Kaderlöhne

05. Juli 2017 14:53; Akt: 05.07.2017 15:52 Print

So viel verdienen die Chefs der Bundesbetriebe

SBB-Chef Andreas Meyer erhielt als einziger Chef eines Bundesbetriebs mehr als eine Million Franken Lohn. Künftig soll es Obergrenzen geben.

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Die Arbeit von Susanne Ruoff, Konzernleiterin der Post, wurde 2016 mit 974'178 Franken vergütet. Daniel Weder, CEO von Skyguide, bekam im vergangenen Jahr 523'116 Franken Lohn. Roger de Weck, Generaldirektor der SRG, erhielt 2016 rund 20'000 Franken weniger Lohn als im Vorjahr. Total waren es 536'314 Franken. Eric Breval, Chef des Ausgleichsfonds AHV/IV/EO Comenpenswiss, bezog 392'638 Franken – drei Franken mehr als 2015. Der abtretende Direktor von Schweiz Tourismus, Jürg Schmid, erhielt 2016 rund 35'000 Franken weniger Lohn als 2015: insgesamt 388'345 Franken. Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt wird von Gian-Luca Bona (im Bild rechts von Bundesrat Johann Schneider-Ammann) geleitet. Sein Lohn betrug im vergangenen Jahr 312'519 Franken. Lino Guzzella, Präsident der ETH Zürich, kam 2016 – wie im Vorjahr – auf einen Gesamtvergütung von 350'172 Franken. Mark Branson, Direktor der Finanzmarktaufsicht Finma, erhielt 2016 etwas mehr als 550'000 Franken Lohn. Der variable Lohn von Ruag-CEO Urs Breitmeier sorgt immer wieder für Diskussionen. 2016 fielen die variablen Lohnanteile fast 150'000 Franken tiefer aus als im Vorjahr. Insgesamt erhielt Breitmoser 912'468 Franken, 2015 waren es 1'010'236 Franken. Andreas Spillmann, Direktor des Schweizerischen Nationalmuseums, bezog 2016 einen Lohn von 255'770 Franken. Jürg Schnetzer, Direktor der Schweizerischen Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Heilmittel Swissmedic, erhielt im vergangenen Jahr 301'538 Franken Lohn. Das ist gleich viel wie im Vorjahr. Felix Weber, Chef der Unfallversicherung Suva, erhielt 2016 gut 583'000 Franken Lohn – rund 90'000 Franken weniger als im Vorjahr. Andreas Meyer war 2016 der bestbezahlte Chef eines Bundesbetriebs. Er erhielt 1'051'571 Franken. Sein Fixlohn beträgt 600'000 Franken.

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Die Löhne und Boni der Chefs bundesnaher Betriebe sind im vergangenen Jahr gesunken. Topverdiener war SBB-Chef Andreas Meyer: Er musste keine Einbussen hinnehmen und kam als Einziger auf über eine Million Franken.

Meyers Fixlohn stieg auf 600'000 Franken, die Boni blieben bei rund 336'300. Zusammen mit den Nebenleistungen kam der SBB-Chef auf exakt 1'051'571 Franken. Im Vorjahr waren es 1'046'186 Franken gewesen.

Weniger Bonus für Ruag-Chef

An zweiter Stelle folgt Post-Chefin Susanne Ruoff. Sie verdiente allerdings mit 974'178 Franken etwas weniger als im Vorjahr (984'521). Der Fixlohn blieb bei 610'000 Franken, die Boni sanken auf rund 316'800 Franken. Das ist dem Kaderlohn-Reporting zu entnehmen, das der Bundesrat am Mittwoch veröffentlicht hat.

Der Chef des Rüstungskonzerns Ruag, Urs Breitmeier, erhielt noch 912'468 Franken. Im Vorjahr war er auf über eine Million Franken gekommen, was breite Kritik auslöste. Breitmeiers Fixlohn stieg 2016 zwar von 460'000 Franken auf 523'500 Franken, die Boni sanken aber von fast 500'000 auf rund 354'000 Franken. Hinzu kamen Nebenleistungen wie Spesenpauschalen im Umfang von 35'000 Franken.

Mehr Lohn für PostFinance-Chef

Suva-Chef Felix Weber erhielt rund 583'300 Franken. Sein Vorgänger hatte im Vorjahr 677'700 Franken erhalten. Finma-Chef Mark Branson stagnierte bei 552'300 Franken (Vorjahr: 552'000).

Der scheidende SRG-Chef Roger de Weck kam noch auf 536'300 Franken (557'400), der Chef von Skyguide auf 523'100 Franken (548'200). Der Direktor von Schweiz Tourismus musste sich mit 388'300 Franken zufrieden geben. Im Vorjahr hatte er noch rund 425'000 Franken verdient.

Markant mehr verdiente letztes Jahr dagegen der Chef von Postfinance mit 810'000 Franken (726'800), etwas mehr erhielten der Chef der Revisionsaufsichtsbehörde (RAB) mit 325'800 Franken (318'100) und der Chef der Identitas, eines IT-Dienstleisters in der Landwirtschaft, mit 243'500 Franken (240'900).

Nicht aufgeführt im Kaderlohn-Reporting des Bundes ist das Gehalt der Swisscom-Führung. Das börsenquotierte Unternehmen ist von der Kaderlohnverordung des Bundes ausgenommen. Swisscom-CEO Urs Schaeppi erhielt 2016 rund 1,8 Millionen Franken Lohn.

Löhne werden begrenzt

Der Bundesrat hatte im Herbst beschlossen, die Vergütungen der obersten Kader stärker zu steuern. Als Alleinaktionär oder Eigner habe er eine beherrschende Stellung in den Unternehmen, hielt er damals fest. Das erlaube ihm, auch ohne formalisierte Kompetenzen Massnahmen durchzusetzen. Die Auswirkungen der Regierungsbeschlüsse werden aber erst ab dem Berichtsjahr 2019 sichtbar sein.

Die Unternehmen Post, SBB, Skyguide, Ruag, Identitas und Sifem müssen zunächst ihre Statuten ändern. Die Generalversammlungen erhalten die Kompetenz, jährlich im Voraus eine Obergrenze für die Honorare des obersten Leitungsorgans, dessen Vorsitz sowie für die Entlöhnung der Geschäftsleitung festzulegen. Erstmals werden sie das 2018 für das Jahr 2019 tun.

Weiter werden die Boni und Nebenleistungen im Verhältnis zum Fixlohn begrenzt: Der variable Lohnanteil – also der Bonus – der einzelnen Geschäftsleitungsmitglieder darf höchstens 50 Prozent des fixen Lohnanteils betragen, die Nebenleistungen dürfen nicht mehr als zehn Prozent ausmachen. Die Regelung zu den Nebenleistungen gilt sowohl für die Aktiengesellschaften als auch für die Anstalten und Stiftungen des Bundes.

(lin/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sigi Milde am 05.07.2017 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbieten!

    Soviel Geld ist kein Verdienst , die Löhne sind traurig! Schämt euch!

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  • Remo am 05.07.2017 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Darstellungssache

    Von verdienen würde ich hier nicht sprechen, sondern von eigenherrlichen Bezügen eher.

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  • Ernst am 05.07.2017 15:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überrisssen

    Ich muss den Artikel nicht mal lesen und weiss im vorhinein, dass denen ihre Löhne überrissen hoch ausfallen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jns am 07.07.2017 15:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Relativ angemessen 

    Wenn man beispielsweise bedenkt, dass Rainer Maria Salzgeber fürs Moderieren über 600'000 Franken im Jahr kassiert, so sind die Löhne dieser höchsten Führungspersonen mit grosser Verantwortung und unzähligen Überstunden auch nicht so übertrieben. Allgemein scheint es akzeptiert zu sein, dass in der Sport- und Unterhaltungsbranche unglaubliche Summen bezahlt werden, sobald aber ein Manager gut verdient, sind alle am jammern.

  • Phew am 07.07.2017 07:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nur mal so

    Ich verdiene nicht schlecht und muss mich dafür ständig rechtfertigen. An die Neidhammel da draussen: All die Male, als ich nicht an Veranstaltungen konnte weil ich entweder lernen oder arbeiten musste; all die Dinge, auf die ich verzichtet habe, zahlen sich nun aus. Vorher habt ihr dumme Sprüche fallen lassen, weil ich mich in Verzicht und Fleiss geübt habe; nun spottet ihr, weil ich die Früchte meiner Arbeit geniesse. "Ungerecht" schreit ihr? Nein, es ist die gerechteste Sache der Welt. Ungerecht wäre es, wenn ihr ohne einen einzigen Tropfen Schweiss gleich weit wärt!

  • Markus Eggenberger am 06.07.2017 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliera

    Egal wie viel, es ist zu viel.

  • zubitiger am 06.07.2017 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Achtung

    Alle, die jetzt über die hohen Saläre lästern, worauf verfasst ihr euren Kommentar? Der Apple Chef kassierte letztes Jahr nur lächerliche 115 Mio. Dollar.

    • Daniel Wichtig am 07.07.2017 12:20 Report Diesen Beitrag melden

      Hallo

      Ja in der freien Marktwirtschaft. Und nicht von Steuerzahlern

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  • Pierre am 05.07.2017 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RAB Chef 325800

    eine Frechheit für das er mit seiner praxisfremden Vorgehensweise die ganze KMU Treuhandbranche inkl. KMUs mit enormen Kosten belastet und absolut nichts bringt.