Boreout-Test

04. Oktober 2017 07:46; Akt: 04.10.2017 09:29 Print

So merken Sie, dass Sie den Job wechseln sollten

Sie sehen in Ihrem Job keinen Sinn oder Sie warten ständig auf den Feierabend? Mit diesen Fragen finden Sie heraus, ob sie an einem Boreout leiden.

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Nicht nur Stress macht am Arbeitsplatz krank. Auch Langeweile kann gesundheitliche Probleme verursachen. Das sogenannte Boreout benennt einen Zustand der extremen Unterforderung im Arbeitsleben. Obwohl sich der Begriff längst etabliert hat, wird kaum öffentlich über das Thema gesprochen. Laut Studien trifft das Boreout vor allem Angestellte in Büros, seltener Selbständige oder Freelancer.

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Leiden Sie an einem Boreout?

Leiden auch Sie auch an einem Boreout? Oder gehören Sie zur Risikogruppe? Machen Sie den Selbsttest. Das Ergebnis erfahren Sie am Ende des Artikels.

1. Sind Sie am Arbeitsplatz gelangweilt oder unterfordert?
Schwierig wird es, wenn die Arbeit nicht den eigenen Stärken entspricht. Denn: Sind die Anforderungen der Arbeit zu tief, fühlt man sich unterfordert. «Das führt oftmals zu einem schlechten Arbeitsergebnis, obwohl man es eigentlich besser könnte», sagt der Karriere-Berater Heinz Wyssling zu 20 Minuten.

2. Erledigen Sie häufig private Dinge während der Arbeitszeit?

Aus der Langeweile heraus machen Angestellte viele Dinge, die nichts mit der Arbeit zu tun haben. Bei grossem Desinteresse an der Arbeit lässt man sich schnell ablenken und geht etwa im Internet surfen. «Alles andere interessiert einen, nur die Arbeit nicht, weil sie einen nicht fordert», so Wyssling.

3. Sind Sie am Abend ausgelaugt und müde, auch wenn Sie gar keinen Stress hatten?
Wenn man eine Arbeit macht, die einen ausfüllt, geht die Zeit schnell vorbei. Man ist fokussiert und konzentriert. Ist das nicht der Fall, ist der Tag lang und die Zeit bleibt stehen. «Das führt zu einem Energieabfluss: Man hat den Tag zwar abgesessen, doch selber ist man völlig unbefriedigt», sagt Wyssling.

4. Empfinden Sie Ihre Arbeit oft als sinnlos?
Das Leben ist dann erfüllt, wenn man etwas macht, das man als sinnvoll erlebt. «Ist das nicht gegeben, dann fehlt die Identifikation mit der Arbeit und dem Arbeitgeber», sagt Wyssling.

5. Tun Sie oft so, als ob Sie arbeiten würden, haben in Wirklichkeit aber gar nichts oder wenig zu tun?
Menschen haben die Tendenz, sich in der Komfortzone zu bewegen. Sie fürchten Veränderungen und haben Angst vor den Konsequenzen. «Daher tun viele so, als wäre bei der Arbeit alles in Ordnung», sagt Wyssling. Dadurch wird die Arbeit immer mehr zur Qual.

6. Fühlen Sie sich oft unglücklich bei Ihrer Arbeit?

Der ideale Zustand ist, wenn sich die Arbeit zu 100 Prozent mit den eigenen Interessen, Kompetenzen und Stärken deckt. Doch das sei ja selten der Fall, so Wyssling. «Hat man einen Deckungsgrad von 80 Prozent zu den Stärken, dann passt die Arbeit grundsätzlich, und man nimmt die 20 Prozent in Kauf, die man nicht so gern macht.» Wenn der Prozentsatz tiefer werde und man nichts ändere, grenze das schon fast an Selbstbestrafung.

Laut Heinz Wyssling ist ein Boreout gefährlich nahe, wenn Sie die Fragen 1, 3, 4 und 6 mit Ja beantwortet haben. Ein Boreout haben Sie, wenn Sie alle Fragen mit Ja beantwortet haben.

Boreout ist nicht nur ein Problem für den Betroffenen, sondern auch für die Wirtschaft. Laut Schätzungen für die USA belaufen sich dort die Folgekosten durch Boreout auf 750 Milliarden Dollar. In Deutschland werden 124 Milliarden Euro angenommen. Für die Schweiz sind keine Zahlen vorhanden.

(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • G. Langweilig am 04.10.2017 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Gelangweilt

    Wer liest dies auch gerade auf der Arbeit und ist froh etwas zu Lesen zu haben?

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  • Kurt am 04.10.2017 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Träumer.... immer diese blöden Ratschläg

    Weiss der Hr. Dieter Kissling ( Leiter des Instituts für Arbeitsmedizin ifa) denn nicht, dass man als Arbeitnehmer fast immer am kürzeren Hebel ist (zu 99%)? Wem's nicht passt, der weiss, wo die Türe ist. Das musste ich auch schon mehrmals hören. Und ab 50 Jahre findet man kaum noch was - schon x fach versucht - trotz sehr guter Ausbildung. Was soll man denn in dieser Situation sagen? Also bitte nicht träumen, Hr. Dieter Kissling

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  • Miss Zug am 04.10.2017 08:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles ja

    Ich kann alles mit ja beantworten. Habe meinem Chef auch schon vorgeschlagen mein Pensum zu reduzieren. Davon wollte er nichts wissen. Seine Erklärung du hast eine viel zu wichtige position. -Genau, daher gab es auch seit ich dort arbeite nie eine Lohnerhöhung!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M.MM am 05.10.2017 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Happy

    Ich bin glücklich mit meinem Job. Habe keinen "wichtigen Job" aber er macht mir spass und ich kann meine Wohnung,Auto,Rechnungen usw bezahlen. Der Arbeitsweg passt auch 20 min mit dem Auto :)

  • Mensch am 05.10.2017 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Boreout

    Ich finde es gibt einfach Menschen die nicht für eine "normale" Arbeit gemacht sind sprich 5 tage die Woche immer den gleichen Trott zu machen. Unsere Gesellschaft schreibt das einfach vor ohne auf die Individualität des Menschen einzugehen. Ich habe einen "normalen" Job und befinde es als Last und grosse Einschränkung.

  • M.Mi am 05.10.2017 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Job

    Ich habe nich weiss ich was für einen wichtigen Job, habe aber einen der mir viel spass macht verdiene normal und bin glücklich so :)

  • fischersfritzfischtfrischefische am 05.10.2017 00:46 Report Diesen Beitrag melden

    Boreout ist eine schreckliche Leere.

    Beim Boreout muss ich immer aufpassen, dass ich doch noch arbeite letzten Endes. Es ist ja zum Glück nicht immer so im Leben! Manchmal bin ich auch so richtig gefordert, sodass ich mir die Langweile zurückwünsche... - ich bin Autodidakt! Als Autodidakt schwanke ich immer zwischen Überforderung und Langweile und das was ich in der Zwischenzeit lerne ist dann doch ganz erstaunlich gut herausgekommen! Aber immer dieses 'sich neu erfinden'... - das macht mich jeweils nudelfertig. Manchmal verändert sich dadurch mein Blutdruck und gerade tiefer Blutdruck ist enorm lästig.

  • kiki am 04.10.2017 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    :/

    Dann geht man 3-4 Jahre lang in die Schule und paukt Mathematik Wirtschaft, Recht, BWL,VWL, Buchhaltung und was braucht man im Büro davon ?? Gar nichts. Es wird so viel gefordert von uns um Arbeiten zu machen, für die es doch garkeine Ausbildung benötigt. Jeder von und musste bei seinem Job eingearbeitet werden und konnte mit dem gelernten nichts anfangen. ich arbeite in einer Versicherung bei der ich zahlreiche Anrufe und Briefe beantworte von Kunden, welche Rechungen noch offen sind. Für das brauche ich mich nicht jahrelang zu quälen. Das kann jeder erlernen.