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Schneeballsystem
15. Dezember 2008 11:55; Akt: 15.12.2008 18:16 Print
UBS: Kein eigenes Investment beim Milliarden-Betrüger
Die UBS hat entgegen Agenturberichten keine Papiere direkt aus dem Schneeball-System von Bernard Madoff erworben. Ob Kunden investiert sind, ist allerdings noch offen.
Die UBS hat selbst keine Anlagepapiere des mutmasslichen 50-Milliarden-Dollar-Betrügers Bernard Madoff erworben. Entgegen Agenturberichten erklärte UBS-Sprecher Christoph Meier gegenüber 20 Minuten Online: «Die UBS hat nicht direkt in die Papiere investiert». Ob Kunden direkt oder indirekt betroffen sind, ist zurzeit Gegenstand von Abklärungen der Grossbank.
Bernard L. Madoff
UBP bestätigt Kundenrisiken
Die Genfer Vermögensverwaltungsbank Union Bancaire Privee (UBP) bestätigt, dass ihre Kunden grössere Summen in die Fonds des mutmasslichen Betrügers Bernard Madoff in den USA investiert haben. Das Engagement der Kunden belaufe sich auf weniger als ein Prozent der durch die Bank insgesamt verwalteten Vermögen, heisst es in einer Mitteilung des Instituts vom Montag. Genaue Zahlen wurden nicht genannt. Mitte 2008 beliefen sich die verwalteten Vermögen auf 126,7 Milliarden Franken. Das am vergangenen Samstag von der Genfer Tageszeitung «Le Temps» genannte Exposure von 850 Millionen Dollar im Falle der UBP könnte demnach zutreffen. Die Bank betonte aber, nicht auf eigene Rechnung in die Madoff-Fonds investiert zu haben. Das Institut verwies zudem auf seine Solidität mit einer Kernkapitalquote von 16 Prozent. (ap)
Die Zürcher NPD Neue Privat Bank meldete am Montag, sie habe rund 5 Mio. Dollar in ein Madoff-Zertifikat investiert. Das sei weniger als 1 Prozent der verwalteten Kundenvermögen. Weitere 0,25 Mio. Dollar habe die NPD aus eigenen Mitteln in dieses Zertifikat investiert.
Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Luzerner Privatbank Reichmuth fast 400 Mio. Fr. in Madoff-Anlagen investiert hat. Die Genfer Privatbank Bénédict Hentsch hatte ihr Engagement am Freitag auf 56 Mio. Fr. beziffert.
Die Credit Suisse hat nicht direkt in Madoff-Vehikel investiert. Sie prüft derzeit, ob Kunden betroffen sind, wie ein CS-Sprecher gegenüber AWP erklärte.
Santander stark betroffen
Auf europäischer Ebene gehört die spanische Banco Santander zu den am stärksten vom mutmasslichen Milliardenbetrug betroffenen Instituten. Die Bank teilte am Montag mit, das Engagement bei Madoff belaufe sich auf 2,33 Mrd. Euro.
Etwa 2,01 Mrd. Euro seien von institutionellen Investoren und internationalen Private-Banking-Kunden in den Hedgefonds «Optimal Strategic» investiert gewesen, die restlichen 320 Mio. Euro gehörten anderen Santander-Private-Banking-Kunden. Auf eigene Rechnung habe Santander 17 Mio. Euro bei Madoff investiert.
Von der italienischen UniCredit hiess es, das Engagement liege bei rund 75 Mio. Euro. Italienische Kunden seien nicht betroffen, schreibt UniCredit in einer Mitteilung an die Börse.
Die französische BNP Paribas bezifferte den möglichen Verlust auf bis zu 350 Mio. Euro. Die Bank sei nicht selbst bei den von Madoff geführten Hedgefonds engagiert, wäre allerdings über den Handel und die Vergabe von Krediten indirekt betroffen.
Gigantischer Betrug
Der Anlageberater Madoff soll Investoren mit einem «Schneeball-System» um ihr Geld gebracht haben, wie Staatsanwaltschaft und US-Bundespolizei FBI am Donnerstag erklärt hatten. Madoff hatte laut Polizei nach dem «Ponzi-Modell» gearbeitet.
Mit dem Namen, der auf den 20er-Jahre-Betrüger Charles Ponzi anspielt, wird in den USA eine Gaunerei nach einem bestimmten Schneeball-Prinzip genannt: Dabei werden einem Investor sehr hohe Renditen versprochen. Diese Renditen werden aus dem Geld bezahlt, das andere Investoren, die danach angeworben werden, einzahlen.
Fehlt am Ende der Pyramide neues Geld, bricht das System zusammen. Laut Staatsanwaltschaft und FBI hatte Madoff gegenüber seinen Mitarbeitern erklärt, er sei «am Ende» und habe rund 50 Mrd. Dollar verloren.
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