Jobabbau

23. April 2013 11:21; Akt: 23.04.2013 18:09 Print

BASF streicht 350 Stellen in der Region Basel

Bis Ende 2015 gehen dem Raum Basel 350 Stellen verloren. Der Chemiekonzern BASF will das Klybeck-Areal verkaufen. Weltweit sollen 500 Stellen abgebaut werden.

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BASF-Gebäude im Klybeck. (Bild: 20 Minuten/hvw)

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BASF streicht in der Region Basel bis zu 350 Stellen: Die Standorte Basel und Schweizerhalle würden zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit bis Ende 2015 neu strukturiert, teilte der Konzern heute Dienstag mit. BASF will zudem das Basler Klybeck-Areal verkaufen.

Basis für Gespräche mit der Personalvertretung bilde der bestehende Sozialplan. BASF wolle «für möglichst viele betroffene Mitarbeitende Beschäftigungsmöglichkeiten in anderen Gruppengesellschaften finden». Die Gewerkschaft Syna protestiert, entgegen dem GAV nicht vorinformiert worden zu sein.

Wie viele Entlassungen vorgesehen sind, ist laut einem Firmensprecher noch unklar. Es werde auch zu internen Versetzungen und Frühpensionierungen kommen. Heute beschäftigt der Chemie-Weltmarktführer BASF in der Schweiz insgesamt 2600 Personen, davon 875 in Basel und 270 in Schweizerhalle.

Von Basel nach Ludwigshafen und Hongkong

Reorganisiert werden insbesondere die Geschäftseinheiten Plastikadditive und Pigmente: Neben Standardisierung und Sortimentsbereinigung sei diesen in Asien neue Konkurrenz erwachsen.

Bei den Pigmenten werden das europäische Produktmanagement sowie weitere Bereiche in Ludwigshafen (D) gebündelt. Die Leitung des weltweiten Produktmanagements wird in Hongkong konzentriert. Das soll unter anderem Synergien bringen.

Bei den Plastikadditiven sei eine «marktnähere Aufstellung» vorgesehen: Dabei sollen «vernetzte Kompetenzzentren an unterschiedlichen Standorten weltweit» mehr Effizienz bringen. Unterstützende Funktionen würden in Ludwigshafen zusammengefasst.

Klybeck-Areal vor Verkauf

Der Abbau beider Einheiten in Basel hat Folgen für übergreifende Servicefunktionen wie Einkauf und IT. Das Forschungszentrum Basel (Standorte Basel Rosental und Schweizerhalle) wird zudem weniger für diese Einheiten gebraucht; es soll stärker auf Wachstumsfelder wie Organische Leuchtdioden (OLED) und anderes fokussiert werden.

Für das BASF-Klybeck-Areal, das vis-à-vis des Novartis-Campus' am Kleinbasler Rheinufer liegt, werden nun ein neues Nutzungskonzept oder ein Verkauf geprüft. Der Verkauf jener Immobilien ist laut dem Sprecher wahrscheinlich.

Schon heute werde die komplexe Infrastruktur in den Basler Arealen Klybeck und Rosental ungenügend genutzt; die Reorganisation verschlechtere die Auslastung noch. - Nicht betroffen von der Neustrukturierung ist die Sparte Papierchemikalien, die ihren Hauptsitz in Basel hat.

Proteste gegen Forschungs-Abbau

Die baselstädtische Regierung ist «bestürzt und enttäuscht» über den von BASF angekündigten Abbau im Raum Basel. Die stellvertretende Basler Wirtschaftsdirektorin Eva ­Herzog bekräftigt: «Der Regierungsrat wird sich bei BASF dafür einsetzen, dass der Stellenabbau und die Zahl der Kündigungen möglichst tief gehalten werden.» Weiter verlangt sie, dass BASF alle Lehrverhältnisse beibehält.

Die Kantonsregierung verweist auf den BASF-Gesamtumsatz von rund 70 Mrd. Euro weltweit und den Konzerngewinn (EBIT vor Sondereffekten) von fast 7 Mrd. Euro im vergangenen Jahr. Besorgt ist die Regierung ferner darüber, dass der Abbau diesmal auch die Forschung betrifft. Sie verlangt von BASF weitere Erklärungen.

Der Verband Angestellte Schweiz äussert sich ebenfalls beunruhigt über den Abbau bei Produktmanagement und Forschung als Kernfunktionen: "Das lässt für das Verbleibende in Basel wenig Gutes erahnen». Der Verband befürchtet eine zunehmende Abwanderung: «Wir ahnen wenig Gutes für die verbleibenden Bereiche in Basel.» Strukturwandel sei unaufhaltsam; dennoch dürfe am Werkplatz Basel das wertvolle Chemie-Knowhow nicht verloren gehen.

Weltmarktleader BASF, der 2008 den Basler Spezialchemiekonzern Ciba übernommen hatte, hatte vor Jahresfrist bereits angekündigt, bis im zweiten Semester 2013 in Basel 40 von damals rund 900 Arbeitsplätzen aufzuheben. Auch BASF zieht es aus Kostengründen zunehmend nach Asien.

(sda/hl/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris1 am 23.04.2013 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Verständnis und tiefes Mitgefühl

    gilt den Angestellten. Und zwar ganz besonders denen, die viele Jahre bei BASF gearbeitet haben und nun aufgrund ihres Alters Schwierigkeiten haben werden, einen neuen Job zu finden! Ich weiss, wie das ist, denn ich habe seinerzeit mit 57 ebenfalls meinen Job verloren! Es ist verdammt hart!! Ich drücke allen ganz fest die Daumen, dass sie nochmals eine Chance bekommen!

  • Anton am 23.04.2013 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Arme Schweiz

    Mit dieser Politik gehen noch mehr Stellen verloren. Wann merkt das Volk wohin das führt. Wählt Politiker die selber eine Firma haben und was von Geschäft verstehen.

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  • Luk/Montana am 23.04.2013 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer diese Abzocker Diskussion

    Bin Schweizer, lebe in den USA. Es scheint es gibt nur noch Abzocker in der Schweiz. Traurig diese Neid Gesellschaft. Kein Wunder verlassen Firmen die Schweiz. Hat jemand von euch der immer von Abzocker spricht schon einmal einen Arbeitsplatz geschaffen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris1 am 23.04.2013 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Verständnis und tiefes Mitgefühl

    gilt den Angestellten. Und zwar ganz besonders denen, die viele Jahre bei BASF gearbeitet haben und nun aufgrund ihres Alters Schwierigkeiten haben werden, einen neuen Job zu finden! Ich weiss, wie das ist, denn ich habe seinerzeit mit 57 ebenfalls meinen Job verloren! Es ist verdammt hart!! Ich drücke allen ganz fest die Daumen, dass sie nochmals eine Chance bekommen!

  • Paul Huber am 23.04.2013 18:33 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Schweizer erwacht

    uns erwartet noch Vieles, in den nächsten Monaten und Jahren werden in der Schweiz zig Arbeitsplätze verloren gehen. Wir sind nicht zu teuer sondern unsere Rahmenbedingungen werden immer schlechter. Es wird zu viel geregelt und unsere Volksvertreter habens nicht gemerkt ink. die Jasager. Die Politiker werden vom Volk gewählt, somit ist auch der Wähler daran Schuld.

  • Luk/Montana am 23.04.2013 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer diese Abzocker Diskussion

    Bin Schweizer, lebe in den USA. Es scheint es gibt nur noch Abzocker in der Schweiz. Traurig diese Neid Gesellschaft. Kein Wunder verlassen Firmen die Schweiz. Hat jemand von euch der immer von Abzocker spricht schon einmal einen Arbeitsplatz geschaffen?

  • Axel P. am 23.04.2013 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    BASF streicht Stellen

    Und keiner der Basler Stadtregierung bedauert diesen Sachverhalt? Das wurde schon lange vorher abgesprochen, schade stehen keine Wahlen vor der Tür; aber die Chemie muss aus der Stadt und das Klybeck gibt in 5 Jahren einen lukrativen Campus.

  • Kommentar am 23.04.2013 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Langsam wird alles made in Asien ! Kein Produktion bleibt mehr in Schweiz ! Da ist Politik schuld !