Gammelfleisch in Brasilien

19. März 2017 05:27; Akt: 19.03.2017 12:37 Print

Brasilien verwurstet Schweineköpfe

Der grösste Fleischexporteur der Welt wird von einem Gammelfleischskandal erschüttert. In Brasilien wurden über 20 Personen festgenommen.

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Ein Gammelfleischskandal erschüttert den grössten Fleischexporteur der Welt, Brasilien. Bisher wurden im Zuge der Operation «Carne Fraca» («Schlechtes Fleisch») über 20 Personen festgenommen.

Nach Razzien in dutzenden Produktionsstätten wurden 27 Haftbefehle erlassen. Die Festgenommenen sollen den Verkauf grosser Mengen von Gammelfleisch, das mit noch haltbarem Fleisch gemischt worden war, organisiert haben. Betroffen ist auch der grösste Fleischproduzent der Welt, JBS.

1100 Polizisten ermittelten zwei Jahre

Dutzende Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden sollen bestochen worden sein, um den Verkauf von verdorbenem Fleisch zuzulassen. Drei Betriebe wurden geschlossen und 21 weitere unter Beobachtung gestellt. Auch 33 Lebensmittelkontrolleure wurden bisher entlassen. Rund 1100 Polizisten waren an den zweijährigen Ermittlungen beteiligt.

Abgelaufenes und vergammeltes Fleisch sei mit chemischen Produkten wieder ansehnlicher gemacht und zurück in den Verkauf gebracht worden. Nach Angaben der Behörden wurden in einigen Fällen krebserregende Stoffe beigemischt, um den Geruch des verdorbenen Fleisches zu überdecken. Zudem sollen Schweineköpfe zu Wurst verarbeitet worden sein, berichtete das Portal «O Globo».

Export in 160 Länder

Ob und welche Mengen des Fleisches auch in den Export gegangen sind, war zunächst noch unklar. Die Europäische Union, China und die USA verlangten dazu Informationen. Brasilien exportiert Fleisch in über 160 Länder.

Präsident Michel Temer berief sein Kabinett zu einer Krisensitzung ein. An dem Treffen am Sonntag nehmen unter anderem Landwirtschaftsminister Blairo Maggi und Aussenhandelsminister Marcos Pereira teil, wie das Präsidentenbüro mitteilte. Der Skandal könnte weitreichende Folgen für die Wirtschaft des Landes haben.

14-Milliarden-Dollar-Markt

Das Ministerium betonte, man habe ein strenges Kontrollsystem für insgesamt 4837 Produktionsstätten, die den Export von Fleisch absichern. Der Export bringt jedes Jahr über 14 Milliarden Dollar ein, nach langen Diskussionen hatten auch die USA im Juli 2016 ihren Markt für brasilianisches Fleisch geöffnet.

Die Regierung von Präsident Temer setzt auf einen Ausbau der Agrarwirtschaft. Neben Fleisch exportiert Brasilien riesige Mengen Soja für Tierfutter.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Metzgermeister Rugeli am 19.03.2017 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Schlagzeile

    Das Fleisch und die Schwarte von Schweineköpfen werden auch hier zu Wurst und Fleischwaren verarbeitet. Das hat mit Gammelfleisch überhaupt nichts zu tun. Auch ein gelagertes Filet kann vergammelt sein und zwar nicht seleten! Wenn schon ein Tier geschlachtet werden muss, macht es absolut Sinn, wenn wenigstens alle Nebenprodukte verwertet und veredelt werden. Alles ist eine Frage der Hygiene und guten Herstllungspraxis!

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  • schick@sal am 19.03.2017 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur die Spitze des Eisberges

    Das ist nur die Spitze des Eisberges. Es zeigt sich mal wieder wie Kontrollstellen einfach gekauft werden, wie mit Geld und Macht alles nach Belieben manipuliert wird. Es ist seit Jahrzehnten so, dass Grosskonzerne grossen Einfluss auf die Meinung und Gesinnung der Politiker ausüben. Tendenz steigend.

  • Cow Boy am 19.03.2017 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    En guätä

    Zeit wieder einmal seinen eigenen Fleisch-Konsum zu hinterfragen. Weniger dafür bessere Qualität könnte eine Antwort darauf sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Brissago am 20.03.2017 14:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brasilien

    Wir chauffieren uns wegen dem Gamnelfleisch so wahnsinnig. Hätte gern die Zahlen über Fleischvwrgiftungen die vom Vor- oder Vorvor- oder gar Vorvorvortag gekauften Fleisches passiert sind.

  • Bulle am 20.03.2017 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Billig Fleisch aus dem Ausland, en Guetä

    Ein Grund mehr, schweizer Fleisch zu konsumieren und gleichzeitig die eigene Wirtschaft zu unterstützen!!

  • Dani am 20.03.2017 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Vom regionalen Metzger

    Genau aus solchen Gründen kaufe ich mein Fleisch ausschliesslich beim regionalen Metzger. Für mich gilt beim Fleisch: Qualität geht über Quantität.

  • Kudi, Weggis am 20.03.2017 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück weiss ich nicht alles

    Möchte nicht wissen, was alles in unseren Würsten drin ist. Wir würden vermutlich erschrecken.

  • Daniel am 20.03.2017 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    Brasilien - Schlagzeile Fleisch

    Denkt ihr wirklich, dass ein Land wo Chaos und Unordnung besteht, sich an irgendwelche Regeln hält? Ich bin mit einer Brasilianerin verheiratet (glücklich), aber was ich in diesem Land schon gesehen habe, ekelt mich an! Hygiene, Essen, Vorschriften etc. das ist eine andere Welt! Es wurde übrigens auch schon Menschenfleisch verkauft, so lange her ist das noch nicht....neben Hunden, Katzen ist das nichts Neues!