Rüstungsindustrie

29. Oktober 2012 16:02; Akt: 29.10.2012 23:19 Print

Massenentlassung bei Rheinmetall in Zürich

von S. Spaeth - Der Rüstungskonzern Rheinmetall Air Defence baut in Zürich 80 Stellen ab. Das entspricht mehr als zehn Prozent der Belegschaft. Grund dafür sind rückläufige Rüstungsbudgets in Europa.

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In der Schweiz beschäftigt der Rheinmetall Konzern im Schwerpunktbereich Flugabwehr rund 770 Personen. (Bild: Keystone)

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Schlechte Nachricht für den Wirtschaftsraum Zürich. Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall baut in Oerlikon 80 Arbeitsplätze ab. In der Schweiz beschäftigt der Konzern im Schwerpunktbereich Flugabwehr rund 770 Personen. «Bei mehr als zehn Prozent der Belegschaft spricht man von einer Massenentlassung», sagt Hansjörg Schmid, Kommunikationsverantwortlicher bei Angestellte Schweiz zu 20 Minuten Online.

Rheinmetall-Sprecher Peter Rücker bestätigt die Abbaupläne auf Anfrage: «Aufgrund von Kürzungen bei den Verteidigungsbudgets vieler europäischer Regierungen mussten wir reagieren», so Rücker. Die internationalen Marktentwicklungen seien nicht gut, weshalb es am Standort Zürich Effizienzsteigerungen brauche. Laut Rücker will Rheinmetall längerfristig am Standort Zürich festhalten und ihn mit den getroffenen Massnahmen stärken. Sorgen macht Rheinmetall Air Defence auch der starke Franken. «Deswegen müssen wir neue Märkte erschliessen, was aber mit enormem Konkurrenz- und Preisdruck einhergeht», so Rücker.

Rund 40 erhalten den blauen Brief

Erste Kündigungen dürften im November erfolgen. Die gesamten Entlassungen dürften bis im Frühjahr 2013 umgesetzt sein, wobei im Dezember keine Kündigungen erfolgen sollen. Den blauen Brief dürften nur rund 40 Personen erhalten, der Rest soll über Frühpensionierungen und die natürliche Fluktuation abgebaut werden. «In der Konsultationsphase ist es den Arbeitnehmervertretern gelungen, die Kündigungen sozialverträglich zu gestalten», so Schmid, der findet, dass es viel schlimmer hätte kommen können. Aufgrund der noch andauernden Gespräche will sich Unternehmenssprecher Rücker nicht auf die Zahl von 40 Kündigungen behaften lassen.

Bei Massenentlassungen gibt es in der Schweiz laut Gesamtarbeitsvertrag ein Konsultationsverfahren für die Sozialpartner, bei dem auch Angestellte Schweiz mit dabei war. Das Verfahren dauerte bis am 25. Oktober. Laut Rheinmetall-Sprecher Rücker werden die Kündigungen sowohl Mitarbeiter der Produktion als auch Angestellte aus der Verwaltung betreffen.

Rheinmetall Air Defence ist Teil des Rheinmetall Konzerns, der in den Bereichen Automobil und Rüstung weltweit gegen 10 000 Mitarbeiter zählt. Die Unternehmensgruppe macht einen Umsatz von rund 2,1 Milliarden Euro. Rheinmetall Air Defence in Zürich ist die ehemalige Waffenfabrik Oerlikon Contraves, die 2009 in den deutschen Konzern integriert wurde.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael Reusser am 29.10.2012 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Berichte

    Finde die Berichte von S. Spaeth immer sehr fundiert! Besten Dank

  • Andre Hueber am 29.10.2012 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    schade

    schade das ist die falsche entwicklung wir sollte aufrüsten nicht ab... vorallem die flugabwehr des schweizers wichtigste deffensive waffe :(

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  • Hans Rudi am 29.10.2012 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry Massenentlassungen Das ich nicht..

    Sorry Massenentlassungen, Das ich nicht Lache, Massenentlassungen sind sowas wie bei Schlecker in DE wo von heute auf morgen 13 000 Leute auf der Strasse Stehen. wo ich sagen muss, bei den 400 Mitarbeitern bei der UBS da könnte man von einer Massenentlassung reden, wenn die Bank nur 10 000 Mitarbeiter Hätte, aber nachdem das ca 1 % der Belegschaft ist sage ich nein auch bei der UBS ist es keinen Massen entlassung. Sorry, 40 Kündigungen sind Lächerlich, Das gibts in Europa Täglich

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael Reusser am 29.10.2012 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Berichte

    Finde die Berichte von S. Spaeth immer sehr fundiert! Besten Dank

  • Dani am 29.10.2012 20:15 Report Diesen Beitrag melden

    Stop den Waffen und Stop die Kriege

    Eigentlich nur schade, dass die Rüstung und Waffenindustrie nicht weltweit zurückgeht und die Menschheit immer noch Krieg spielen muss. Aber wenn dieser Wirtschaftszweig zurückgeht, sollte man nicht den verlorenen Stellen nachtrauern, diese Leute finden sicher etwas Neues. Man könnte es auch damit vergleichen, wie wenn eine Tabakfabrik schliesst, die ohnehin nichts ausser schädlichen Raucherwaren herstellt. Manche verlieren vielleicht ihre Stelle, dafür behalten andere vielleicht ihr Leben etwas länger?!

  • Hitsch am 29.10.2012 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    BekanntesProblem

    Ich hatte auch einen Beruf der abhängig vor der Angst vom Krieg war. Vor ca 20 Jahren warnte Prof Spielmann Strategieexperte von den neuen Gefahren die Probleme bereiten werden und diese nicht auf einem Kriegsschauplatz ausgetragen werden. Auch die Neutralität sei eine Sache auf die Rücksicht genommen müsse. Die Waffenindustrie habe keine sichere Zukunft, was hat man gemacht, alles nur nicht "umgestiegen".

  • JR JR am 29.10.2012 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rüstung, Pharma und Nahrung

    Wenn die drei anfangen zu entlasten stehts schlecht um die Wirtschaft und die nächsten Jahre werden böse ...

  • NekoBishi am 29.10.2012 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin raus

    Ich arbeite die letzen 4 Jahre in dieser Firma und wurde nun entlassen. Danke

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