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Vom Spiel zur Sucht
11. September 2012 19:58; Akt: 11.09.2012 20:19 Print
Viele Casino-Besucher sperren sich selbst
von T. Hirsekorn - 32000 Zocker haben ausgespielt: Die Anzahl der Sperren für Casino-Besucher hat sich seit 2001 mehr als versechsfacht. Daran sind nicht nur die Casinos Schuld.

Wenn das Spielen zur Sucht wird: 32000 Zocker sind gesperrt. (Bild: Keystone)
Immer mehr Casino-Gängern bleibt der Zugang zu den Spielhallen verwehrt. Gemäss der Schweizerischen Spielbankenkommission hat sich die Gesamtzahl der Spielsperren zwischen 2001 und 2011 auf 32410 versechsfacht.
Kosten von einer halben Milliarde FrankenGemäss einer im Juli 2012 publizierten Studie des Universität Neuenburg verursacht exzessives Glücksspiel jährlich zwischen 545 und 658 Millionen Franken an sozialen Kosten. 2011 flossen gemäss Eidgenössischer Spielbankenkommission rund 360 bzw. 59 Millionen Franken der 19 Casinos an Bund und Kantone. 557 Millionen Franken lieferten die Lotterien an kantonale Fonds und Wohlfahrts-Organisationen.
Gingen 2002 noch 495 Sperren ein, waren es 2011 bereits 3494 – ein neuer Höchstwert. Grund für den Anstieg ist mitunter das im Jahr 2000 in Kraft getretene Spielbankengesetz. Dieses erlaubt neben den Casinobetreibern auch Angehörigen, bei einem Casino einen Antrag auf Spielsperre zu stellen, der geprüft werden muss.
Bei Verdacht wird gesperrt
«Verhärtet sich der Verdacht auf Spielsucht, verhängen wir eine Sperre», sagt Marc Friedrich, Geschäftsführer des Schweizerischen Casinoverbandes. Mehrheitlich veranlasse diese die Spieler jedoch selbst. 80 Prozent der Sperren beträfen Männer, die Hälfte davon seien zwischen 25 und 45 Jahren alt.
Für Silvia Steiner der Präventionsstelle Sucht Schweiz ist klar: «Die Sozialkonzepte der Casinos scheinen zu funktionieren.» Die Hürden für die Aufhebung einer Sperre seien teilweise grösser geworden. Richard Blättler vom Fachverband Sucht ergänzt: «Je grösser das Angebot, desto mehr Fälle von Spielsüchtigen.»
120000 Spielsüchtige in der Schweiz
In der Schweiz gibt es rund
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Alle 12 Kommentare

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Kontrolliert spielen.
Wenn ich mit 100 Franken vernünftig z. B. auf Rot/Schwarz setzte, dann kann ich dieses Kapital 72 mal umsetzten bis es verloren ist. Also 2 Monate täglich eine Stunde Vergnügen für 100 Franken, günstiger können sie die Freizeit nicht verbringen.
Nichts wirkt, alles Schein!
Ich hatte früher mal in so einem Casino gearbeitet. Die Aufsichtsbehörde scheint eine Steigerung der gesperrten Personen von Jahr zu Jahr zu verlangen. Jedenfalls kamen die Chefs im November auf uns zu und meinten wir müssten noch Leute sperren, weil die Zahlen vom letzten Jahr noch nicht erreicht wurden. Das ist also eine künstlich herbeigeführte Steigerung, damit es diese auch gibt und sozusagen die Zahlen stimmen.
Sozialkonzepte Casinos
Dass die Sozialkonzepte der Casionos funktionieren sollen ist absolut lachhaft - reine Augenwischerei. Dies zeigt ja nur schon, dass sich die Mehrheit der Gesperrten selber zu diesem Schritt entschliesst. Die Casinos sind rein Umsatz gesteuert - das heisst, je mehr Umsatz, desto höher der Gewinn aufgrund der Gewinnvorteile bei den Spielen für das Casino. Und wer beisst schon die Hand, die ihn füttert? Also, die ganzen Sozialkonzepte und deren Umsetzung ist nichts weiter als eine grosse Heuchelei und Beruhigungspille für die Politiker.