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Gegen die Frankenstärke
14. September 2011 12:28; Akt: 14.09.2011 16:34 Print
Ständerat billigt Massnahmen
Das 870-Millionen-Hilfspaket nimmt die erste Hürde: Der Ständerat stimmt den bundesrätlichen Massnahmen zur Abschwächung des Frankens zu. Grösster Brocken sind 500 Millionen für die Arbeitslosenversicherung.

Pankraz Freitag, Präsident der Finanzkommission des Ständerates und Merheitssprecher im aktuellen Geschäft, ist mit seiner Warnung vor einer befristeten Reduktion der Mehrwertsteuersätze angekommen. (Bild: Keystone)
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Starker Franken
Der Ständerat ist einverstanden mit dem bundesrätlichen Hilfspaket zur Milderung der Auswirkungen des starken Frankens auf die Wirtschaft. Ohne Abstriche genehmigte er die Massnahmen im Umfang von rund 870 Millionen Franken. Grösster Brocken sind 500 Millionen für die Arbeitslosenversicherung.
Infografik Der Franken in Euro und DollarDie EurokriseMit 31 gegen 9 Stimmen hiess der Ständerat in der ausserordentlichen Session am Mittwoch das Gesetzespaket gut, das Grundlage ist für die Umsetzung der Massnahmen. Danach passierten mit klaren Mehrheiten die Nachtragskredite zum Budget 2011.
«Es ist wichtig, Unternehmen und Arbeitgebern zu zeigen, dass wir ihre Sorgen ernst nehmen und teilen», sagte Präsident Pankraz Freitag (FDP/GL), Präsident der Finanzkommission. Dies im Wissen, dass nicht alle Massnahmen schnell wirkten und sie nicht zu 100 Prozent ihr Ziel erreichten.
Flankierende Massnahme der Politik
Hauptakteurin in der Währungskrise sei die Nationalbank, lautete der Tenor. Nach dem Entscheid der Nationalbank, als Wechselkurs- Grenze 1.20 Franken pro Euro festzulegen, sei das Paket als flankierende Massnahme der Politik aber nötig. Die schwierige Zeit für die Exportwirtschaft komme erst noch.
Kritik kam von SVP-Vertretern: «Dem Bundesrat geht es offenbar nur noch darum, das Gesicht einigermassen zu wahren», monierte This Jenny (GL). «Ein Revitalisierungsprogramm für die Wirtschaft wäre sinnvoller und liesse sich kurzfristig initiieren», doppelte der Schaffhauser Hannes Germann nach.
500 Millionen für Arbeitslosenversicherung
Grösster Brocken im Hilfspaket sind zusätzliche 500 Millionen Franken für die Arbeitslosenversicherung für Kurzarbeitsentschädigungen. Eine bürgerliche Minderheit hätte diesen Beitrag noch nicht sprechen wollen. Ihr Antrag wurde aber mit 28 gegen 10 Stimmen abgelehnt.
Die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit soll vom Bund noch 2011 zusätzliche 100 Millionen als Darlehen bekommen. Forschung und Innovation sollen mit insgesamt 212,5 Millionen Franken unterstützt werden.
Um 10 auf 80 Millionen Franken aufgestockt wird die Unterstützung der Nahrungsmittelindustrie gemäss «Schoggigesetz». Ein Antrag von Werner Luginbühl (BDP/BE), mit weiteren 20 Millionen Franken auch die Verkäsungszulage bis Ende Jahr zu erhöhen, wurde abgelehnt.
Keine tiefere Mehrwertsteuer
Mit insgesamt 46,5 Millionen Franken sollen die Abgeltungen für den alpenquerenden Kombi-Güterverkehr und für touristisch genutzte Regionalbahnen erhöht werden. Abgelehnt wurde der Antrag von Adrian Amstutz (SVP/BE), Präsident des Nutzfahrzeugverbandes Astag, auf die 28,5 Millionen für den Kombi-Güterverkehr über die Alpen zu verzichten.
Nichts ändern wollte der Ständerat bei der Mehrwertsteuer. Eine bürgerliche Minderheit drang mit dem Vorschlag nicht durch, den Mehrwertsteuersatz für Gastronomie und Hotellerie für ein Jahr von 3,8 auf 2,5 Prozent zu senken. Auch der SVP-Antrag, den Normalsatz der Mehrwertsteuer von 8,0 auf 7,5 Prozent zu senken, scheiterte.
Ebenfalls abgelehnt wurde ein von der Linken beantragter Hilfsfonds mit 1,2 Milliarden Franken. Mit diesem Geld hätten von der Krise schwer getroffene Exportbetriebe unterstützt und bedrohte Arbeitsplätze erhalten werden sollen.
Hilfspaket aufgeteilt
Der Bundesrat hatte im August zunächst ein Hilfspaket von 2 Milliarden Franken angekündigt und Kritik ausgelöst. Später beschloss er eine Aufteilung und eine erste Tranche von 870 Millionen Franken, die aus dem erwarteten Überschuss von 2011 finanziert werden.
«Es geht um Tausende Arbeitsplätze, die nicht aufgegeben werden dürfen», sagte Bundesrat Johann Schneider-Ammann. Das von der SVP verlangte Wirtschafts-Revitalisierungsprogramm sei von der Stossrichtung her richtig. Doch längerfristige Verbesserungen der Rahmenbedingungen seien nicht über Nacht zu bewerkstelligen.
Anders als in der ausserordentlichen Session des Ständerates dürfte es das Hilfspaket am Dienstag im Nationalrat schwer haben. In dessen Finanzkommission fielen alle Massnahmen in einer ersten Sichtung durch. Sie wird sich vor der Debatte der grossen Kammer noch einmal damit befassen.
Eine zweite Hilfspaket-Tranche von bis zu einer Milliarde Franken will der Bundesrat für die Dezembersession vorbereiten, falls die Wirtschaftslage es erfordert.
Die Gesetzesvorlage geht nun an den Nationalrat.
(sda)
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Mmmh...
bei Schulden der ALV von 7 Milliarden sind 500 Millionen wohl ein Tropfen auf den heissen Stein. Wie wärs mal mit "Aktion statt Reaktion"? Aber das geht wohl nicht mehr, das wurde zu lange verschlafen. Und da viel Geld vorher "verlocht" und verschenkt wurde ...... werden wir dereinst Hilfe bekommen, so wie wir sie bis dato gegeben haben? Ich glaube kaum.
Euro-Schwäche!
Im letzen Monat hat der Euro gegenüber dem Franken wegen der Untergrenze um 6% zugelegt. Der Dollar hat aber um 12% zugelegt. Das bedeutet, der Euro hat gegenüber dem Dollar stark an Wert verloren - und dies trotz der ebenfalls grossen Schuldenkrise in den USA. Der Franken wird also momentan künstlich tief gehalten. Es wird Zeit, klare Pläne zur Aufhebung der Untergrenze bereitzustellen! Es hilft den Schweizer Bürgern nichts, wenn der Franken mit dem Euro untergeht.
Weitsicht
keine ahnung hast du!! schau mal nach wie sich der euro -dollar kurs in den letzten 13 jahren entwickelte und wer am untergehen ist