«Greyball»

04. März 2017 09:53; Akt: 04.03.2017 13:28 Print

Uber trickst Behörden mit geheimer Software aus

Mit dem Programm «Greyball» können Uber-Fahrer unter anderem Polizeikontrollen umfahren oder Beamte als Kunden gar völlig umgehen.

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Der Fahrdienstvermittler Uber hat die Verwendung einer geheimen Software eingeräumt. Mit Letzterer sollen Fahrer des US-Unternehmens vor unliebsamen Methoden der Konkurrenz sowie vor Polizeikontrollen bewahrt werden.

Uber bestätigte heute (Ortszeit) nach einem entsprechenden Bericht der Zeitung «New York Times» die Existenz des Programms «Greyball». «Dieses Programm weist Anfragen von betrügerischen Nutzern ab, die unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen verletzen», erklärte ein Uber-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP.

Es richte sich gegen Leute, die die Fahrer körperlich attackieren wollten, «Wettbewerber, die unsere Arbeit stören wollen, oder Gegner, die bei Undercovereinsätzen mit den Behörden unter einer Decke stecken, um unseren Fahrern eine Falle zu stellen». Das Programm werde vor allem dort verwendet, wo die Fahrer um ihre Sicherheit fürchten müssten, aber nur «selten», um der Polizei aus dem Wege zu gehen.

In mehreren Ländern verwendet

Unter Berufung auf Mitarbeiter und ehemalige Angestellte von Uber berichtete die «New York Times», die Software sei in mehreren Ländern verwendet worden. Sie sei dazu genutzt worden, Beamte der Aufsichtsbehörden mit Hilfe gesammelter Daten zu markieren oder als Mitarbeiter der Stadt kenntlich zu machen. Betroffene, die Uber nutzen wollten, erhielten entweder Absagen oder falsche Versionen der Uber-App mit gar nicht existierenden Wagen.

Der «New York Times» zufolge filterte Uber Polizisten und Ordnungskräfte auch mithilfe ihrer Kreditkarten heraus. Teil der Taktik sei es auch, Regierungsgebäude in der Kartensoftware der Fahrer als Sperrgebiete zu markieren.

Uber vermittelt über Smartphone-Apps und das Internet Fahrten in verschiedenen Angebots- und Preisklassen. Das Unternehmen ist in dutzenden Ländern und hunderten Städten aktiv und vor allem etablierten Taxiunternehmen ein Dorn im Auge.

(sep/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Urs W. am 04.03.2017 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachteil zum Vorteil machen

    Dies ist nur der Beginn des Überwachungsstaates. Wir haben dazu ja gesagt! Die Politiker sind so Überzeugt, dass dieser Weg der Richtige ist. Keiner macht sich Gedanken, ob dies gegen sie verwendet werden kann. Dies wird eine Neverending Story... ;-)

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  • Dario. am 04.03.2017 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber mal im Ernst...

    Sorry aber ich nutze auch Über. Von Uster zu mir Nachhause kostet ein Taxi 25.- Uber kostet 11.-. Also bitte, jeder würde Über nehmen.

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  • ZurückZurEU am 04.03.2017 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    EU Arbeiter sollen in der EU bleiben

    Wenn die Denkarbeiter so sichtbar währen wie die Taxifahrer, hätten wir in der Schweiz per sofort keine Arbeiter aus der EU mehr.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pack Man am 26.03.2017 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pfff, Uber,ist kein Problem,aber..

    So,jetzt muss es raus!Bekannte fahren einen auch gerne,wenn man ihnen nen 10 für Sprit gibt und das ist weniger wie die SBB mir abknüpft oder gleich viel,aber halt privater.Ich hatte auch noch nie Probleme mit Taxi und Fahrer,da man mit ihnen reden kann und einen Preis,der für beide ok ist aushandeln kann.Ich besitze drei Nummern und einer hatte bis jetzt immer Zeit um mich zu fahren und nicht zu ruinieren.Allerdings fuhr ich neulich einen Freund zum Flugplatz und Wegelagerer knüpften mir 240sfr ab(16kmh zu schnell),wegen 70kmh auf einer leeren Landsrasse!;)

  • Nickole am 05.03.2017 01:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich fahre Uber gerne

    Ich fahre ab jetzt nur UBER gerne, anständige, hilfsbereite , einfach nette Leute sind diese Uber Fahrer, Meine letzte Reise von Flughafen mit Taxi , war nicht so toll, der Taxi Chofer hat mit mir ,wegen meinen zwei Koffern Wahnsinn gestritten.

  • Tom am 05.03.2017 00:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso

    Wer braucht schon Uber in der Schweiz. Wir können uns richtige Taxis leisten. Aus demselben Grund kommt auch sharing von Privatautos nicht voran.

  • Benji am 04.03.2017 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An alle Taxifahrer

    Wenn Ihr die Frechheit besizt Leute nicht fahren zu wollen weil die Strecke zu kurz sei, wenn ihr keinen Anstand habt, wenn ihr so Teuer seid dass euch niemand mehr bezahlen kann, dann seid Ihr selbst schuld, wenn jemand kommt und einen besseren Service bietet, bessere Preise macht und zudem Respektvoller ist. Also statt nur zu jammern würde ich euch Raten, geht mal über die Bücher und passt euch an. WILLKOMMEN IM UBERZEITALTER

  • Thomas am 04.03.2017 23:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Schade haben unsere Taxiunternehmen 10 Jahre geschlafen und nichts unternommen, um bei der Digitalisierung mitzumachen. Die Apps der Taxiunternehmen der Schweiz sind schrecklich.