13 Franken weniger

14. August 2017 11:00; Akt: 14.08.2017 17:04 Print

Post schafft Gebühr für Zoll-Stichproben ab

Gute Nachricht für Konsumenten: Ab 2018 verzichtet die Schweizerische Post auf die Zollrevisionsgebühr von 13 Franken.

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Gebühr wird abgeschafft: Beamte des Zolls und der Grenzwache kontrollieren Briefe und Päckchen im Briefzentrum in Schlieren. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

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Nach einer Übereinkunft mit dem Preisüberwacher streicht die Post ab 1. Januar 2018 die Zollrevisionsgebühr. Zudem passt sie die Preis- und Gewichtssegmente bei Inland-Paketen an. A- und B-Post bleiben gleich teuer.

Bisher wurden für die stichprobenmässige Kontrolle eines Pakets aus dem Ausland 13 Franken fällig, wie die Post und Preisüberwacher Stefan Meierhans am Montag mitteilten. Die Post nimmt diese Proben im Auftrag der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) bei bestimmten Warensendungen vor. Den Aufwand lässt sie sich noch bis Ende Jahr bezahlen.

Weniger Gewichtsklassen

Viele Konsumenten rieben sich ob der Gebühr für eine nach Zufallsprinzip vorgenommene Kontrolle die Augen und fühlten sich willkürlich behandelt. Dies rief schliesslich die Politik auf den Plan. Das Parlament überwies in der Frühlingssession eine Motion und verlangte eine Gesetzesänderung. Mit dem Verzicht auf die Gebühr ab 2018 ist das Anliegen ein Jahr früher erfüllt als vom Motionär gefordert.

Bei den Inland-Paketen werden die fünf bisherigen Gewichts- und Preissegmente auf drei reduziert. Der Preis für Pakete bis zu zwei Kilogramm bleibt dabei mit 7 Franken gleich. Diese Gewichtsklasse macht 85 Prozent der beförderten Pakete aus. Pakete bis fünf Kilo kosten am Neujahr 9.70 statt 9 Franken. Dafür werden Sendungen bis zehn Kilo 30 Rappen günstiger und kosten auch 9.70 Franken.

Rabatte für Online-Kunden

Am grössten ist der Aufschlag bei Paketen bis 20 Kilo: Sie schlagen statt mit 15 mit 20.50 Franken zu Buche. Günstiger wird es hingegen bis zu 30 Kilo: Der Preis sinkt von 22 auf 20.50 Franken. Entsprechende Anpassungen gibt es auch bei «Priority»- und Express-Paketen.

Nationale Online-Privatkunden und Retouren im Versandhandel erhalten Vergünstigungen. Kunden, die für Inland-Pakete die Etikette via Login Post ausdrucken und aufkleben, erhalten 2018 je nach Gewichtsklasse eine Vergünstigung von 50 Rappen bis 3 Franken. Retouren im Versandhandel werden 50 Rappen günstiger.

Aktion vor Weihnachten

Zudem führt die Post bei den Inland-Paketen für Private die Zusatzleistungen «Fragile» und «Assurance» wieder ein. Sie will so der steigenden Nachfrage wegen Online-Bestellungen genügen. Für zerbrechliche oder besonders wertvolle Sendungen haftet die Post in Schaden- oder Verlustfall bis maximal 5000 Franken.

Nicht zuletzt gibt es 2018 eine Weihnachtsaktion. Wer seine Liebe n mit einem Paket überraschen will, zahlt als Privatkunde rund einen Monat vor dem Fest 1 Franken weniger pro Paket. Weiterhin 85 Rappen kosten B-Post-Briefe, A-Post-Sendungen 1 Franken. Standard- und Midibriefe sind für Private auch ab Neujahr 1.50 Franken teuer. Der Preis der SMS-Briefmarke bleibt mit 1 Franken ebenfalls gleich.

Ärgernis weg

Die Stiftung für Konsumentenschutz zeigte sich erleichtert über die Streichung der «unsäglichen Stichproben-Gebühren». Diese hätten stets grossen Unmut bei den Betroffenen verursacht. Der Konsumentenschutz habe die Abschaffung der Zollrevisionsgebühr lange gefordert. Die Post habe sich aber viel Zeit gelassen. Die Streichung erfolge keineswegs freiwillig.

Die neuen Pakettarife befriedigen den Konsumentenschutz nicht: Die Reduktion der Gewichtsstufen führe zu einer Mehrbelastung der Privatkunden.

Auch ärgert sich der Konsumentenschutz, weil die Post ab 2018 keine Pakete mehr an Postfachadressen liefern will. Ausweichmöglichkeiten seien ausserhalb der Ballungszentren nur ungenügend vorhanden. So würden Privatkunden gleich mehrfach schlechter gestellt – unverständlich in Zeiten steigenden Versandvolumens.

(chi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fred am 14.08.2017 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Wurde endlich Zeit diese Abzock mit dieser Gebühr, die auch bei korrekt deklarietem Warenwert fällig wurde, abzuschaffen.

    einklappen einklappen
  • Mani Motz am 14.08.2017 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ab sofort nicht erst 2018

    Es wurde auch Zeit! Das waren Gebühren die einfach mal so draufgeschlagen wurden. Auch dann, wenn es gar nichts zu Verzollen gab.

  • Sander Neubank am 14.08.2017 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na, Endlich

    Na endlich! Es ist auch wirklich eine Frechheit, dass die Kontrolle im Rechnung gestellt wird. Aktuell werden auf die Suche nach Kriminelle die gute Menschen bestraft...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michel am 15.08.2017 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Stichproben

    Stichproben? Ich habe dieses Jahr 3 mal etwas aus dem Ausland bestellt (gibt es bei uns schlicht nicht) und musste diese Gebühr jedes mal bezahlen. Ich bezweifle, dass es sich wirklich nur um Stichproben handelt...

    • Peter am 15.08.2017 16:54 Report Diesen Beitrag melden

      Willkür

      Ich bestelle pro Jahr ca. 80-100 Pakete aus dem Ausland, meistens aus China, und musste die Gebühr bisher noch nie bezahlen. Sie ist halt wirklich willkürlich und es kann jeden treffen. Ich finde auch die Pauschale von knapp 20. fürs verzollen ein Witz. 8% Mwst. sind ja das eine, aber die Verzollungspauschale gehört ebenfalls abgeschafft.

    einklappen einklappen
  • Pöstler am 15.08.2017 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das hat nun aber gedauert

    diese willkürliche Abzocke abzustellen. War eine Riesenfrechheit! Und dann noch monatelang mit fiktivem Eurokurs weiter verrechnen (12 Monate nach Kursfreigabe noch locker Fr 1.20 gerechnet). Aber ja der grosse Chef im Bundesrat tat ja (wieder einmal) nichts.

  • max mad am 15.08.2017 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    voll belohnt

    ja find ich voll gut, das mann die, die im ausland bestellen noch voll belohnt, und die wo in der schweiz bestellen sind doch wieder voll die doofen und dürfen mehr bezahlen! da jammert man rum man solle im inland bestellen und schweizer firmen berücksichtigen! danke! ach ja, die aliexpress gratis zustellungen bezahlen wir ja auch, nur wissen das die wenigsten, und alle haben das gefühl die versenden das wirklich gratis! wacht auf!

  • H/B am 15.08.2017 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Post ?!?

    Die Post ist für ein Bundesbetrieb immer noch viel zu teuer!!! Immer wie mehr Leistungen abbauen, Stellen streichen, unnötige Shop umbauten und Preise erhöhen, für was? Ein Grund mehr die Post bei der Packetversendung nicht mehr zu berücksichtigen, DPD ist schneller und günstiger! Ich warte bis ein anderes Unternehnen auch noch Briefe günstiger versendet als die Post, die Post braucht Konkurrenz!!!

  • Regex am 15.08.2017 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Anfang

    Endlich eine Last weniger. Doch die Post hat noch potential was ihre horrenden Kosten betrifft. Das ehemalige gratis Postfach kostet heute 240 Franken! Und dann beschwert sich die Post noch, dass sie Verluste mit Paketzustellungen aus Asien macht. Als ob sie mit Ihren überteuerten Paketversandkosten nicht schon genug abzockt!