Gestöhne, Rauch, Partys

19. Oktober 2017 05:44; Akt: 19.10.2017 09:33 Print

Das nervt die Schweizer an ihren Nachbarn

Rund zwei Drittel der Schweizer beklagen sich über ihre Nachbarn. Dabei ist Lärm der grösste Aufreger. Genervt sind vor allem die Jüngeren.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Für die meisten Schweizer scheint die eigene Wohnung kein Ort für Entspannung und Ruhe zu sein – im Gegenteil. Rund zwei Drittel der Schweizer regen sich über ihre Nachbarn auf. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Vergleichsportals Comparis.

Umfrage
Was machen Sie, wenn Sie Ihre Nachbarn nerven?

Am meisten ärgern sich die Befragten über Lärm. Für knapp ein Drittel der Geplagten sind laute Gespräche, Kinderlärm, Getrampel, Streitereien sowie zu laute Musik oder Partylärm der grösste Aufreger.

Toleranz bei Sexgeräuschen

Bei Sexgeräuschen scheinen die Schweizer allerdings eine grössere Toleranz zu haben: Nur neun Prozent der Lärmgeplagten stören sich an lautem Gestöhne oder Bettgeräuschen.

Doch nicht nur Lärm stresst die Leute. 16 Prozent beklagen sich über unfreundliche Nachbarn, während 14 Prozent den Zigarettenrauch auf dem Balkon oder im Treppenhaus nicht ausstehen können. Für 13 Prozent stellt zudem die Waschküche einen Konfliktherd dar. Interessant: Vor allem jüngere Leute unter 55 Jahren haben etwas an der Nachbarschaft auszusetzen. Worüber sich die Schweizer sonst noch aufregen, sehen Sie in der Bildstrecke oben.

Nicht gleich Vermieter informieren

Wer den Lärm nicht mehr aushält, sollte erst einmal einen gemässigten Weg wählen: «Wenn die nachbarschaftlichen Emissionen zur Belästigung werden, sollte man zuerst mit dem Verursacher sprechen, bevor man den Vermieter informiert oder gar die Polizei ruft», sagt Nina Spielhofer, Immobilienexpertin bei Comparis.

Das sieht knapp ein Drittel der Befragten genauso und bittet den Nachbarn höflich, den Lärm zu reduzieren. 27 Prozent ärgern sich zwar, unternehmen aber nichts, während 14 Prozent nach mehrmaliger Reklamation den Vermieter informieren.

Umzug oder Gang vors Gericht

Viele der Befragen legen sich sogar mit den Nachbarn an: Knapp ein Drittel hatte schon einmal Streit. 12 Prozent gaben an, sich mehrmals jährlich zu streiten. Auch hier zeigt sich: Es sind vor allem die Jüngeren, die mit den Nachbarn im Clinch liegen.

Viele der Befragten hielten die Wohnsituation nicht mehr aus und zogen die Reissleine: Jeder Sechste ist wegen Streit mit dem Nachbarn schon einmal umgezogen. 15 Prozent gingen sogar vor den Richter.

Urteil hilft meist nicht weiter

Vor einem allfälligen Gang vors Gericht ist allerdings ein Schlichtungsversuch obligatorisch. Sollte es zu einem Gerichtsverfahren und einem Urteil kommen, hilft aber auch das meist nicht. «Man hat nicht unbedingt die Handhabe, um das dann auch tatsächlich im Alltag durchzusetzen», sagt Ernst Jost von der Basler Schlichtungsstelle zu 20 Minuten.

Wie Sie sich bei konkreten Problemen mit den Nachbarn am besten verhalten, lesen Sie später auf 20 Minuten.


(dob)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mieter am 19.10.2017 06:04 Report Diesen Beitrag melden

    Menschlich

    Durch verdichtetes Wohnen hockt man immer näher aufeinander. Logisch das da Spannungen entstehen. Und ja, auch wenn Hausordnungen büntzlig erscheinen, für ein gutes Zusammenleben sind sie nun mal nötig!

    einklappen einklappen
  • La Vinci am 19.10.2017 06:37 Report Diesen Beitrag melden

    Am meisten nervt

    Das ewige Tür zu knallen. Egal ob Haustüre, Zimmertüre oder Schranktüre. Am liebsten noch in der Nacht -- gewisse Personenkreise kennen die Begriffe Rücksicht und Nachtruhe einfach nicht.

    einklappen einklappen
  • Steffko am 19.10.2017 06:08 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Immer diese negativen Schlagzeilen! Im Grossen beklagen wir uns über Streithähne wie Trump, Kim und Co. Aber im Kleinen sind wir auch nicht besser. Sind wir doch toleranter und fragen uns, welche positiven Eigenschaften hat mein Nachbar. Übrigens: wir mögen unsere Nachbarn und haben Glück!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • O. Lo am 20.10.2017 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ruhiger als sonstwo

    In Südeuropa ist es 100x so laut als hier. Aber niemand beschwert sich. Hier ist es viel zu leise. So leise, dass man fast Depressionen bekommt. Ich glaube diese Mentalität macht das Zusammenleben schwierig. Auf dem Bauernhof ist es auch laut...

  • Raucher am 20.10.2017 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Was tun?

    Wenn ich als Raucher auf dem Balkon nicht rauchen soll, weil es meine Nachbarn stresst, die Verwaltung das Rauchen in der Wohnung untersagt, sich in der Küche kein Dampfabzug befindet, welche Möglichkeiten bleiben mir dann noch? Klassische Antworten: aufhören zu rauchen oder das Haus zu verlassen. Aha, also muss ich mein Leben nach meinen Nachbarn richten? Unerträglich, solch ein Charakter.. "Die eigene Freiheit endet, wo die des Anderen beginnt."

  • Dankbarer Mensch am 20.10.2017 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Luxus macht unzufrieden!!!

    Och der genervte schweizer Bürger! Merkt ihr eigendlich noch wie gut es euch geht??? Ihr habt ein Dach über dem Kopf, täglich zu essen, eine warme Wohnung im Winter usw. Ich könnte hier eine endlos lange Liste schreiben! Liebe Schweizer. Wir leben hier einen Traum, den global gesehen nicht viele Menschen leben können! Geniesst es!!!

  • Leo am 20.10.2017 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück nicht Schweizer

    Die Schweizer sind die schlimmsten Nachbaren. Immer Reklamieren weil sie im recht sein wollen! Richtige "Tüpflischisser"

  • Bartli am 20.10.2017 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Für mich kein Thema mehr, Ursache klar

    Es kommen immer wieder die selben Themen, hatten wir doch schon. Leute, je mehr Menschen aufeinander- und nebeneinander gepfercht, umso mehr Probleme. Sollte eigentlich klar sein. Dazu kommen noch exotische Sitten und Stress.