Krankenkassenprämien

24. September 2014 15:02; Akt: 24.09.2014 15:02 Print

Für die Jungen wird es 2015 besonders teuer

von Fabian Lindegger - Die Krankenkassenprämien steigen 2015 stark an. Die Jungen werden besonders tief in die Tasche greifen müssen: Im Durchschnitt werden ihre Prämien bis zu 7,2 Prozent teurer.

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Nachdem in den letzten drei Jahren die Krankenkassenprämien vergleichsweise moderat angestiegen sind, wird es 2015 richtig teuer: Im Durchschnitt steigen die Prämien um 4,7 bis 6,1 Prozent – je nach Berechnungsmethode. Für rund 4 Prozent der Versicherten werden die Prämien gar über 15 Prozent ansteigen. Zu diesem Schluss kommt das Vergleichsportal Bonus.ch.

Vor allem junge Erwachsene werden dabei von den teureren Prämien betroffen sein. Für 19- bis 25-Jährige etwa beläuft sich der durchschnittliche Anstieg auf 6,4 Prozent. Wobei in dieser Alterskategorie der Prämienanstieg mit zunehmender Franchise grösser ausfallen wird: Am teuersten wird es für junge Erwachsene mit einer Franchise von 2000 Franken. Sie werden im nächsten Jahr durchschnittlich 7,2 Prozent höhere Krankenkassenprämien bezahlen müssen. Bereits in den vergangenen Jahren sind die Prämien für junge Erwachsene stärker angestiegen als jene der übrigen Altersstufen.

Prämienrabatte und Risikoausgleich als Gründe

Für Paul Rhyn, Sprecher des Krankenkassen-Dachverbands Santésuisse, hat dies vor allem zwei Gründe: «An die Altersgruppe der jungen Erwachsenen werden weniger Prämienrabatte gewährt, da die Prämien kostendeckend sein müssen», so Rhyn zu 20 Minuten. Mit gesetzlich erlaubten Prämienrabatten wollte die Politik ursprünglich erreichen, dass junge Erwachsene, die sich oft noch in Ausbildung befinden, von billigeren Prämien profitieren können. Den anderen Grund sieht Rhyn beim Risikoausgleich: Die Kassen müssen für jede junge, gesunde Person in einen Ausgleichsfonds einzahlen, von welchem Versicherer mit vielen kranken, teuren Kunden profitieren. Will heissen: Junge Gesunde sind nicht zwingend attraktive Risiken für die Kassen.

Auch in der Altersstufe für Erwachsene ab 25 Jahren wird man tiefer in die Tasche greifen müssen, wenn man auf eine höhere Franchise setzt. Für Erwachsene mit einer Standardfranchise von 300 Franken beträgt der durchschnittliche Anstieg 5,3 Prozent. Für Franchisen von 2'500 Franken 6,8 Prozent. Über alle Alterskategorien hinweg werden im Kanton Appenzell-Ausserrhoden im Durchschnitt die Krankenkassenprämien am stärksten ansteigen: um 7,8 Prozent. Vergleichsweise gut kommen die Versicherten im Kanton Thurgau weg, wo die Prämien durchschnittlich um 4,4 Prozent teurer werden. Der Durchschnitt für die Schweiz beträgt dabei 6,1 Prozent.

Geld wird zurückerstattet

Diese Zahlen beruhen auf Berechnungen des Vergleichsportals Bonus.ch und repräsentieren einen Bruttoanstieg der vorläufigen Prämien. Das heisst, es wurden sämtliche Altersstufen, Franchisen, Versicherungsmodelle und Prämienregionen für die einzelnen Kantone zusammengefasst. Diese Werte fallen in der Regel höher aus, als bei der Standardprämie (Erwachsener mit 300 Franken Franchise inklusive Unfalldeckung), die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) als Grundlage für das Ausmass der Veränderungen der Krankenkassenprämien verwendet. Die definitiven Zahlen zum Ausmass des Anstiegs der Krankenkassenprämien werden vom BAG am Donnerstag vorgestellt.

Ein Teil der Schweizer Versicherten wird 2015 aber auch Geld erhalten, weil zwischen 1996 und 2013 insgesamt 1,6 Milliarden Franken zu viel für die Krankenkassenprämien bezahlt wurde. Allerdings werden davon nur Versicherte profitieren, die ihren Wohnsitz in einem Kanton haben, wo zu viel bezahlt werden musste. In Kantonen, in denen in der Vergangenheit zu wenig bezahlt wurden, müssen die Versicherten 2015 zwischen 9 und 62 Franken zusätzlich bezahlen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schweizer am 24.09.2014 15:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das

    Das ist ja eine frechheit. Benzin krankenkasse mieten etc etc alles wird nur teurer... In ein paar jahren kann ich mir nurnoch eine 1 zimmer keller wohnung leisten. :(

  • karin am 24.09.2014 15:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schlimm

    Es ist grausam. Ich bin 23ig Jahre alt, wohne selber (weil Eltern psychisch erkrankt sind) habe einen Bruttolohn von 3900fr pro Monat(bin Ausgebildet), und konnte nie Geld auf die Seite legen. Finde es absolut ungerecht, wie mit Geld gehandelt wird.

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  • Tobh am 24.09.2014 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles überarbeiten

    Schweizer Krankenversicherungsmodel ist komplett zu überholen wie z.b in Deutschland. Wieso müssen die Leute die einen hohen Selbstbehalt haben jetzt auch noch mehr Versicherungsprämie Zahlen ?! Ebenso sollte wie in Deutschland auch der Zahnarzt mit abgedeckt sein ..... Schaut mal wie viele Leute nicht zum Arzt gehen weil sie kein Geld haben

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bubudada am 26.09.2014 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuviel bezahlte Prämien

    Ich möchte endlich wissen wann die KK die zuviel bezahlten Prämien an die Versicherten zurückerstatten das wird leider totgeschwiegen bis niemand mehr daran denk also bevor die Aufschläge akzeptiert werden das Guthaben retour und zwar alles in einem Schub nicht tröpfliweise so das es Jahre oder Jahrzehnte dauert

  • Rolf Müller am 25.09.2014 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    KK-Initiative: Nein

    Scheinbar wird alles viel teurer - rechnet der BR denn mit einer Annahme der Krankenkassen-Initiative? Gibt es wirklich noch Leute, die glauben, der Staat würde irgendetwas billiger machen? Na denn: Träumt weiter. Die meisten Leistungen sind doch schon heute vom Staat vorgeschrieben - wo will dieser denn sparen? Im gegenteil, wenn der Staat auch die Kasse noch fürht, warum sollte er denn dann noch sparen? Wir lassen und doch jetzt schon ganz schön melken.

  • greedoch am 25.09.2014 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    besser informieren wäre angebracht

    unglaublich, was hier für unwahrheiten über die einheitskasse verbreitet wird. für alle die es noch immer nicht begriffen haben: es ändert sich nichts! nur die grundversicherung geht in einen anderen topf. PUNKT. es wird dafür kein versicherungsgeld mehr für markting und dergleichen verschwendet. obs teurer oder zukünftig günstiger wird kann niemand sagen. fakt ist, so wie es jetzt ist, wirds niemals günstiger.

  • Thomas Hug am 25.09.2014 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Einheitskrankenkasse!!!

    Ein guter Grund, die Einheitskrankenkasse anzunehmen: Jeder wird gleich behandelt, wer mehr will, kann sich zusatzversichern!

  • P. Buchegger am 25.09.2014 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist mit den zuviel bez. Prämien?

    Wer in einem Kanton wohnt, wo die KK-Prämien in der Vergangenheit zu hoch berechnet wurden (wie z.B. ZH), der sollte sich eigentlich weigern, den für 2015 bekannt gegebenen neuen Betrag zu entrichten, bevor ihm die zu viel bezahlten Prämien gutgeschrieben wurden. Alles andere ist doch Diebstal und kann ja wohl nicht toleriert werden.