Cardinal

02. September 2010 15:53; Akt: 02.09.2010 16:02 Print

Das Feilschen ums Geld hat begonnenDas Feilschen ums Geld hat begonnen

Feldschlösschen und die Gewerkschaft Unia verhandeln über die Umsetzung der Schliessung der Cardinal-Brauerei.

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Wie Feldschlösschen zum Bier-Riesen wurde: 1876 wurde in Rheinfelden AG erstmals Feldschlösschen-Bier gebraut. Bereits in der Anfangszeit schlossen sich ihr laut offizieller Firmengeschichte diverse Kleinstbrauereien an. 1970 übernahm Feldschlösschen die Brauerei Gurten in Wabern BE. 1972 folgte Walliser Bier in Sitten VS. 1988 kaufte die Aargauer Brauerei den Bierproduzenten Warteck in Basel. Im gleichen Jahr kam auch die Luzerner Brauerei Hochdorf unter die Fittiche von Feldschlösschen. Der Hochdorf-Brauereibetrieb wurde 1991 eingestellt. 1991 übernahm Feldschlösschen die Freiburger Sibra (Cardinal), damals die Nummer zwei in der Schweiz. Am 14. Mai 1996 fusionierte Feldschlösschen mit Hürlimann zum Schweizer Biergiganten mit einem Marktanteil von 54 Prozent. Die Brauerei Hürlimann hatte ihrerseits 1984 die Zürcher Löwenbräu übernommen. Im Herbst 1996 kommt es zur grossen Brauereischliessungswelle. Feldschlösschen gibt das Produktionsende von Hürlimann in Zürich ... ... Gurten in Wabern ... ... und Cardinal in Freiburg bekannt. Das liessen sich die Angestellten von Cardinal nicht gefallen und gingen mit viel Unterstützung der lokalen Politik auf die Strasse. Mit Erfolg. 1998 einigte man sich auf eine reduzierte Weiterführung der Produktion von Cardinal-Bier. Dies feierten die Cardinal-Mitarbeiter, zusammen mit der Geschäftsleitung und Vertretern der Freiburger Behörden am 8. Mai 1998 mit einem grossen Fest. Dann wurde Feldschlösschen 2000 vom viertgrössten Bierkonzern der Welt, der dänischen Carlsberg, übernommen. Die Konzernleitung in Kopenhagen hatte kein Erbarmen mehr mit dem Standort Freiburg. Am 31. August 2010 wurde das endgültige Ende der dortigen Cardinal-Produktion kommuniziert. Damit braut die Feldschlösschen-Gruppe, die seit ihrer Gründung 36 Brauereien übernommen hat, noch an zwei Standorten Bier: Im Stammhaus in Rheinfelden und in Sitten, wo unter anderem die Walliser Biermarke Blonde 25 hergestellt wird.

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Nach dem Entscheid zur Schliessung der Brauerei Cardinal in Freiburg feilschen Gewerkschaftsvertreter und die Verantwortlichen der Brauerei Feldschlösschen am Donnerstag um die Umsetzung des Entscheids.

Feldschlösschen nehme Vorschläge der Betriebskommission und der Gewerkschaft Unia entgegen zur künftigen Nutzung des Standorts sowie zum bereits ausgehandelten Sozialplan. Nicht verhandelbar sei hingegen der Grundsatzentscheid, dass die Brauerei Freiburg im kommenden Juni schliesse, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Betroffen sind 75 Mitarbeitende - 18 werden vorzeitig pensioniert, 57 erhalten von Feldschlösschen ein Stellenangebot. Rund 90 Prozent haben das Gesprächsangebot inzwischen angenommen, wie Feldschlösschen am Donnerstag weiter mitteilte.

Die Mitarbeitenden könnten demnach am bestehenden Logistik- Standort Givisiez bei Freiburg arbeiten, in Biel, Bern oder auch in Sitten. Zudem ist auch das aargauischen Rheinfelden eine Option. Dorthin wird die Produktion verlagert.

(sda)

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