Zürich

02. Juli 2015 14:50; Akt: 02.07.2015 14:50 Print

Airlines erringen Teilsieg um Flughafengebühren

Die Gebühren für den Flughafen Zürich müssen vom Bazl neu beurteilt werden. Ein Erfolg für die Fluggesellschaften. Ihre Forderungen dürften dennoch zu hoch sein.

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Die Swiss und die Edelweiss gehören zu den Beschwerdeführerinnen: Eine Swiss-Maschine hebt in Zürich ab. (8. Februar 2008) (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

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Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beschwerden mehrerer Fluggesellschaften gegen die Flugbetriebsgebühren am Flughafen Zürich teilweise gutgeheissen. Es weist die Sache zur Neubeurteilung an das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) zurück.

Dieses muss nun näher prüfen, ob Vermögenswerte, Kosten und Einnahmen korrekt auf den gebührenfinanzierten Flugbetriebsbereich einerseits und den allen Personen zugänglichen und gewinnorientierten Shoppingbereich andererseits aufgeteilt worden sind.

Gewinn durch Monopol

Die Beschwerdeführerinnen - Swiss, Lufthansa, Edelweiss Air, Austrian Airlines und Germanwings - sind der Ansicht, dass die Einnahmen aus dem gewinnorientierten Bereich bei der Kostenrechnung zu berücksichtigen seien. Der Flughafen bilde schliesslich eine Betriebseinheit.

Das Shopping-Center und die gute verkehrstechnische Anbindung seien schliesslich auf den Monopolbereich des Flughafens zurückzuführen, argumentieren die Fluggesellschaften. Deshalb dürften daraus erwirtschaftete Gewinne nicht privatwirtschaftlich abgeschöpft werden.

Splitting zulässig

Die Verordnung zum Luftfahrtgesetz sieht gemäss Bundesverwaltungsgericht jedoch vor, dass eine solches Splitting der Rechnung zulässig ist. Eine Quersubventionierung ist aber nicht ausgeschlossen und findet auch statt.

30 Prozent des Gewinns, die im «öffentlichen» Teil des Flughafens erwirtschaftet werden, fliessen in die Rechnung der Luftseite ein, wie aus dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hervorgeht.

Effizienzvergleich nicht nötig

Nicht notwendig ist gemäss Bundesverwaltungsgericht ein Vergleich der Zürcher Flughafengebühren mit jenen vergleichbarer Flughäfen. Dies hatten die Fluggesellschaften gefordert, um dem rechtlich verbindlichen Äquivalenzprinzip nachzukommen.

Dieses sieht vor, dass eine Gebühr der dafür erbrachten Leistung entsprechen muss. Der operative Leiter der Swiss, Rainer Hiltebrand, hatte bereits bei der Bekanntgabe der neuen Gebühr kritisiert, dass der Flughafen Zürich mit Abstand der teuerste sei. Im Vergleich mit ähnlichen Flughäfen seien die Gebühren rund 20 Prozent zu hoch.

Keine Einigung

Der Zwist um die Flugbetriebsgebühr geht auf die Revision des Luftfahrtgesetzes und die darauf basierende, 2012 vom Bundesrat erlassene Verordnung zurück.

Verhandlungen über die Gebühren zwischen der Flughafen Zürich AG und den Fluggesellschaften verliefen ergebnislos, so dass die Flughafenbetreiberin dem Bazl einen eigenen Vorschlag vorlegte. Dieser wurde Mitte November 2013 nach verschiedenen Anpassungen genehmigt. Die neuen Gebühren sollten für die Jahre 2014-2017 gelten.

Die Flughafen Zürich AG wird die Erwägungen und Aussagen des Bundesverwaltungsgerichts nun im Einzelnen prüfen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden.

(dia/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tobi Sch. am 02.07.2015 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Finger auf sich selber zeigen....

    Hallo Lufthansa - Swiss , Ich hoffe das Ihr den Betrag dann auch an eure Kunden weiter gebt, sollte die Flughafengebühren gesenkt werden. Jeder Swiss Kunde wird schon bei der KreditKarten Gebühr richtig abkassiert von euch. (pro Ticket und Passagier 11 Fr.) Auch gibt es in gewissen Monopol Strecken von Swiss extrem hohe Preise. Bitte zeigt nicht immer auf die anderen, wenn Ihr nicht besser seid!

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  • andy am 02.07.2015 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leute...

    ... es geht um die Flughafengebühren und nicht um die Swiss Preise. Bleibt doch bitte beim Thema, denn hier gibt es doch klar Handlungsbedarf. An keinem anderen Flughafen betragen diese ein Mehrfaches vom Flugpreis.

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  • Roman Sola am 02.07.2015 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gebühr...und Gebühren.

    Kann Tobi Recht geben, jeder Firma verlangt bei Zahlung mit Kredit Karte nur selbstkostende Gebühr das auf dem Flugpreis etwa 2,5% ausmacht. Bei Swiss wird aber 5 - bis 9% Verlangt. Auch im Herbst verlangt die Swiss noch eine Zusatzgebühr wenn man nicht Ticket bei Swiss bucht. Gibt es wie in den meisten Ländern ein Möglichkeit das Ticket zu bezahlen ohne das ein Gebühr fällig wird? Swiss sollte den Preis angeben was der Kunde bezahlen muss. Technisch alles möglich

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Die neusten Leser-Kommentare

  • So Fortraus am 03.07.2015 00:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frusthansa

    Boykottiert doch endlich mal diese undankbare Lufthansa, hat sich die Swiss für 1CHF unter den Nagel gerissen und transferiert den Gewinn der Schweizer nach Norden. Zum Dank werden dann die Schweizer Arbeitnehmer rausgeworfen. Ecopop 2 wird Ordnung schaffen!

    • Nervt am 03.07.2015 13:40 Report Diesen Beitrag melden

      Ursprung

      Die Lufthansa war halt clever. Die Swiss wurde vom CH Management und der CH Politk verraten und verkauft. Da liegt der Hase im Pfeffer. In Bern macht man eh alles um die CH kaputt zu machen.

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  • CAB am 03.07.2015 00:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anti-Swiss

    finde es wunderbar wie sich offenbar die halbe schweiz zusammen rauft um bei jeder gelegenheit auf der swiss rum zu hacken. WISST IHR WAS....Macht doch den Sommerferien Plausch einfach mal ohne uns.... "umsvereken" weg fliegen aber alles ganz furchtbar finden.... geht für mich nicht auf

    • Fudrus am 03.07.2015 01:19 Report Diesen Beitrag melden

      Airlines

      Wieso? Gibt genügend andere Airlines, die für den Preis einen viel besseren Service anbieten. Ich erwähne jetzt mal ganz scheu Turkish Airlines. Hatte noch nie irgendwelche Probleme mitder Airlines.

    • CAB am 03.07.2015 08:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      prima

      Lieber Fudrus das find ich ganz prima wen du mit der TK happy bist...wird evt. nur etwas schwierig wen du z.b. von zürich nach palma, ibiza, gran canaria usw. fliegen willst....aber ansonsten musst du dich nicht zwingend angesprochen fühlen, wen du nicht zur zielgruppe gehörst

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  • ella am 02.07.2015 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    teuer

    ZH - NY = Fr. 1600.- / Mailand - ZH - NY = Fr. 950.- Hin und Rückflug mit Swiss (aber auch andere Airlines) Für mehr Fliegen weniger bezahlen? Pech wer ab ZH fliegen muss... Hier wird man einfach geschröpft.

    • Sandra Sutter am 02.07.2015 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nicht ZRH Problem

      Dieser grosser Unterschied hat nichts mit dem Flughafen Zürich zu tun. Es ist die Swiss, dass Schweizer abkassiert.

    • ella am 02.07.2015 23:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      hat es doch

      Natürlich hat dies mit dem Einstiegsort zu tun. Denn wer in ZH einsteigt, steigt genau in die Maschine, welche von Mailand kommt. Das gilt nicht nur für die swiss, habs auch mit anderen Airlines gecheckt. Wer ab Zürich fliegt, bezahlt fast doppelt so viel.

    • Hans Burger am 02.07.2015 23:40 Report Diesen Beitrag melden

      Fliegen ist viel zu billig

      @Sandra Sutter Sie haben sich komplett verirrt Airlines (am liebsten Swiss) Abzockerei vorzuwerfen. Swiss muss zu Schweizer Kosten Geld verdienen um es wieder in neue Flugzeuge investieren zu können. Abzockerei gibt es aber auch hierzulande , siehe BANKEN. Und wie ist es mit der SBB ? Die sind teuerer als Swiss und servieren weder ein Drink noch ein trockenes Sandwich. Sie zahlen viel Steuergeld für die SBB auch wenn sie gar nie Zug fahren. Abzockerei im Luftverkehr gab es tatsächlich , zu den guten alten Swissairzeiten !

    • Manuel Sauter am 03.07.2015 08:41 Report Diesen Beitrag melden

      Swiss abkassiert

      Falsch Ella, Die Flughafen Gebühr ist nicht so hoch wie die Differenz von 650 Fr. ZH - NY = Fr. 1600.- / Mailand - ZH - NY = Fr. 950.- Da kassiert die Swiss aber richtig ab. Bitte zuerst Nachdenken, dann schreiben!

    • starkefrau am 03.07.2015 10:19 Report Diesen Beitrag melden

      gesunder Menschenverstand

      ...ich gebe Ella Recht. Der Konsument sieht die Endpreise, entscheidet, was er sich leisten kann und wählt wahrscheinlich das Günstigere, da gleiches Produkt (Ferienziel) Wir sehen zu wenig vom Hintergrund und fragen uns natürlich, was denn sooo viel mehr kosten sollte und das bei fast allen Angeboten von ZH aus. Zudem finde ich; nicht fliegen ist zu billig, sondern die ÖV+Ferien in der CH sind zu teuer...Standard sollt auch nur standard kosten.

    • Peter Schmid am 03.07.2015 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ella

      Das ein Nonstop Flug teuer ist hat einen einfachen Grund. Auch von Mailand fliegen täglich mehrere Flieger in Richtung USA, wenn ich als Mailänder jetzt die Wahl zwischen einem Nonstop oder einem Transit über einen weiteren Flughafen habe, dann muss ja irgendwas besser sein, wenn ich schon Zeit mit einem Stop verliere. Dies ist dann der günstigere Preis für einen Flug mit Umsteige verbindung. Zudem ist auch für den Flughafen so, jeder der umsteigt hilft dem Flughafen zu wachsen, da der Heimmarkt nur eine begrenzten Wachstumsmarkt aufweist. Logisch wenn man drüber nachdenkt oder?

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  • Ferdi am 02.07.2015 21:15 Report Diesen Beitrag melden

    Alles ganz sauber

    solange das BAZL, der Flughafen Zürich und andere Interessierte unter einer Decke stecken solange wird es Mauscheleien geben. Im BAZL hocken die die bei der Swiss(air) 'zu alt' und bei der Flughafen Zürich als Interessenvertreter nun die Hebel bedienen.

    • Aviator i. R am 02.07.2015 22:55 Report Diesen Beitrag melden

      Lachkrampf

      Ferdi, genau richtig. Ausgerechnet inkompetente Bürokraten die man in der Privatwirtschaft (Luftfahrt) nicht brauchen konnte sollen jetzt entscheiden. Ich krieg ein Lachkrampf.

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  • Hans Muster am 02.07.2015 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsch

    Musste bei der Buchung mit Emirates keine Kreditkartengebühr bezahlen

    • Roli Bolli am 02.07.2015 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Richtig

      Emirates darf die CC Fees nicht ausweisen weil der Scheich 2011 verboten hat CC Commission zu chargen. Also wird das versteckt. Nichts ist gratis auf dieser Welt.

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