Werbemedienforschung

11. April 2017 00:53; Akt: 11.04.2017 18:36 Print

20 Minuten behält die Poleposition

20 Minuten ist nach wie vor das beliebteste Medium in der Schweiz. Dies zeigen die neusten Wemf-Zahlen für Print und Online.

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20 Minuten erreicht allein beim Web-Angebot eine Leserschaft von 1,3 Millonen. (Archiv) (Bild: 20 Minuten)

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Allen Unkenrufen zum Trotz sind die gedruckten Zeitungen und Zeitschriften der privaten Verlagshäuser in der Schweiz bei der Leserschaft weiterhin sehr beliebt. Die Gesamtreichweite blieb seit letzten Herbst mit 94 (Vorperiode 95) Prozent auf hohem Niveau stabil.

Von der Gesamtreichweite der Medientitel entfallen zwei Drittel auf die gedruckten Ausgaben, während ein Drittel Online-Nutzer sind, wie die AG für Werbemedienforschung (Wemf) am Dienstag bekanntgab. Die bezahlte Tagespresse konnte die Brutto-Reichweite ihrer Printleser halten.

Digital wird wichtiger

Weiter auf dem Vormarsch ist die Zahl jener Leserinnen und Leser, die die Web-Angebote nutzen. Spürbar gesteigert haben vor allem jene Verlage ihre Nutzerzahlen, die im digitalen Geschäft bisher noch wenig präsent waren. Das sind Regionalzeitungen sowie die Finanz- und Wirtschaftspresse.

Das mit Abstand meistgelesene Medium ist nach wie vor «20 Minuten», das in den drei Landesteilen Deutschschweiz, Romandie und Tessin eine Gesamtreichweite von 3,2 Millionen erzielt. Davon entfallen 1,9 Millionen auf den Printtitel und 1,3 Millionen auf Nutzer des Web-Angebotes.

Der «Blick» belegt mit einer Reichweite von 1,2 Millionen Rang zwei. Während die digitale Nutzung in den letzten sechs Monaten stabil geblieben ist, nahm die Reichweite des Printtitels weiter ab. Ein analoges Bild ist beim «Blick am Abend» zu beobachten. Der «Blick» hat als einziges grosses Medium nach wie vor mehr Leser im Netz (710'000) als in der gedruckten Ausgabe (519'000).

Regionale Titel im Aufwind

Der «Tages-Anzeiger» verzeichnet mit 718'000 Nutzerinnen und Nutzern eine leicht steigende Leserschaft. Während die Zahlen in der Printausgabe stabil blieben, nahmen sie im digitalen Angebot leicht zu. Bei der «Neuen Zürcher Zeitung» war es genau umgekehrt. Hier nahm die Leserschaft der gedruckten Ausgabe (265'000) zu, während die digitale Nutzung (159'000) stabil blieb.

Die Regionalzeitungen vermochten mehr Leser mit ihren digitalen Angeboten anzuziehen. Das «St. Galler Tagblatt» legte im Print wie digital zu. Bei der «Luzerner Zeitung» blieb die Leserschaft der gedruckten Ausgabe stabil, während die Bevölkerung das Angebot im Online stärker nutzte.

Leicht rückläufig waren beide Werte bei der «Basler Zeitung» und beim «Corriere del Ticino». In der Westschweiz fanden «24Heures», «Le Temps» und «Le Nouvelliste» digital mehr Beachtung. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei «Le Matin», während die «Tribune de Genève» stabile Werte aufweist.

Vielgelesene Sonntagspresse

Bei der Sonntagspresse vermochte die «NZZ am Sonntag» in der Print-Ausgabe mehr Leserschaft anzuziehen. Mit der Lancierung einer neuen eigenen Webseite zum 15-Jahr-Jubiläum dürfte das Blatt im Internet eine weiter zunehmende Aufmerksamkeit erfahren. Bisher basierte die digitale Nutzung der «NZZ am Sonntag» auf den Zahlen von NZZ.ch.

Beim «SonntagsBlick» und der «SonntagsZeitung» blieb die Nutzung der Printausgabe stabil. Zuzulegen vermochten regionale Ausgaben wie die «Schweiz am Sonntag» oder die «Ostschweiz am Sonntag».

Die «Schweiz am Sonntag» ist Ende Februar eingestellt und mit der Samstagsausgabe der «az Nordwestschweiz» verschmolzen worden. Einen signifikanten Einbruch in der Reichweite musste die «Weltwoche» hinnehmen. Die «Wochenzeitung» (WOZ) musste ebenfalls Federn lassen.

Die leserstarken Zeitungen der Grossverteiler Coop und Migros konnten sich gut behaupten. Sie punkten mit den gedruckten Ausgaben, während die digitale Nutzung noch eher bescheiden ist. Die Reichweite der Coop-Presse blieb stabil, während die Migros-Magazine leicht im Aufwind waren.

(NXP/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Iron Iker am 11.04.2017 02:39 Report Diesen Beitrag melden

    hmmmm

    Naja, das einzig positive ist das bei diesem Blatt wenigstens das Preis/Leistungsverhältniss stimmt.

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  • Ueli der Knecht am 11.04.2017 02:51 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz

    Nur weil Sie am meisten Gratis-Altpapier in den ÖV verbreiten, heisst das noch lange nicht, dass Ihr Blettli am beliebtesten ist. Mit einer echten (ernsthaften) Zeitung kann kann man das, weas hier veranstaltet wird, ja auch gar nicht vergleichen. Manipulatives Gratis-Reklameheft trifft da schon viel eher zu.

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  • Bruno am 11.04.2017 03:01 Report Diesen Beitrag melden

    Mal ehrlich

    Wurden nur die vom Verlag bestimmten Auflagenzahlen bestimmt oder auch Meinungen unabhängiger Leser/Innen berücksichtigt?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • lese.rin am 12.04.2017 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gratiszeitung

    wie würde es wohl aussehen wenn das blatt nicht gratis wäre. schon mal darüber nachgedacht.

    • Cartman1993 am 13.04.2017 01:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @lese.rin

      Ihre Erwartungshaltung ist meiner Meinung nach falsch. Für guten Journalismus muss halt gezahlt werden. So wie ich von RT Deutsch keinen Objektiven Artikel erwarte, erwarte ich von 20Min keine tiefschürfende Analyse.

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  • andu am 12.04.2017 07:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr seid die besten

    Weltmeister in Werbung im eigener Sache...sonst nichts. Mal sehen wie lange die Kommentarfunktion noch offen bleibt. Die geringe Amzahl der Kommentare ist erfahrungdgemäss ein Indiz dafür, dass viele nicht zugelassen werden, und plötzlich ist die Kommentarfunktion geschlossen....so wie soeben im Artikel über G7 und Russland...bravo, ihr seid die Nr. 1!!

    • Erbsen Suppe am 12.04.2017 07:46 Report Diesen Beitrag melden

      @andu

      Kritikfähig ist dieses Klatschheftli noch nie gewesen und wird es wohl auch nie werden.

    • Cartman1993 am 12.04.2017 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @andu

      Naja ich hatte am Anfang bei meinem Youtubekanal auch gedacht, dass interaktionen der Community super sei, aber heute würde ich wegen den Trollen, Asis und Kommis/Nazis die Kommentarspalte unter meinen Videos am besten auch sperren.

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  • Geistig Bescheiden am 12.04.2017 02:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Negativrekorde

    Das häufigste Medium in der Tonne ist wohl gemeint.

  • Oreo am 11.04.2017 23:13 Report Diesen Beitrag melden

    Fussball-Serie

    Kann sich noch jemand an die Fussball-Webserie erinnern die es hier mal gab? Tschütteler oder so ähnlich? Das war mal einee coole Eigenleistung

  • Melina am 11.04.2017 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neutralität und Meinungsfreiheit kann man suchen

    Wird aber hier nicht fündig, man leider merkt ist das mit dem Behalten der "Poleposition" wird auch das manipulieren von Meinungen anscheinend immer beliebter. Mittlerweile ist es nicht mehr möglich sich auf dieser Seite neutral zu informieren und gleichzeitig lässt man "kritische Stimmen" oder Meinungen die nicht mit der des Autors übereinstimmt verstummen...

    • Knaller am 12.04.2017 07:21 Report Diesen Beitrag melden

      @melina

      Sehr guter Kommentar! Das ist auch absolut meine Empfinden. Zum Glück merken es noch einige Leser!

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