Smart Toy

30. August 2017 05:47; Akt: 30.08.2017 05:47 Print

Spielzeuge spionieren das Kinderzimmer aus

Hersteller setzen auf vernetzte Spielwaren. Ein neuer Test zeigt, dass dabei die Privatsphäre oft vernachlässigt wird.

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Viele neue Spielzeuge lassen sich über Apps mit Smartphones verbinden. Puppen, Plüschtiere oder Roboter können so zum Tanzen animiert, per Sprachbefehl bewegt oder für ein Ratespiel genutzt werden. Doch vernetzte Spielzeuge sind nicht unproblematisch, wie ein neuer Test von sieben sogenannten Smart Toys der Stiftung Warentest zeigt. Die untersuchten Spielzeuge sind zum grössten Teil auch bei Schweizer Händlern erhältlich.

Als besonders kritisch wurden die oft ungesicherten Funkverbindungen zwischen Smartphone und Spielzeug eingestuft. Das ist laut Stiftung Warentest etwa beim i-Que-Roboter der Fall. Dritte könnten sich dort unbemerkt per Bluetooth mit dem Spielzeug verbinden und mit dem Kind kommunizieren.

Die Verbindung sei dabei völlig ungesichert, ein Passwort oder PIN-Code werde nicht benötigt. Jeder Smartphone-Besitzer kann so den Roboter kontrollieren, an das Spielzeug Nachrichten senden oder Antworten empfangen. Die Reichweite von Bluetooth sei bei i-Que zwar auf etwa zehn Meter beschränkt, allerdings kann gemäss dem Test auch eine Verbindung durch Hauswände hindurch hergestellt werden.

Kriminelle erbeuten massenhaft Daten

Auch beim Toy-Fi Teddy und beim Roboterhund Wowwee seien die Bluetooth-Verbindungen nicht geschützt. Die App von Wowwee leite zudem eine Reihe von Informationen zum Smartphone an Drittanbieter weiter. Und auch das Surfverhalten könne durch einen Tracker möglicherweise aufgezeichnet werden, heisst es im Testbericht.

Die vernetzten Spielzeuge verfügen teilweise über Mikrofone und Kameras, die für die Interaktion mit den Kindern benötigt werden. Bilder und Sprachdaten können dabei an Server der Spielzeugfirmen übertragen werden. In der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass solche Daten leicht für Kriminelle zugänglich sind.

Im vergangenen Winter deckten Sicherheitsforscher auf, dass der Hersteller Spiral Toys seine Informationen online nur unzureichend gesichert hatte. Auf einfachste Weise konnten die Forscher so auf über zwei Millionen persönliche Sprachnachrichten und über 800'000 E-Mail-Adressen zugreifen. Im Herbst 2015 gab es beim Hersteller VTech ein Datenleck, wobei 4,8 Millionen Datensätze, die etwa Vornamen oder Geburtstage von Kindern enthielten, entwendet wurden.

(lin)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 30.08.2017 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spione am Babybett

    Soweit ist unsere dekadente digitale Gesellschaft schon.

  • Kritiker am 30.08.2017 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh mein Kind ist verändert

    Das erstaunt mich doch sehr! (Ende des Sarkasmus) Warum wohl gehört das Netz nicht ins Kinderzimmer?

  • jane77 am 30.08.2017 06:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    logo

    und dann sich wundern wen schon Kinder nur noch mit Handy in der Hand rumlaufen. das ist kein Spielzeug sondern eine zu Spielzeug verarbeitete App

Die neusten Leser-Kommentare

  • Linda am 31.08.2017 06:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mehr hinterfragen

    als Konsument müsste man die digitale Welt viel mehr hinterfragen. braucht es das wirklich, wer hat was davon??

  • Snuff89 am 30.08.2017 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr normal

    Erschreckend sowas zu lesen. Jetzt muss man sich sogar schon 2 mal überlegen was man dem Kind kauft

  • clini am 30.08.2017 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    niemals

    Sowas würde ich auch nie für meine Kinder kaufen...

  • Reto am 30.08.2017 15:37 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Sorge

    Papi und Mami haben mit ihren Amazon und Google Devices längst alle Daten preisgegeben.

  • Dr Waggis am 30.08.2017 14:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Privatsphäre ist wichtig

    Aufgepasst. Auch sogenannte Smart TV sind dank eingebauter Kamera und Mikrofon eine Gefahr. Der Feind in unseren Wohnzimmern hört und sieht was wir machen. Das kann man unterbinden in dem man sich ein paar Stunden mit dem Handbuch auseinander setzt oder einfach im Internet nachforscht wie man Kamera und Mikro auschaltet. Ich rate dazu mindestens die Kamera mit einem Kleber abzudecken. Wenn der Zuckerberg sogar bei seinem eigenen Laptop das so macht, dann sollten wir das auch tun.

    • Sebi am 30.08.2017 15:39 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht alle

      Zumindest die Top-TV-Geräte von Samsung verfügen über keine Kamera mehr. Was von Google und Amazon kommt, meide ich wie der Teufel das Weihwasser.

    • And Justice 4 All am 31.08.2017 07:52 Report Diesen Beitrag melden

      Heuchlerisch

      Top und Samsung sind 2 Worte die nicht zusammen in einen Satz passen! Samsung war einer der ersten die im heimischen Wohnzimmer mithörte und filmte. Aber so sind die Menschen eben, wenn sie meinen "ihre" Marke sei Unantastbar, somit werden solch äusserst negativen Aspekte einfach mal vergessen. Ist wie bei VW, massiver Betrug, doch kaufen die Leute weiter Autos von diesem Konzern. Bravo!

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