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05. Mai 2010 07:41; Akt: 05.05.2010 12:15 Print

Fastweb drückt Swisscom-GewinnFastweb drückt Swisscom-Gewinn

Die Affäre bei der Tochter Fastweb macht der Swisscom einen Strich durch die Rechnung. Der Reingewinn ist im ersten Quartal um gut ein Fünftel auf 377 Mio. Fr. geschrumpft.

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Der Swisscom-Gewinn schrumpfte (Bild: Keystone)

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Schuld am Gewinnrückgang sei eine Rückstellung im Mehrwertsteuerverfahren von Fastweb in Höhe von 70 Mio. Euro (102 Mio. Franken), gab die Swisscom am Mittwoch bekannt. Ohne diese Rückstellung wäre der Gewinn auf Höhe des Vorjahres geblieben. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sank um 7,1 Prozent auf 1,058 Mrd. Franken.

Fastweb steht in Italien zusammen mit der Telecom-Italia-Tochter Sparkle wegen einer Betrugs- und Geldwäscheaffäre im Visier der Justiz.

Dabei sollen zwischen 2003 und 2006 mit fiktiven Käufen und Verkäufen von internationalen Telekom-Dienstleistungen knapp 2 Mrd. Euro in Rechnung gestellt worden sein, wodurch dem Fiskus 365 Mio. Euro entgingen. Sparkle und Fastweb haben alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Rüstellungen sollten reichen

Die 70 Mio. Euro Rückstellungen für Fastweb sollten nach heutigem Wissen reichen, sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter in einer Telefonkonferenz. Derzeit sei die Justiz in der Ermittlungsphase. Bis die Staatsanwaltschaft die Anklage verfasst habe, dürfte es noch einige Monate dauern. Bis zu einem Urteil könnte sich das Verfahren noch mindestens fünf Jahre hinziehen.

Im Augenblick gehe man davon aus, dass es mangels Beweisen zu keiner Anklage wegen krimineller Aktivitäten gegen das Management von Fastweb komme, sagte Schloter. Um der Zwangsverwaltung von Fastweb zu entgehen, hat der Swisscom-Chef die Zügel in Mailand vorübergehend selbst in die Hände genommen. Er löste anfangs April Fastwebchef Stefano Parisi ab, bis dessen Rolle im Rahmen der Ermittlungen wegen Steuerbetrugs und Geldwäscherei geklärt ist.

Sollten sich indes belastende Elemente ergeben, werde es zu einer Neubesetzung an der Fastweb-Spitze kommen, sagte Schloter: «Es ist auf keinen Fall so, dass ich plane, über die nächsten Jahre Fastweb zu führen.» Wie lange seine Führung aber noch dauere, könne er im Augenblick nicht sagen. Im Spätsommer hoffe man, klarer zu sehen.

Bislang hätten sich die Untersuchungen der Justiz nicht negativ aufs Geschäft von Fastweb ausgewirkt. Seit Auffliegen der Affäre habe Fastweb über 70 Prozent der Neuausschreibungen von Geschäftskunden gewonnen, sagte Schloter. Das sei ein neuer Rekord. Im ersten Quartal hätten Umsatz und Betriebsgewinn (EBITDA) von Fastweb um Rückstellungen bereinigt um 4 Prozent zugenommen.

Schweizer Geschäft robust

Insgesamt stieg der Konzernumsatz von Swisscom um 1,3 Prozent auf 2,953 Mrd. Franken. Das Schweizer Geschäft sei robust gewesen, sagte Schloter. Hierzulande profitierte die Swisscom von der Erholung der Konjunktur und vom Boom der Alleskönner-Handys, die bereits die Hälfte der 300'000 verkauften Handys im ersten Quartal ausmachten. Dabei war das iPhone mit 85'000 Stück das am besten verkaufte Gerät.

Die Zahl der Mobilfunkkunden wuchs weiter (&4,4 Prozent). Und das Swisscom-TV verdoppelte die Zahl der Kunden innert Jahresfrist auf 275'000. Bis Ende Dezember rechnet Schloter mit rund 400'000 TV- Kunden. Auf der anderen Seite ging die Zahl der Festnetzanschlüsse weiter zurück. Auch der Preisdruck hielt an.

Für das Gesamtjahr bleiben die Aussichten ohne die Rückstellung für Fastweb unverändert. Das Schweizer Geschäft werde wegen des Wettbewerbdrucks und des schwächeren Wachstums im Mobilfunk- und Breitbandmarkt weiter schrumpfen. Für das Geschäftsjahr 2010 erwartet die Swisscom ohne Fastweb einen Umsatz von 9,15 Mrd. Fr. und einen EBITDA von 3,75 Mrd. Franken.

(sda)

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