Kreditwürdigkeit

03. Januar 2013 07:12; Akt: 03.01.2013 07:14 Print

Moody's droht USA mit Entzug der Bestnote

Nach dem Haushaltskompromiss hat die Ratingagentur Moody's den US-Kongress zu weiteren Schritten zur Reduzierung des Haushaltsdefizits aufgefordert. Andernfalls drohe ein Entzug der Bestnote «Aaa».

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Bereits im September hatte die Ratingagentur Moodys gedroht, die Kreditwürdigkeit der USA herabzusetzen. (Bild: colourbox)

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Nach dem Kompromiss um das US-Staatsbudget hat die Ratingagentur Moody's den Kongress zu weiteren Schritten zur Reduzierung des riesigen Defizits aufgefordert. Andernfalls drohe den USA ein Entzug der Bestnote «Aaa».

Das vom Kongress verabschiedete Paket zur Umschiffung der sogenannten Fiskalklippe gehe nicht weit genug, warnte die Ratingagentur am Mittwoch. Unter anderem gehe die Einigung nicht auf die Schuldenobergrenze ein, die zum Ende des Jahres 2012 erreicht wurde.

Moody's hatte bereits im September damit gedroht, die Kreditwürdigkeit der USA um eine Stufe herabzusetzen, sollten die Verhandlungen über den US-Haushalt scheitern. Die Ratingagentur beliess den Ausblick für die US-Kreditwürdigkeit am Mittwoch bei «negativ».

Die USA stossen voraussichtlich Ende Februar an ihre selbst gesetzte Schulden-Obergrenze. Moody's will nun abwarten, wie sich die Debatte über die Erhöhung dieser Grenze in den kommenden Monaten entwickelt.

S&P bleibt bei «AA»

Die Ratingagentur Standard& Poor's (S&P) bewertet die USA seit bald eineinhalb Jahren nur noch mit «AA». Sie sieht sich durch den Kompromiss im Haushaltsstreit nicht zu einer Heraufstufung der Kreditwürdigkeit des Landes veranlasst. Die Einigung ändere nichts am «negativen» Ausblick, urteilten die Bonitätswächter.

S&P begründete die zurückhaltende Einschätzung des Kompromisses damit, dass die US-Staatsfinanzen dadurch mittelfristig nicht stabiler würden. Die Einigung zum Jahreswechsel verhinderte automatisch eintretende Steuererhöhungen für praktisch alle Amerikaner sowie Ausgabenkürzungen. Positiv bewertete S&P, dass sich das Risiko einer Rezession verringert habe.

In der Nacht zum Mittwoch hatte das US-Repräsentantenhaus einem Kompromissentwurf zugestimmt, der 98 Prozent aller Haushalte vor Steuererhöhungen bewahrt und pauschale Ausgabenkürzungen quer durch alle Bereiche um zwei Monate hinauszögert. Der Senat hatte dem Entwurf bereits in der Nacht zum Dienstag zugestimmt.

Das jährliche US-Haushaltsdefizit belief sich in den vergangenen vier Jahren auf mehr als eine Billion Dollar. Die Staatsverschuldung liegt derzeit bei über 16 Billionen Dollar.

(dapd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcel am 03.01.2013 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Willkürl?

    Was rechtfertigt eine Note von AAA wenn sich ein Land nicht zum ersten Mal kurz vor dem Konkurs befindet, ihre Währung praktisch den Chinesen gehören und kaum eigene Rohstoffe besitzen, aber am meisten verschleudern? Nicht nachvollziehbar

  • Hans Müller am 03.01.2013 05:18 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr interessant

    Das ist ja mal sehr interessant. USA hat noch AAA. Was für ein witz. Dann muss ja Italien und Greichenland und Spanien wenigstens ein A haben, oder wird die USA nur gut benotet, weil Moodys ihren Sitz in den USA haben?

  • Heiri am 03.01.2013 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    AAA(men)

    Was gibt es Schöneres als das Jahr mit einem Spässchen zu beginnen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jim B. am 06.01.2013 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    Junkbonds

    Amerika ist ärmer als Griechenland. Noch nie in der Geschichte der Menschheit hatte ein Land mehr Schulden als Amerika. Es ist unmöglich für Amerika das zurückzubezahlen. Und sobald die Leute das verstanden haben, ist das Spiel vorbei.

  • Kinn Haken am 03.01.2013 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    höchstens ein A

    Vermutlich hätte die USA objektiv bewertet nur noch ein A. Betrachtet man zB neben den offiziellen Arbeitslosen noch alle ausgesteuerten Menschen, sind 20-25% ohne Arbeit. Zudem ist die Lohnschere enorm (nicht annähernd zu vergleichen mit der Schweiz). Dazu kommt noch Rassismus, Missachtung der Menschenrechte, Folter, Mord und akzeptierte Vergewaltigung in den Gefängnissen etc: ein Land der Barbaren! Die Ratingagenturen müssen unbedingt mit ungerechtfertigtem angelsächsischen Protektionismus aufhören.

  • Jolly Rog am 03.01.2013 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    bezahlte Willkür

    Ratingfirmen sind sowieso ein Witz - die USA dürfte schon lange nicht mehr das Höchstrating haben. Das Ganze ist ein Witz... Und wenn man mal schaut wie die 3 grossen Ratingagenturen z.B. Lehmann kurz vor dem Zusammenbruch bewertet haben - dann merkt man erst recht, dass das absolut unseriös ist... Oder wie ich in einem Sketsch mal gehört habe - Ratingfirmen machen was ihr Name schon sagt, sie raten!

  • brumm am 03.01.2013 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Haha

    Da wird sich wahnsinnig was ändern wenn man kein aaa hat.

  • Bruder Motzi am 03.01.2013 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig lächerliche Drohung!!

    .. und das Schmierentheater geht weiter und die ach so "kluge" Börse reagiert darauf.... tzz tzz