zu nutzen. Und genau das ist der Punkt: Das Interesse wird sinken. Die Relevanz wird massloss überschätzt und es wird wieder einen Hauffen Kleinanleger geben, die auf einen Hype setzen, der sich als Blase erweisen wird.

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