Softdrinks

17. März 2016 17:41; Akt: 17.03.2016 20:11 Print

Briten führen Zuckersteuer ein

Grossbritannien hat dem Übergewicht den Kampf angesagt: Bezahlen sollen diesen die Produzenten von Süssgetränken.

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Wer es süss will, soll zahlen: Grossbritannien will Bürgern das Cola-Trinken austreiben. (30. Juni 2014) (Bild: Keystone)

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Starkoch Jamie Oliver spricht viel und schnell. Seine Nachrichten an die Welt versieht er gern mit Ausrufezeichen. Aber: «Wir haben es geschafft, Leute!! Wir haben es geschafft!!!», das ist selbst für den 40-jährigen Starkoch eine ungewöhnlich erregte Interpunktion.

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Eine Zuckersteuer für die Schweiz...
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Was ist da los? Die britische Regierung will Unternehmen zur Kasse bitten, die Geld mit zuckersüssen Softdrinks verdienen. Jamie Oliver, der dafür seit langem wirbt und sogar im Londoner Parlament auf Werbetour war, ist glücklich.

Nicht der erste Anlauf

Und nicht nur er. «Visionär» sei die sogenannte Zuckersteuer, findet etwa Mark Hanson von der Britischen Herzstiftung. Zwar sei sie kein Allheilmittel, dürfe ruhig früher kommen als erst 2018 – wie geplant. Und ausserdem solle sie auch Fruchtsäfte treffen, die seien ja auch süss. Aber dass die angepeilten 520 Millionen Pfund Staatseinnahmen in den Sportunterricht an Grundschulen fliessen sollen, sei «inspirierend».

Es nicht der erste Anlauf in jüngerer Zeit, über Steuern und Gesetze an den Ernährungsgewohnheiten der Briten zu schrauben. 2012 scheiterte Schatzkanzler George Osborne damit, heisse Snacks zu besteuern – dass Sausage Roll und Cornish Pasty teurer werden könnten, ging dem Volk gehörig gegen den Strich.

Dann war da noch die Idee eines Mindestpreises für alkoholische Getränke. Doch es stellte sich heraus, dass man damit gegen EU-Recht verstossen würde.

Für britische Verhältnisse fast unumstritten

Wenn der Staat mitbestimmen will, was seinen Bürgern auf den Teller oder ins Glas kommt, erregt das die Gemüter. Die Softdrink-Steuer allerdings, die London jetzt plant, ist für britische Verhältnisse fast unumstritten. Natürlich ist die Getränke-Industrie dagegen, denn sie soll ja zahlen. Wie viel, ist noch offen. Es soll, je nach Zuckergehalt, zwei Stufen geben: ab fünf Gramm und ab acht Gramm pro 100 Milliliter.

Das «British Medical Journal» veröffentlichte erst dieses Jahr eine Studie, wonach in Mexiko der Konsum merklich zurückgegangen ist, seitdem Getränke mit Zuckerzusatz extra besteuert werden. Auch in Frankreich gibt es die Steuer schon, mehr als 300 Millionen Euro brachte das der Regierung 2014.

Jamie Oliver jedenfalls ist sich sicher und schreibt über den Plan der Briten: «Ein bedeutender Schritt, der um die ganze Welt gehen wird.»

(pat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Liam am 17.03.2016 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    Bezahlen

    wird am Ende IMMER der Konsument. SÄMTLICHE Steuern werden in den Verkaufspreis mit eingerechnet. Die Unternehmen bezahlen keine Steuern, da der Konsument die bereits beim Kauf des Produktes berappt hat.

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  • Mr. Spock am 17.03.2016 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lasst das mal

    unseren Bundesrat mitbekommen, Da eröffnen sich ganz neue Einnahmequellen zu Lasten der Konsumenten und das nicht nur bei Zucker

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  • Moni am 17.03.2016 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung

    Herrje..Jeder sollte selbst entscheiden was er essen oder trinken möchte! Sind wir nicht alle erwachsen??

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Name am 20.03.2016 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ja90

    Den Steuer müssen aber die Firmen bezahlen und nicht die Konsumenten

  • G.V. am 19.03.2016 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geniale Idee!

    Auch wenn man nich übergewichtig ist: Softdrinks in zu grosser Menge ist schlicht ungesund! Würde ich hier in der Schweiz auch begrüssen.

  • Jung Buur am 18.03.2016 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verlierer

    Und am Schluss gelten auch die Bauern zu den grossen Verlierern da die zuckernachfrage sinkt und der Preis gleich mit.

    • NOrma am 20.03.2016 18:12 Report Diesen Beitrag melden

      Geld gegen Gesundheit

      was ist ihnen wichtig Gesundheit oder das Vermögen, die auf Kosten der Gesundheit gemacht wird?

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  • Elle Driver am 18.03.2016 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Entscheidungen

    Es ist längst bekannt, dass die Industrie in praktisch alle Produkte Zucker reintut, auch in Sachen, die nicht süss sind, Pizza, Schinken, Salami und Sossen. Wieder mehr selbst den Kochlöffel schwingen schadet sicher niemandem, aber darf man bitte noch selber darüber entscheiden statt ständig vom Staat gegängelt zu werden? Erst ist es GB, aber ich bin sicher, andere ziehen nach. Irgendwann sind wir alle entmündigt, denn Väterchen Staat weiss ja, was gut für uns ist.

    • Phil am 18.03.2016 13:32 Report Diesen Beitrag melden

      Unwissend

      Niemand weiss was in Lebensmittel steckt, da auch die Inhalte gar nicht verständlich sind. Man versuchte mal eine Punktesystem in EU: grün, gelb, rot, welches einfach ersichtlich machen würde wie und ob gesund. Wurde abgelehnt: Wegen Lobby. Als man dann der verantwortichen Person in EU ein Produkt vorwies und man fragte ob Zucker darin ist, konnte sie nicht richtig beantworten. Inhalte werden irreführen ausgewiesen. Niemand kommt da draus...

    • Elle Driver am 18.03.2016 17:15 Report Diesen Beitrag melden

      Da kann ich etwas empfehlen

      Googlen Sie mal nach "FoodWatch" und nach Büchern des Autors Hans-Ullrich Grimm, da werden Sie fündig.

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  • Rob Stetter am 18.03.2016 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn von der Insel

    Und der üble fettige britische Frass hat keinerlei Einfluss auf das Gewicht ? Und das Rauchen hat auf der Insel wohl ebenfalls keinen Einfluss auf die Gesundheit des Volkes ? Solche Steuern sind Schwachsinn, der Staat soll sich darum kümmen, dass weniger krebserregende Stoffe im Essen landen und dergleichen, das bringt der Volksgesundheit wohl mehr.

    • No Sugar am 18.03.2016 13:47 Report Diesen Beitrag melden

      Irgendwo anfangen

      Es schadet aber nicht irgendwo mal anzufangen! Unternehmen denken nicht moralisch, sondern nur finanzielle. Wenn sie ihre Produkte nicht mehr verkaufen können, weil sie zu teuer sind, dann werden sie den Zucker automatisch reduzieren. Dasselbe sollte man auch mit allen anderen ungestunden Stoffen nach und nach einführen.

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