Weltorganisation

16. April 2012 15:36; Akt: 16.04.2012 15:42 Print

Die Weltbank ist keine Bank

Die Weltbank erhält am Montag einen neuen Präsidenten. Favorit ist der US-Kandidat Jim Yong Kim. Doch worum geht es bei der Weltbank eigentlich?

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Am Hauptsitz der Bank in Washington und in den mehr als hundert Länderbüros sind mehr als 9000 Angestellte für die Weltbank im Einsatz. (Bild: Keystone)

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Institution: Die Weltbank wurde 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods gegründet. Streng genommen ist sie keine echte Bank, sondern eine Sonderorganisation der UNO mit 187 Mitgliedstaaten. Die Weltbank ist eine Gruppe, der fünf eng verzahnte Institutionen angehören, darunter die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) und die Internationale Entwicklungsorganisation (IDA).

Aufgaben und Finanzen: Die Weltbank ist die Schwesterinstitution des Internationalen Währungsfonds (IWF). Ziel der Institution ist der Kampf gegen die Armut und ein Angleichen der Lebensbedingungen auf der Welt. Die Weltbank wird von ihren Mitgliedstaaten finanziert, sie bestimmen auch über die Verwendung des Budgets. Bis zum 30. Juni 2011 hatte sie Kredite in Höhe von 258 Mrd. Dollar vergeben.

Präsident: Der Präsident der Weltbank kommt traditionell aus den USA, während die Europäer die Spitze des IWF stellen. Da die grössten Geldgeber innerhalb der beiden Institutionen das Sagen haben, konnten sich die USA und Europa damit bislang durchsetzen. Der Widerstand der Entwicklungs- und Schwellenländer wächst derzeit aber.

Direktorium: Für das Alltagsgeschäft ist das Exekutivdirektorium aus dem Weltbank-Präsidenten und 25 Exekutivdirektoren zuständig: Fünf der Direktoren werden von den Mitgliedstaaten mit den meisten Anteilen gestellt - derzeit sind das die USA, Japan, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien.

Auch China, Russland und Saudi-Arabien stellen ein eigenes Direktoriumsmitglied. Die übrigen 17 Direktoren vertreten die restlichen Staaten, die sich zu Stimmgruppen zusammenschliessen.

Ein Schweizer Exekutivdirektor leitet eine Stimmrechtsgruppe, der auch Polen, Serbien und Montenegro, Aserbeidschan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan angehören.

Gouverneursrat: Ihre Befugnisse werden den Exekutivdirektoren vom Gouverneursrat übertragen. Er ist die Vertretung der Mitgliedstaaten. Jedes Land ernennt einen Gouverneur und einen Vizegouverneur.

Die Schweiz ist seit 1992 Mitglied der Weltbank. Sie ist im Gouverneursrat als dem obersten Entscheidungsgremium mit dem Vorsteher des Eidg. Volkswirtschaftsdepartements und dem Vorsteher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten vertreten.

Mitarbeiter: Am Hauptsitz der Bank in Washington und in den mehr als hundert Länderbüros sind mehr als 9000 Angestellte für die Weltbank im Einsatz.

(sda)