Nach Vergewaltigungen

01. April 2013 16:24; Akt: 01.04.2013 16:30 Print

Touristen machen einen Bogen um Indien

Die mehreren bekannt gewordenen Vergewaltigungen in Indien haben Folgen für die dortige Wirtschaft. Vor allem weibliche Touristen bleiben aus.

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Die vergewaltigte 39-jährige Schweizerin wird in Gwalior von Polizistinnen ins Spital gebracht. Sie wurde am 15. März 2013 in der Nähe von Datia in Zentralindien von mehreren Männern und vor den Augen ihres Mannes vergewaltigt. Am 30. März 2013 begann der Prozess gegen die sechs Männer, die beschuldigt werden, eine Schweizerin vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt zu haben. Am ersten Prozesstag . Am Sonntag, dem 17. März 2013 kann die Polizei fünf Täter den Medien präsentieren. Die Männer sind geständig, das Schweizer Paar überfallen und die 39-jährige Lehrerin aus Lausanne vergewaltigt zu haben - vor den Augen ihres Freundes. Die Polizei in Datia im Bundesstaat Madhya Pradesh zeigt den anwesenden Medien das Raubgut, darunter ein Laptop. Das Medienecho auf die Vergewaltigung der Schweizer Touristin, die in Zentralindien auf einer Velotour war, ist riesig. Das EDA hat die indische Polizei gebeten, alles zu tun, um die Verbrecher zu finden. Der Erfolg traf schnell ein. Die fünf Männer, allesamt in ihren 20ern, haben gestanden, das Paar beobachtet zu haben, wie sie das Zelt im Wald aufstellten. In einem geeigneten Moment haben sie zugeschlagen. Derweil machte der Innenminister des Bundesstaates Madhya Pradesh das Opfer für die Tat mitverantwortlich. Touristen würden oft Regeln missachten und die Polizei nicht über ihre Pläne informieren, so Umashankar Gupta. Die 39-Jährige stand unter Schock, hat die Klinik am Samstag aber bereits wieder verlassen. Nach dem Vorfall wurde das Waldgebiet weiträumig durchsucht. Im Verlauf konnten 13 Verdächtige festgenommen werden. Fünf davon haben später gestanden. Die Polizei am Tatort. Hier sollen die Schweizerin und ihr Ehemann gezeltet haben, als sie von der Bande überfallen wurden. Das Schweizer Paar war auf einer Velotour in Indien. Am Freitagabend wollte das Paar im District Datia von Madhya Pradesh ausserhalb des Dorfes Jhadia im Zelt übernachten. Das Dorf liegt 400 Kilometer nördlich von Bhopal. Die Gegend ist bei Touristen sehr beliebt. Am Samstag kam es wegen der Gruppenvergewaltigung der Schweizer Touristin wieder zu Protesten, hier in Bhubaneswar. Diese indischen Kinder beklagen die den zunehmenden Missbrauch von Kindern und die wachsende Kriminalität.

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Nach mehreren öffentlich bekannt gewordenen brutalen Vergewaltigungen in Indien ist die Zahl der ausländischen Touristinnen im Land deutlich zurückgegangen.

In den ersten drei Monaten des Jahres seien rund 35 Prozent weniger Frauen nach Indien gekommen, berichtete am Montag die Industrie- und Handelskammer des Landes. Doch nicht nur viele Frauen machen den Angaben zufolge einen grossen Bogen um Indien: Insgesamt seien im ersten Quartal 25 Prozent weniger Touristen gekommen, erklärte die Industrie- und Handelskammer.

Im Dezember hatte die brutale Gruppenvergewaltigung einer jungen indischen Studentin in einem Bus in Neu Delhi weltweit für Empörung gesorgt. Sie wurde vor den Augen ihres Freundes mit einer Eisenstange gequält und aus dem fahrenden Bus geworfen. Tage später starb sie an ihren schweren Verletzungen. Die Tat hatte eine heftige Debatte in Indien über Misshandlungen von Frauen ausgelöst.

«Sorgen um die Sicherheit weiblicher Reisender»

Vor zwei Wochen wurde eine Schweizer Touristin von sechs Männern vergewaltigt, ihr von den Tätern gefesselter Ehemann musste die Vergewaltigung mit ansehen. Die beiden Schweizer waren mit dem Velo auf dem Weg zum Taj Mahal.

Die Vergewaltigungen «haben Sorgen um die Sicherheit weiblicher Reisender aufkommen lassen», sagte Handelskammer-Generalsekretär D.S. Rawat. Seine Organisation beruft sich auf eine Umfrage unter 1200 Touristikanbietern im Land. Von ihnen mussten 72 Prozent im ersten Quartal Stornierungen hinnehmen, vor allem von Frauen aus Kanada, den USA und Australien.

Der Studie zufolge wichen die Touristen oft auf andere asiatische Länder wie Malaysia und Thailand aus.

(aeg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • User am 01.04.2013 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte langsam

    Wie viele Inder gibt es denn? Und wie viele % davon sind Vergewaltiger? Es ist ein sehr kleiner Promille Bereich, deswegen alle unter einen Hut zu stecken ist nicht fair.

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  • gandhi am 02.04.2013 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    klar

    ...es ist tragisch was passiert ist.jedoch frage ich mich was dieses paerchen sich ueberlegt hat!?klar,es kann 100 mal gutgehen in indien irgendwo zu zelten.ich bin 1 jahr durch indien gereist,haette aber nie wirklich lust gehabt irgendwo zu zelten,und wenn doch,dann vielleicht in einem garten eines guesthouses oder so,aber bestimmt nicht irgendwo in einem abgelegen wald.ich weiss hinterher ist man immer schlauer,aber das verhalten der zweien ist mir einfach ein bisschen suspekt.hoffe die indische regierung bekommt wenigstens dies in den griff!

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  • Donna Muratum am 02.04.2013 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medienrummel zieht weiter

    Rio ist heute mit gruppenvergewaltigung in den medien, gestern Basel,vorher 2x Mexiko.. ... nicht mehr lange und Indien ist vergessen und die touris kommen wieder.

Die neusten Leser-Kommentare

  • gandhi am 02.04.2013 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    klar

    ...es ist tragisch was passiert ist.jedoch frage ich mich was dieses paerchen sich ueberlegt hat!?klar,es kann 100 mal gutgehen in indien irgendwo zu zelten.ich bin 1 jahr durch indien gereist,haette aber nie wirklich lust gehabt irgendwo zu zelten,und wenn doch,dann vielleicht in einem garten eines guesthouses oder so,aber bestimmt nicht irgendwo in einem abgelegen wald.ich weiss hinterher ist man immer schlauer,aber das verhalten der zweien ist mir einfach ein bisschen suspekt.hoffe die indische regierung bekommt wenigstens dies in den griff!

    • Phill am 02.04.2013 12:07 Report Diesen Beitrag melden

      Was sie sich überlegt haben?

      Vermutlich, dass zelten in Indien genauso unpromlematisch ist wie in Europa. Ich würde in Indien aber nur schon nicht zelten wegen den Tigern.

    • Conny Fischer am 03.04.2013 08:44 Report Diesen Beitrag melden

      Dummheit lässt grüssen

      ich Reise schon seit über 20 Jahren nach Indien man muss sich halt besonders als Frau an gewisse Regeln halten. Und nicht immer billig reisen wollen. Es gibt dort eine riesig Auswahl an Hotel und B&B in allen Preisklassen.

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  • Donna Muratum am 02.04.2013 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medienrummel zieht weiter

    Rio ist heute mit gruppenvergewaltigung in den medien, gestern Basel,vorher 2x Mexiko.. ... nicht mehr lange und Indien ist vergessen und die touris kommen wieder.

  • Martin Bachmann am 02.04.2013 01:12 Report Diesen Beitrag melden

    Zugzwang durch fehlende Einnahmen

    Die Entwicklung ist doch nur gut. Bleibt der Tourismus aus, so gerät die Indische Regierung unter Zugzwang. Indien ist allgemein kein Land, welches ich besuchen würde. Doch hätte meine Freundin und ich ferien dort geplant, würden auch wir diese mit Sicherheit stornieren. Ich hoffe Indien lernt aus der Geschichte und strebt einen gesellschaftlichen Wandel an.

  • eee am 02.04.2013 00:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nein danke

    Wieso kamen die meisten männer bis jetzt so leicht davon? Ein guter denkzettel für die regierung, aber bestimmt hart für indische männer, die jetzt alle als potenzielle vergewaltiger angesehen werden. Das land hat allerdings sehr viele unschöne probleme. indien steht nicht auf meiner reiseliste.

  • Hans am 01.04.2013 23:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Recht so

    Schrumpfende Tourismuseinnahmen geben Druck auf die Regierung und Behörden die Missstände anzugehen.

    • Erika am 02.04.2013 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Respekt allem Leben gegenüber

      Es wäre schön wenn sie lernen ihre Frauen zu respektieren.

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