British Airways

20. März 2010 10:23; Akt: 20.03.2010 15:21 Print

Mehr als tausend Flüge gestrichenMehr als tausend Flüge gestrichen

Die Flugbegleiter von British Airways haben einen dreitägigen Streik begonnen, mit dem sie ihre Forderungen nach mehr Geld und gegen höhere Arbeitsbelastungen durchsetzen wollen. Auch Flüge in die Schweiz sind betroffen.

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An Schweizer Flughäfen wurde mehrere Flüge von und nach London aus: In Genf wurden neun von 21 Flügen gestrichen, in Zürich ein Flug von sieben und in Basel fielen zwei von fünf geplanten Verbindungen annuliert, wie den Internetseiten der drei Flughäfen zu entnehmen ist.

Das Kabinenpersonal wehrt sich gegen einen geplanten Stopp von Lohnerhöhungen in diesem Jahr, die Einführung von Teilzeitarbeit für 3000 Beschäftigte und eine Reduzierung der Flugteams von 15 auf 14 Personen bei Langstreckenflügen. Die Geschäftsleitung hat die Massnahmen als überlebenswichtig bezeichnet.

Am Freitag war ein letzter Versuch gescheitert, den Streik der rund 12 000 Flugbegleiter doch noch abzuwenden. BA-Chef Willie Walsh entschuldigte sich bei YouTube bei Tausenden betroffenen Reisenden und sprach von einem «schrecklichen Tag für BA». Es ist der erste Streik bei der Gesellschaft seit fast 15 Jahren.

Kritik aus der Politik

Es sei «zutiefst bedauerlich», dass die Gewerkschaft ein Angebot zu Bezahlung und Arbeitsbedingungen zurückgewiesen habe, sagte Walsh. Dieses Angebot verliere mit Beginn des Streiks seine Wirkung. Auch Premierminister Gordon Brown hatte die Gewerkschaft Unite noch am Freitag aufgefordert, auf den Ausstand zu verzichten. Eine Sprecherin der oppositionellen Konservativen kritisierte, im Kampf gegen die Rezession sei «das letzte, was wir brauchen», dass die Gewerkschaften «das Land gegen Lösegeld als Geisel halten».

Streiks könnten mehr kosten als BA einsparen will

Um die Auswirkungen des Streiks möglichst gering zu halten, hat British Airways Maschinen von Konkurrenten gechartert, in anderen Abteilungen Freiwillige als Ersatz für das Kabinenpersonal organisiert und Reisende auf andere Flüge umgebucht. Am Samstag und Sonntag sollten jeweils 49 000 Passagiere abgefertigt werden. An einem durchschnittlichen März-Wochenende sind es pro Tag 75 000. Am Londoner Flughafen Heathrow sollten mehr als 60 Prozent der BA-Langstreckenflüge wie geplant stattfinden, bei den Kurzstrecken allerdings nur rund 30 Prozent.

Der Ausstand soll nach den Plänen der Gewerkschaft bis einschliesslich Montag dauern, Auswirkungen dürfte er aber auch noch in den Folgetagen haben. Am 27. März soll ein viertägiger Streik folgen, der erhebliche Auswirkungen auf den Osterreiseverkehr haben würde. Beide Streiks zusammen könnten BA Schätzungen zufolge mehr als die 63 Millionen Pfund (100 Millionen Franken) kosten, die das Unternehmen mit den geplanten umstrittenen Massnahmen einsparen will.

(dapd)

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