Falsche Abrechnungen

09. Januar 2013 07:39; Akt: 09.01.2013 14:20 Print

Allianz zahlt Millionen an Versicherte zurück

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit gibt der deutsche Versicherer Allianz auf: Er zahlt rund 117 Millionen Euro an Kunden zurück. Es geht um 500'000 fehlerhafte Verträge.

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Der Versicherungskonzern Allianz rechnet damit, wegen falscher Abrechnungen rund 117 Millionen Euro an Kunden zahlen zu müssen. Das Unternehmen gebe sich in einem jahrelangen Rechtsstreit um vorzeitig gekündigte Versicherungen geschlagen, teilte ein Sprecher am Dienstag mit.

Betroffen seien rund 500'000 Verträge. Die Zahlungen dürften im Durchschnitt bei 200 Euro liegen. Damit wird ein Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart vom August 2011 rechtskräftig.

Bundesgericht hatte für die Kunden entschieden

Das Gericht hatte zahlreiche Klauseln in den bis 2007 verwendeten Lebens- und Rentenversicherungsverträgen der Allianz für ungültig erklärt. Den Kunden stehe unter anderem ein höherer Rückkaufswert zu. Die Verbraucherzentrale Hamburg hatte den Versicherer verklagt.

Im Streit um die Erstattungen an Kunden, die ihre Versicherungen vorzeitig kündigen, hatten zuletzt zahlreiche Versicherer Niederlagen kassiert. Im vergangenen Juli entschied der deutsche Bundesgerichtshof, dass Lebensversicherer ihre Kunden nicht mehr mit Brosamen abspeisen dürfen, wenn sie ihre Verträge in den ersten Jahren nach Abschluss wieder aufgeben.

Dass die eingezahlten Beiträge dann vor allem in die Taschen der Vermittler fliessen, sei eine unangemessene Benachteiligung des Versicherungsnehmers, urteilte das Gericht.

(sda)