Täglich 500'000 Euro Verlust

25. April 2017 05:28; Akt: 25.04.2017 13:11 Print

Alitalia-Mitarbeiter lehnen Rettungsplan ab

Der italienischen Fluggesellschaft Alitalia geht das Geld aus. Ein Sanierungsplan scheitert nun an den Mitarbeitern.

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«Der Zorn der Arbeiter hat gesiegt»: Ein Airbus A320 von Alitalia in Mailand. (Archivbild) (Bild: Keystone/Antonio Calanni)

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Die Turbulenzen bei der Krisen-Fluggesellschaft Alitalia verschärfen sich. Die Mitarbeiter lehnten am Montag mit grosser Mehrheit einen mit den Gewerkschaften ausgehandelten Rettungsplan des Managements ab.

«Der Zorn der Arbeiter hat gesiegt», sagte ein Gewerkschaftsvertreter. Der Sanierungsplan sah den Abbau von 1700 Jobs beim Bodenpersonal und die Kürzung der Gehälter beim Flugpersonal von acht Prozent vor. Damit sollte der Weg geebnet werden, um den Betrieb der italienischen Airline mit frischen Finanzspritzen der Anteilseigner aufrechtzuerhalten.

Alitalia gehört zu 49 Prozent der arabischen Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi sowie den heimischen Banken Unicredit und Intesa Sanpaolo. Ministerpräsident Paolo Gentiloni hatte kürzlich davor gewarnt, dass Alitalia ohne die Kürzungen nicht überleben könne.

Mitarbeiter hoffen auf Regierung

Der Verwaltungsrat will noch am Dienstag zu Beratungen zusammenkommen. Die Mitarbeiter hoffen nun darauf, dass die Regierung eingreift und sich für die Ausarbeitung eines alternativen Rettungsplans einsetzt. Sie haben angekündigt, keine weiteren Einschnitte zu akzeptieren, weil die Arbeitskosten bei Alitalia bereits zu den niedrigsten in der Branche in Europa gehörten.

Eine erneute Verstaatlichung der Airline schloss die Regierung zuletzt aus. Die Fluggesellschaft hat nur selten in ihrer 70-jährigen Geschichte einen Gewinn gemacht und verliert derzeit täglich mindestens 500'000 Euro. Insidern zufolge droht ihr, in wenigen Wochen das Geld auszugehen.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Grounding am 25.04.2017 06:55 Report Diesen Beitrag melden

    Schliessen und neu starten

    Alitalia und diese schamlosen Gewerkschaften sind unverbesserlich. Laden endlich schliessen, da er die letzten 50 Jahre praktisch noch nie Geld verdient.

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  • Andrea Della Valle am 25.04.2017 06:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Machtlos

    Wenn die Angestellten tatsächlich schon so wenig verdienen; wohin fliesst denn das Geld? In Italien ist es doch wie überall und bei uns zb bei den SBB: CEO's und Politiker sparen nur bei den normalen Angestellten und dem Service, zb Abbau der Schalter mit Menschen dahinter.

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  • La Barzelletta am 25.04.2017 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Olwis Läit In Täik-Off And Läit In Ärräi

    Zum Glück gibt's noch die Gewerkschaften: sie werden Alitalia retten, wie in Frankreich die 35-Stunden-Arbeitswoche zementieren, das Pensionsalter 45 einführen und die Unkündbarkeit der Arbeitsstelle bestimmen. Bezahlen dürfen das natürlich die sozial eingestellten Steuerzahlerinnen und die ehrlichen Steuerzahler!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Deja vu am 25.04.2017 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Swissair von neuem

    Zwei Banken in einer Fluggesellschaft involviert. Kommt mir bekannt vor. Nur ist hier noch ein Scheich dabei. Klopft doch bei der Lufthansa an. Denn die italienische Regierung wird sich genau so wenig darum scheren wie der Bund um die Swissair.

  • Hellebarde am 25.04.2017 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Alitalia greift zur letzten Ölung.

    Mit was fliegt dann der Papst, wenn es Alitalia nicht mehr geben würde?

    • Oberer am 25.04.2017 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Päpstlicher

      Vielleicht mit den Engeln? Umweltfreundlich und steuerfrei (oder ungesteuert)

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  • Franz Rosenkohl am 25.04.2017 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Alitalia Service Level

    Bin ein einziges Mal Alitalia von Palermo nach Mailand geflogen. Beim Abflug hatten wir 6h Verspätung, Anschlussflug in Mailand längst verpasst (es war gegen Mitternacht). Was macht die Alitalia-Frau am Schalter in Mailand als sie die 200 "gestrandeten" Flugpassagiere auf sie zurennen sieht? Sie guckt auf die Uhr, macht schnell den Schalter dicht und rennt auf ihren Stöckelschuhen davon. Ich konnte echt nicht mehr aufhören zu lachen, so grotesk lustig war das ganze....

  • Jose Gomez am 25.04.2017 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    nicht nur Alitalia

    Meine Geschichte. Hat nichts mit der Alitalia zu tun. Mein Onkel war Lokführer bei der FS staatliche Eisenbahnen in Italien . Mit 54 Jahren wurde er pensioniert. Die Gewerkschaften sorgten immer wieder für Streiks. Ich gönne wirklich die frühseitige Pension meines Onkels. Trotzdem frage ich mich wie ein Staat so überleben kann.

  • Tomy am 25.04.2017 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UNIA of italia

    Wer braucht schon Alitalia wenn es Ryanair oder Easyjet gibt. Die Gewerkschaften werden auch diese Mitglieder in den finanziellen Ruin schicken.