Immobilien-Investition

03. November 2017 10:43; Akt: 03.11.2017 12:34 Print

UBS warnt vor Renditewohneigentum

Der Erwerb von Eigentumswohnungen mit dem Ziel, sie weiterzuvermieten, birgt laut Bankexperten grosse Risiken. Insgesamt sinkt der UBS-Preisblasenindex aber.

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Nach einem kleinen Taucher ziehen die Preise für Eigentumswohnungen 2017 wieder leicht an: Bauprojekt in Flims GR. Die Leerbestände im Mietwohnungsmarkt stiegen ungebremst, der Wettbewerb um Mieter wird sich gemäss der Credit Suisse verschärfen: Häuser im Rohbau. (Symbolbild) Ein neuer Anspruch auf Mietzinssenkung wurde im Sommer 2017 wieder Realität. Anfang März wurde der Wert, der eine Senkung ausgelöst hätte, noch um ein Hundertstelprozent verfehlt: Ein Wohnblock. Die Unterschiede zwischen den günstigsten und den teuersten Anbietern sind im vierten Quartal 2016 angestiegen, was die Käufer in den Verhandlungen begünstigt: Zwei Männer ziehen bei einer Wohnungsbesichtigung Schutzüberzüge über ihre Schuhe. Die Preise für bestehende Mietwohnungen sanken 2016 laut der UBS um 1,3 Prozent, bei Neumieten gar um 3,4 Prozent: Mietwohnungen in Fällanden ZH. (Archivbild Keystone, Martin Rütschi) Die Preise für Eigentumswohnungen steigen seit dem Frühling 2017 wieder leicht. Ende 2016 lagen die Preise erstmals seit 14 Jahren tiefer als im Vorjahr. (Archivbild). Konstant teuer: Klassische Einfamilienhäuser. Projekt für eine Einfamilienhaus-Überbauung an sonniger Hanglage in Igis im Churer Rheintal. (4. August 2012). Eigentumswohnungen sind beliebt, unter anderem weil sie auch für Haushalte mit kleinerem Budget eher erschwinglich sind als Einfamilienhäuser: Mehrfamilienhäuser in Oberwangen bei Bern. Die steigenden Immobilienpreise der letzten Jahre schlagen sich im Vermögen nieder. Die Schweiz landet 2015 auf Platz 7 des Millionäre-Rankings, steigende Immobilienpreise haben zu dieser Platzierung massgeblich beigetragen: Eine Villa mit Seeanstoss in Stäfa an der Zürcher Goldküste. Die Zahl der Millionäre ist 2015 um 4,5 Prozent auf 358'500 gestiegen: Baustelle in Schindellegi SZ. Die Autoren des Weltvermögensreports der Beratungsgesellschaft Capgemini nennen zwei Faktoren für die wachsende Zahl von Millionären hierzulande. Erstens die steigenden Immobilienpreise.... ...und zweitens eine höhere Sparquote: Blick auf den Zürichsee. Die schwache Konjunktur hat das Wachstum der Millionärszahl etwas geschwächt, schreibt Capgemini: Grossbaustelle für die Überbauung Glattpark in Opfikon ZH. Der Frankenschock habe hingegen keine Rolle gespielt. Die Schweizer Börse habe nur kurz negativ reagiert, und der Frankenkurs zum US-Dollar sei stabil geblieben: Baustelle für die Siedlung Erlenmatt in Basel.

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Eine Wirtschaftskrise oder stark steigende Zinsen dürften das Segment des vermieteten Wohneigentums stärker treffen als selbst genutztes Wohneigentum, heisst es im neuesten Immobilienblasenindex der UBS.

Darin bezeichnet die UBS diese Käufe als «volkswirtschaftliches Risiko». Heute würden Eigentumswohnungen weiterhin in grossem Stil zu Investitionszwecken erworben, schreibt die UBS in einer Mitteilung vom Freitag.

Langfristig nicht nachhaltiges Niveau

Seit Ende 2012 wird knapp jeder fünfte Kreditantrag für Wohnungen gestellt, die vermietet werden sollen. Zwar sei die Nachfrage nach diesen sogenannten Buy-to-let-Investitionen im dritten Quartal minim gesunken, halten die Immobilienexperten fest. Doch bewege sie sich auf einem langfristig nicht nachhaltigen Niveau.

Die Besitzer erwirtschaften mit diesen Eigentumswohnungen Nettorenditen von 2 bis 3 Prozent. Diese tiefen Nettorenditen bieten laut der UBS kaum einen Sicherheitspuffer gegen steigende Zinsen, Leerstände oder sinkende Mieten.

Substanzielle Vermögenseinbussen drohen

Dabei können mehrere Faktoren dazu führen, dass sich das Angebot von Eigentumswohnungen in einer Korrekturphase erhöht und den Preisdruck verstärkt. Einerseits werden Investoren, deren Anlagen wenig diversifiziert sind, wahrscheinlich substanzielle Vermögenseinbussen erleiden. Andererseits wird ein Buy-to-let-Objekt schneller verkauft als ein Eigenheim, wenn der Besitzer in finanzielle Schieflage gerät.

Insgesamt steht der Immobilienblasenindex auch im dritten Quartal in der Risikozone, also eine Stufe von der Blase entfernt. Er ist aber leicht von 1,41 auf 1,38 Punkte gesunken. Dies, weil die Preise leicht gesunken sind und die Volumen ausstehender Hypothekarkredite weniger stark zugenommen hat als im Vorquartal. Ein deutlicherer Abbau der Ungleichgewichte auf dem Eigenheimmarkt werde jedoch durch das schwache Wirtschaftswachstum und sinkende Mieten verhindert, heisst es weiter.

(rub/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mister am 03.11.2017 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind alle gierig

    Ich arbeite im Bereich der Grundstückgewinnsteuern. Auf der Suche nach einem Eigenheim beklagen sich alle über die Abzocker in der Branche, spätestens beim Verkauf sind sie genau gleich gierig und verkaufen lieber zu einem höheren Preis an einen arroganten Banker, als einer netten Familie.

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  • Steffen am 03.11.2017 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nach mir die Sindflut...

    oder so ähnlich. Warum werden dann Kredite überhaupt vergeben, wenn die Banken wissen das es grössere Risiken gibt? Eben, die juckt es kein bischen ob jemand pleite geht. Sie verdienen ja kräftig daran.

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  • kk8000 am 03.11.2017 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es lohnt sich nicht

    Eine neue Eigentumswohnung zu kaufen, um diese zu vermieten lohnt sich kaum. Die Kaufpreise sind so hoch, dass der Mietzins ebenfalls hoch angesetzt werden muss.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Renato am 05.11.2017 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bankenlogik

    Jede Rendite birgt ein Risiko. Je höher der Zins bzw die Rendite, desto höher das Risiko. Und die Banken unterstützen das auch noch voll bewusst, denn sie verdient mit jeder Transaktion, auch wenn der Kunde verliert oder Pleite macht.

  • Günter Grass am 05.11.2017 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn schon denn schon

    Günter kauft nur ganze Wohnblock. Einzelne Stockwerk Eigentümer können nämlich ganz komisch sein.

  • reto monte am 05.11.2017 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Gegenteil

    Mach das Gegenteil von dem was die UBS empfiehlt und du wirst richtig liegen!

  • Düssentrieb am 05.11.2017 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Hypothek

    Ohne Hypothek, nur mit Eigenkapital einen Neubau erstellen und zu fairen Mietzins vermieteten klappt immer, Rendite bis 12% ist garantiert!

    • Egon Bauer am 05.11.2017 15:46 Report Diesen Beitrag melden

      Falsche Versprechen

      Lieber Düsentrieb, du hast noch nie gebaut, sonst wüsstest du dass dies nicht möglich ist. 4 bis 5% sind als Bruttorendite bei einem günstigen Bodenpreis das Ziel.

    • @Rechner am 05.11.2017 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Düssentrieb

      Nun ja Sie sind wohl kein Mathematikgenie und von Immobilien und Rendite verstehen Sie wohl gar nichts...... Man(n) rechne, Anlagekosten einer 3.5-Zimmerwohnung zu CHF 500000,- bei einer Bruttorendite von 12% Rendite pro Jahr = CHF 60000.- Mietzinseinnahmen pro Jahr oder CHF 5000.- pro Monat..... :-))

    • renato am 05.11.2017 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Düssentrieb

      klar doch, bei Neubau 4 % Bruttorendite bei 100% Eigenkapital gibt dann 12% Eigenkapitalrendite..?????wohl eher 2%.

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  • Rudolf Baumann am 05.11.2017 00:31 Report Diesen Beitrag melden

    An der Nase herumgeführt

    Das mit dem 2 bis 3 % Ertrag erachte ich eher als Ammenmärchen, einfach um den sozialen Frieden nicht zu gefährden.