East Coast Mobile Style

09. Juni 2009 22:00; Akt: 10.06.2009 07:11 Print

Kreditkartenbetrug: Opfer auch in der SchweizKreditkartenbetrug: Opfer auch in der Schweiz

von Désirée Pomper - Eine dubiose Firma treibt nach den USA nun auch in der Schweiz ihr Unwesen. Sie belastet Kreditkarten unbescholtener Bürger.

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Als S. B. aus Zürich seine Mastercard-Abrechnung überprüfte, stach ihm eine bestimmte Transaktion ins Auge: die Firma East Coast Mobile Style (ECMS) belastete ihm 5.40 Franken. Doch S. B. hat nie eine solche Transaktion getätigt. In den USA beschweren sich Hunderte auf Blogs über zu Unrecht belastete Beträge der ECMS auf ihren Kreditkarten. Es handelt sich stets um kleine Beträge zwischen 2 und 7 Dollar. «Als ich den Fall auf meinem Blog bekannt machte, meldeten sich Dutzende Betroffene», sagt Maria Lang aus Arizona. Einige vermuten, eine russische Verbrecherbande stecke hinter der Abzockerei. Kreditkartenherausgeber Viseca bestätigt «einige wenige ECMS-Transaktionen» in der Schweiz. Beschwerden seien keine eingereicht worden. Mastercard wollte keine Stellung nehmen. ECMS reagierte weder auf Anrufe noch auf E-Mails von 20 Minuten.

«Kreditkartenbetrug ist eines der lukrativsten Verbrechen», sagt Peter V. Kunz, Professor für Wirtschaftsrecht an der Uni Bern. Wegen der wachsenden Kreditkartennutzung werde dies zum «Verbrechen der Zukunft» schlechthin. Die Strategie: eine hohe Anzahl Menschen mit einem geringen Betrag belasten. Kunz: «Es gibt eine riesige Dunkelziffer von Leuten, die nichts bemerken.» Ausserdem scheuten viele den Aufwand, bei so geringen Summen Beschwerde einzureichen. Auch die Staatsanwaltschaft schreite erst bei grossen Beträgen ein. «Betrüger nutzen diese Lücke geschickt aus», sagt Kunz.

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