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23. August 2012 08:32; Akt: 23.08.2012 12:06 Print

Schweizer exportieren Uhren wie wild

Während der Schweizer Aussenhandel insgesamt stagniert, boomen die Exporte der Uhrenindustrie regelrecht: Ihre Zahl hat um 15,4 Prozent zugenommen.

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Der Schweizer Aussenhandel hat im Juli mit 2,9 Mrd. Fr. den zweithöchsten monatlichen Überschuss erzielt, der je gemessen wurde. Das deutliche Plus täuscht allerdings über die insgesamt stagnierende Entwicklung hinweg.

Der hohe Überschuss sei eher auf die rückläufigen Einfuhren als auf die starke Entwicklung der Exporte zurückzuführen, sagte Matthias Pfammatter von der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Die Schere zwischen Exporten und Importen sei in jüngerer Zeit auseinandergegangen. «Bereits in den letzten Monaten gab es immer sehr hohe Überschüsse», sagte er.

Im Juli stiegen die Exporte gegenüber dem Vorjahresmonat arbeitstagsbereinigt um 0,3 Prozent auf 17,4 Mrd. Franken, wie aus den jüngsten Zahlen der EZV hervorgeht. Die Einfuhren summierten sich auf 14,5 Mrd. Franken, was einem Rückgang um 0,2 Prozent entspricht. Im Vergleich mit dem Vormonat Juni gingen sowohl Exporte als auch Importe saisonbereinigt leicht zurück.

Uhrenindustrie glänzt

Unter den einzelnen Branchen schwang erneut die Uhrenindustrie obenauf, welche die Exporte um 15,4 Prozent steigerte. Auch die Chemie- und Pharmaindustrie konnte zulegen: Die wichtigste Exportbranche verzeichnete 8 Prozent mehr Ausfuhren als vor einem Jahr. Am anderen Ende der Skala steht die Maschinen- und Elektronikindustrie, die 10,1 Prozent weniger Exporte verzeichnete.

Die Zahlen geben allerdings ein verzerrtes Bild ab, weil der Juli in diesem Jahr einen Arbeitstag mehr hatte als 2011. Das macht laut Matthias Pfammatter etwa vier bis fünf Prozentpunkte aus.

Unter den importierten Gütern legten mit einem Plus von 23,4 Prozent vor allem die Energieträger zu. Allein die Rohölimporte stiegen um mehr als die Hälfte. Dabei konnte sich Libyen nach dem Sturz Muammar al-Gaddafi wieder als wichtigester Lieferant etablieren und die Exporte in die Schweiz von fast null auf 127 Mio. Fr. steigern.

Exporte in die EU stabil

Unerwartet gut hielt sich im Juli die EU als wichtigster Absatzmarkt der Schweizer Exportindustrie. Die Ausfuhren stiegen um 5,3 Prozent auf 9,79 Mrd. Franken. Besonders stark hätten sich die Exporte nach Frankreich und Grossbritannien entwickelt, erklärte Pfammatter.

Ebenfalls eine starke Nachfrage gab es aus Nordamerika, wohin die Schweizer Wirtschaft 18 Prozent mehr exportierte als im Vorjahr.

Eher enttäuschend habe sich jedoch der Handel mit Asien entwickelt, sagte Pfammatter. Besonders China zeigte weniger Interesse an Schweizer Produkten: Die Exporte ins Reich der Mitte schrumpften um 23 Prozent. Diesen Rückgang vermochte auch die steigende Nachfrage aus dem Mittleren Osten, insbesondere den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien, nicht zu kompensieren.

(sda)