Insolvenzantrag

13. November 2012 17:27; Akt: 13.11.2012 17:27 Print

«Frankfurter Rundschau» vor dem Aus

Das deutsche Traditionsblatt «Frankfurter Rundschau» hat einen Insolvenzantrag eingereicht. Den Angestellten droht die Kündigung.

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«Frankfurter Rundschau»: Das Traditionsblatt steht vor dem Aus. (Bild: Keystone)

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Der traditionsreichen Tageszeitung «Frankfurter Rundschau» (FR) droht das Aus. Das Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main habe am Dienstag beim Frankfurter Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt, teilten die Gesellschafter der Zeitung mit.

Im ersten Halbjahr habe es «massive Umsatzverluste im Anzeigen- und Druckgeschäft» gegeben, weswegen die Geschäftsleitung keinen Ausweg mehr gesehen habe.

Hintergrund des Insolvenzantrages sei, dass für die Geschäftsleitung aufgrund der drastischen Umsatzverluste «keine Perspektive der Fortführung des Unternehmens» in der bisherigen Form mehr erkennbar gewesen sei, erklärten die Gesellschafter.

Aus Sicht des Managements habe «keine Chance für ein Verlassen der Verlustzone» bestanden. «Wesentliches Ziel» sei aber, den Geschäftsbetrieb fortzuführen.

SPD mit Anteil

Das Verlagshaus gehört mehrheitlich der Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg, die auch die «Berliner Zeitung» herausgibt. Daneben ist die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) über ihre Medienholding DDVG beteiligt, Anteilhalter ist zudem auch die Karl-Gerold-Stiftung, die nach dem früheren Herausgeber und Chefredakteur der FR benannt ist.

Als vorläufiger Insolvenzverwalter sei der Frankfurter Anwalt Frank Schmitt bestellt worden, teilten die Gesellschafter mit. Schmitt prüfe nun die Vermögenslage sowie «mögliche Sanierungsansätze». Auch habe es erste Gespräche mit dem Betriebsrat gegeben.

Gewerkschaft bestürzt

Die Mitarbeiter der Zeitung wurden den Angaben der Gesellschafter zufolge am Dienstagnachmittag auf einer Betriebsversammlung über die Lage informiert. Löhne und Gehälter seien bislang bezahlt worden. Bis Ende Januar 2013 seien die Bezüge der Beschäftigten vorerst durch Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.

Die Gewerkschaft Verdi reagierte bestürzt auf den Insolvenzantrag. «Das ist ein schwarzer Tag für die Beschäftigten in Redaktion, Verlag und Druckereien und ein schwarzer Tag für die Pressevielfalt in Deutschland», erklärte Verdi-Vize Frank Werneke.

Die Einsparungen der vergangenen Jahre und Konzepte der Gesellschafter seien für die Zeitung fatal gewesen. Einst sei die «FR» als Zeitung von überregionaler Bedeutung wahrgenommen worden. Der Charakter der Zeitung sei jedoch vom Haupteigner DuMont «bis zur Unkenntlichkeit geschliffen und das Blatt auf regionale Bedeutung herabgestuft» worden.

Die «FR» kämpft wie viele andere Tageszeitungen mit schwindenden Verkaufszahlen. In dem Verlagshaus arbeiten laut Verdi rund 500 Menschen, davon etwa ein Fünftel in der Redaktion.

(sda/dapd)

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