Korruptionsrangliste

17. November 2009 12:09; Akt: 17.11.2009 13:55 Print

So korrupt ist die Welt

Geschmiert, bestochen und erpresst wird überall auf der Welt - am häufigsten jedoch in Somalia und Afghanistan, wie der jüngste Korruptionsindex zeigt. Die Schweiz gehört erneut zur Gruppe der «Musterschüler». Sie dürfe sich aber nicht zum Komplizen machen und Gelder aus Korruption verwalten, findet Transparency International.

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Die Schweiz konnte bei der internationalen Korruptionsbekämpfung ihren fünften Rang verteidigen: Wie bereits seit Jahren erzielte die Eidgenossenschaft auf dem Korruptionswahrnehmuns-Index von Transparency International neun von maximal zehn Punkten und wird als «sehr wenig korrupt» wahrgenommen. Besser waren einzig Neuseeland mit 9,4, Dänemark mit 9,3, Singapur und Schweden mit 9,2 Punkten. «Solch hohe Werte zeugen von politischer Stabilität, einer langen Tradition von Konfliktlösungsmechanismen und soliden politischen Institutionen», wie die Organisation TI in ihrem Jahresbericht schreibt.

Unter den 25 untersuchten EU-Staaten bilden Bulgarien, Griechenland und Rumänien mit einer Einstufung von 3,8 die Schlusslichter. Auch Italien wird als besonders korrupt bewertet: Mit einer Note von 4,3 liegt das Land hinter dem EU-Beitrittskandidaten Türkei (4,4).

Schlusslichter des Index bildeten hauptsächlich durch Kriege und dauerhafte Konflikte gebeutelte Länder. Dazu gehören Somalia mit 1,1 Punkten, Afghanistan mit 1,3, Burma mit 1,4 sowie Sudan und Irak mit 1,5 Punkten. Die Mehrzahl der 180 untersuchten Länder erzielte auf der Skala von null bis zehn Punkten weniger als fünf Punkte.

«Geld aus Korruption darf keinen sicheren Hafen finden»

Trotz des guten Wertes dürfe sich die Schweiz aber nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, warnt TI. Die globalen Finanzzentren spielten eine Schlüsselrolle: Sie ermöglichten es korrupten Politikern und Beamten, ihre unrechtmässig erworbenen Reichtümer beiseite zu schaffen und zu investieren. «Geld aus Korruption darf keinen sicheren Hafen finden», fordert TI.

Die Organisation begrüsst deshalb die Anstrengungen der OECD in diesem Bereich, fordert aber mehr bilaterale Verträge zum Informationsaustausch, um die Geheimhaltung vollständig zu beenden. Die Schweiz als internationaler Finanzplatz habe hier Verantwortung zu tragen: So erlaube es die aktuelle Gesetzeslage noch immer, dass Gelder aus Privatkorruption entgegengenommen werden könnten und auf Schweizer Bankkonten blieben.

Reichtum schützt nicht vor Korruption

Im weiteren zeige der diesjährige Index, dass die Kluft zwischen armen und reichen Ländern bei der wahrgenommenen Korruption unverändert tief bleibe: So liegt beispielsweise Italien (Platz 63) noch hinter Botswana (37) oder Namibia (56). Industrie- und Entwicklungsländer müssten deshalb bei der Bekämpfung von Korruption Verantwortung übernehmen, findet TI. Man müsse sie bekämpfen, sowohl dort wo Schmiergeld gefordert oder angenommen, als auch dort wo sie angeboten würden.

(amc/sda/dapd)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Edd am 21.06.2010 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Korruptinon Fortsetzung

    damit Deutsche Ihre Verfassung, selbst wählen können; dann die Europäische Verfassung wählen können; und es endlichVolksabstimmungen wie in der Schweiz gibt. Ansonsten haben die Banken Hypovereinsbank Unicredit Bank Austria soviel Korruptionsfälle mit Schmiergeldzahlungen am Hals das diese "Spielbanken " längst verstaatlicht sein müssten. Europa China USA müssen Ihre Währung anpassen, Euro und Dollar abwerten, China aufwerten, Schuldenerlass eine Kommastelle der Schuld und des posittiven Kapitals streichen.Danach haben die Menschen Geld übrig für andere Dinge. Deutschland zerfällt an diesem P

  • Edd am 21.06.2010 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    Korruption in Baden Württemberg

    Justizminister Prof.DR.Goll kennt keine Wirtschaftsverbrechen,in den Pressemitteilungen ist nichts zu finden.Lothar Späth wollte 1983-85 die LG mit der BAKOLA zur Staatsbank fusionieren.Die badischkommunale Landesbank war Bankkrott, die Fusion mit der Landesgirokasse voerst aufgeschoben.Vorstand ErnstWilharm mit Milliardenverlust,Bank wird aufgelöst,die Vorstände besitzen aber eigene Immobilienfirmen.Die Staatsanwälte am Ermitteln und bis heute werden nicht die Täter gesucht sondern die Whistelblower.Unser Bundespräsident H.Köhler häte das Parlament aufllösen können damit Deutsche Ihre Verfass

  • Peter Fürst am 04.12.2009 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Aber sicher doch!

    wie der Index erhoben wurde ist trotz alledem sehr fraglich. Eigentlich ist gerade im Geschäftsalltag das Erteilen von Zuwendungen, was ja auch Bestechungen sind, eine alltägliche Sache, von daher ist die Schweiz drum sehr wohl mehr als nur korrupt!

  • Nathalie am 19.11.2009 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    keine ahnung?

    verstehe nicht wie leute sagen koennen die schweiz ist korrupt. in der schweiz kriegst du nichts ohne transparenz...die Loehne der "korrupten" Bank-managern erscheinen sogar in den Medien...man stimmt ueber jeden furz ab und wenn man einem polizisten etwas anbietet endet man mit sicherheit im gefaengnis.

  • fast russe am 19.11.2009 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    @Bruno Nater

    Ich weiss nicht ob man Inseider Wissen mit Korruption gleichstellen kann. Der Hauptunterschied ist doch, kein schweizer Beamte riskiert seinen Job für 100 Fränkli. In korrupten Länder wie Belarus kann z.B. ein Polizist dank dem "Zugeld" erst überleben.