Ex-SNB-Präsident Roth

15. November 2012 17:46; Akt: 15.11.2012 17:53 Print

«Die Credit Suisse muss beim Abbau nachziehen»

Ex-Nationalbank-Präsident Jean-Pierre Roth spricht Klartext und fordert auch von der Credit Suisse einen Abbau im Investmentbanking. Beide Grossbanken hätten dasselbe Problem.

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Der Ex-Notenbanker Jean-Pierre Roth ist heute Präsident der Genfer Kantonalbanken. (Bild: Keystone)

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Nach dem Radikalabbau bei der UBS fordert der frühere Nationalbank-Präsident Jean-Pierre Roth von der Credit Suisse einen ähnlich drastischen Abbau. «Beide Grossbanken haben das gleiche Problem», sagte er gegenüber dem Wirtschaftsmagazin «Bilanz».

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Die Credit Suisse müsse aus diesem Grund genauso ihre Bilanzpositionen reduzieren und das Investment Banking abbauen wie die UBS, betonte Roth gemäss dem Vorabdruck des Interviews. Den Schritt der UBS begrüsst er: «Das Thema des Ausstiegs aus dem Investment Banking lag seit Jahren auf dem Tisch. Der Schritt ist richtig und überfällig. Er hätte schon viel früher erfolgen sollen.»

Roth kritisiert SNB und Finma

Der heutige Präsident der Genfer Kantonalbanken kritisiert jedoch die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Finanzmarktaufsicht (Finma) in Bezug auf die Regulierung der Kantonalbanken. Die Kantonalbanken sollten nicht wie die Grossbanken behandelt werden, betont Roth. «Sie sind regional verankert. Sie stellen deshalb kein Systemrisiko dar. Also brauchen wir auch nicht die gleich hohen Kapitalanforderungen wie UBS und Credit Suisse.»

Roth verteidigt die heutige SNB-Führung mit Blick auf die Einführung der Euro-Untergrenze: «Die SNB hat da alles richtig gemacht.» Daraus erfolgende Probleme in Form einer stark aufgeblähten Bilanzsumme sieht Roth nicht: «Die SNB hat genügend Instrumente, um diese Liquidität wieder abzuschöpfen. Und die Bilanzsumme ist für eine Notenbank nie ein Problem», sagte er wörtlich.

Absage an Staatsfonds

Roth hält indes nicht davon, die Devisen in eine Art Staatsfonds zu investieren. Das wäre für ihn eine «fausse bonne idée». «Wenn man mit den Devisen die besten Firmen der europäischen Wirtschaft kaufen will, ist das eine Kriegserklärung an die Europäer», warnt er. Zudem wären solche Anlagen nicht so liquide wie Devisen, was den Spielraum der SNB einschränken würde.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • @myself am 19.11.2012 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stellenabbau + Bankgeheimnis?

    Die Banken bauen die Stellen der Niedriglöhner ab und verschieben (outsourcen) diese Arbeitspkätze nach Polen etc.

  • Hans Meier am 15.11.2012 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocker an der Spitze

    Nur die Oberen haben es noch nicht gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann. Im IB werden Milliarden verloren und trotzdem weiterhin abgezockt. Dass der Brady am IB festhalten will, kann man ja noch verstehen, er kommt ja von denen. Der VR inkl. UR müssten aber schon lange etwas dagegen tun, oder haben die vielleicht keine eigene Meinung? In der Schweiz werden Leute entlassen unter der Regie vom Meisterlehrling, der hat sehr schnell gelernt, und die Aufgaben werden nach Polen verlagert. Dass die Polen überfordert sind interessiert niemand da oben, Hauptsache man hat hier Leute entlassen.

    • Q. Hofer am 15.11.2012 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bemerkt schon

      die oberen wissen schon das es eigentlich nicht geht, aber solang diese profitieren machen diese nichts.

    einklappen einklappen
  • Der Egon am 15.11.2012 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Fordern kann jeder

    Auch wer eigentlich gar nichts zu sagen hat. Das Volk fordert von der SNB endlich mit dem Schwachsinn aufzuhören, dem Euro eine Krücke zu finanzieren...