Bern

08. November 2010 23:04; Akt: 08.11.2010 23:18 Print

«Wir konnten der Visa die Gebühr nicht verbieten»

von Gérard Moinat - Die Wettbewerbs-kommission Weko begrüsst den Kampf gegen den Debitkarten-Platzhirsch Maestro.

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Den Konsumenten droht ein Zuschlag von durchschnittlich 20 Rappen auf Transaktionen mit Debitkarten. Händler und Konsumentenschützer laufen dagegen Sturm. Schuld ist die Weko, die eigentlich für tiefe Preise sorgen sollte. Sie genehmigte Visa für den Markteintritt höhere Gebühren. Rafael Corazza, Direktor des Weko-Sekretariats, wehrt sich.

Herr Corazza, wieso erlaubt die Weko einen Aufschlag, wenn absehbar war, dass am Ende alle mehr zahlen müssen?
Wir konnten der Visa nicht verbieten, die Gebühr zu erheben. Visa ist nicht marktbeherrschend, und es macht auch keinen Sinn, einen Markteintritt zu erschweren. Der Neueintritt bringt Wettbewerb und nützt Konsumenten wie Händlern.

Hätten Sie nicht voraussehen müssen, dass Maestro dann auch eine Gebühr von 20 Rappen verlangen wird?
Maestro brauchte uns nicht, um auf die Idee zusätzlicher Gebühren zu kommen. Die Banken taten das bereits 2006. Und damals wiesen wir die Forderung ab. Ob die neue Forderung rechtens ist, klären wir ab.

Der Detailhandel arbeitet an einem eigenen Karten-System. Was halten Sie davon?
Umso besser, wenn sich der Detailhandel wehrt und sich dem Diktat von Maestro selbst entziehen kann.

Hätten Sie nicht schon früher intervenieren müssen?
Wir haben eingegriffen. Was wir nicht können, ist, neue Anbieter aus dem Boden stampfen.

FDP-Nationalrat Otto Ineichen will vom Bundesrat wissen, ob staatliche Regeln für den bargeldlosen Zahlungsverkehr nötig sind. Was bringt das?
Im Moment sind keine neuen Regeln nötig. Aber Ineichen hat einen wunden Punkt getroffen. Einerseits macht er darauf aufmerksam, wie beschränkt unsere personellen Ressourcen sind. Andererseits streicht er heraus, dass Zahlungsmittel nicht beliebig viel kosten dürfen.

Droht die Rückkehr zum Bargeld?
Nein, wenn sich viele um den Kuchen prügeln, ist das für den Konsumenten und die Detailhändler eine gute Sache. Und solange das bargeldlose Zahlen einen Zusatznutzen bringt – und das tut es –, ist seine Existenz nicht gefährdet.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • lukas am 08.11.2010 23:33 Report Diesen Beitrag melden

    idioten...

    wozu braucht es visa als debitkarte, wenn maestro gratis ist?

  • Marc Dimanch am 09.11.2010 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Duopol- MARKT - VERSAGEN

    In der Schweiz herrschen lauter Duopole. Solange die "Lehrmeinung" Konkurrenz -> zweier Konkurrenz verbillige die Waren und Leistungen, sitzt einem Marktversagen auf. Solange die "Politmeinung" der "Bürgerlichen" gebetsmühlenartig weiterläuft, ändert sich nichts zugunsten der Konsumenten! Wir haben eh einen "lausigen" Konsumentenschutz...->Konsumenten wählt anders!

  • thurgauer am 09.11.2010 06:30 Report Diesen Beitrag melden

    Paranoid ?

    Plastikgeld hinterlässt Spuren ... und da ist die Bundesverwaltung natürlich interessiert daran. Solange mit Cash bezahlt wird hinterlasse ich keine Spuren ... Es geht die Herren in Bern rein gar nichts an was ich mache ! Ich habe übrigens vor einem Jahr die letze Kreditkarte zerschnitten und zurückgeschickt ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Renato Osca am 10.11.2010 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Kostenwahrheit

    Die Abwicklung von Bargeld ist ebenfalls nicht gratis und kostet den Händler rund 1% des Umsatzes (die Bargeldproduktion, die der Staat bezahlt, nicht eingerechnet). Das Debitsystem ist für die Banken nicht lukrativ, davon profitiert in erster Linie der Handel! Also was soll dieses ständige Gejammer?

  • Marc Dimanch am 09.11.2010 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Duopol- MARKT - VERSAGEN

    In der Schweiz herrschen lauter Duopole. Solange die "Lehrmeinung" Konkurrenz -> zweier Konkurrenz verbillige die Waren und Leistungen, sitzt einem Marktversagen auf. Solange die "Politmeinung" der "Bürgerlichen" gebetsmühlenartig weiterläuft, ändert sich nichts zugunsten der Konsumenten! Wir haben eh einen "lausigen" Konsumentenschutz...->Konsumenten wählt anders!

  • thurgauer am 09.11.2010 06:30 Report Diesen Beitrag melden

    Paranoid ?

    Plastikgeld hinterlässt Spuren ... und da ist die Bundesverwaltung natürlich interessiert daran. Solange mit Cash bezahlt wird hinterlasse ich keine Spuren ... Es geht die Herren in Bern rein gar nichts an was ich mache ! Ich habe übrigens vor einem Jahr die letze Kreditkarte zerschnitten und zurückgeschickt ...

  • lukas am 08.11.2010 23:33 Report Diesen Beitrag melden

    idioten...

    wozu braucht es visa als debitkarte, wenn maestro gratis ist?