Preis-Nachforderung

27. Juni 2012 06:06; Akt: 27.06.2012 11:59 Print

Katar verhindert Glencore-MegafusionKatar verhindert Glencore-Megafusion

Es sollte eine der grössten Fusionen aller Zeiten werden: Der Zusammenschluss von Rohstoff-Gigant Glencore und Xstrata. Doch die beiden haben die Rechnung ohne Katar gemacht.

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Katar gefährdet in letzter Sekunde den Zusammenschluss der Rohstoff-Giganten Glencore und Xstrata. Mit einer überraschenden Preis-Nachforderung stellt der Staatsfonds des schwerreichen Ölemirats eine hohe Hürde für das 26 Mrd. Dollar schwere Geschäft auf.

Der Golfstaat erklärte in der Nacht zum Mittwoch, Glencore müsse 3,25 eigene Aktien für jeden Xstrata-Anteilsschein bezahlen und nicht wie bislang geplant 2,8. Das wäre ein Aufschlag von 16 Prozent. Die Forderung aus Katar kommt nur kurz vor wichtigen Aktionärstreffen Mitte Juli.

Analysten halten es für möglich, dass Glencore das Umtauschverhältnis auf 3 Aktien erhöht. «Ohne Änderungen ist der Deal gestorben», sagte ein Analyst zur Nachrichtenagentur Reuters. Der Zusammenschluss, der in Kürze über die Bühne gehen sollte, könnte sich um Monate verzögern.

Glencore, wie Xstrata mit Sitz im Kanton Zug, müsse sein Angebot entweder bis Donnerstagabend aufstocken oder die Aktionärsversammlungen vom Juli verschieben, hiess es. Katar ist nach Glencore der zweitgrösste Aktionär von Xstrata und spielt daher bei dem Zusammenschluss eine wichtige Rolle.

Glencore lehnte am Donnerstag auf Anfrage jeglichen Kommentar zur Forderung des Staatsfonds von Katar ab.

Katar stockt auf

Seit Bekanntwerden des Übernahmeangebots im Februar stockte Katar seinen Anteil an Xstrata kräftig auf mehr als zehn Prozent auf. Zusammen mit den britischen Vermögensverwaltern Standard Life und Schroders, die das bisherige Angebot ebenfalls als zu niedrig ablehnen, kommen die Gegner inzwischen auf mindestens 13,3 Prozent der Xstrata-Papiere.

Damit wäre der Anteil bereits gefährlich nahe an der Schwelle von 16,48 Prozent, ab der die Übernahme auf einem Xstrata- Aktionärstreffen am 12. Juli blockiert werden könnte. Glencore ist zwar bereits mit 34 Prozent grösster Anteilseigner von Xstrata, aber nicht stimmberechtigt.

Der Katar-Fonds, der auch an der Credit Suisse, dem Autobauer Porsche oder dem Luxusgüterkonzern LVMH beteiligt ist, galt bisher als stiller Teilhaber. Die Rolle von Katar als Investor scheint sich nun mit der Glencore-Intervention zu verändern.

Rohstoffaktien auf Talfahrt

Der Katar-Staatsfonds erklärte, noch immer den Sinn des Zusammenschlusses anzuerkennen. Er wolle jedoch günstigere Bedingungen erreichen. Ein Banker vermutete hinter der Nachforderung eine koordinierte Aktion mehrerer Aktionäre.

Standard Life und Schroders hatten schon am Tag der Bekanntgabe der Pläne im Februar das Umtauschverhältnis aus zu tief bemängelt. Die Forderung von Katar folgt aber auch auf den Ärger anderer Aktionäre über astronomisch anmutende Managervergütungen als Teil der Fusionsvereinbarungen. Glencore signalisierte inzwischen die Bereitschaft zu möglichen Änderungen.

Megakonzern durch Fusion

Der vereinigte Konzern würde die ganze Wertschöpfungskette im Rohstoffgeschäft vom Abbau bis zum Transport und Verkauf der Bergbauprodukte abdecken. Die Gruppe wäre damit ein mächtiger Weltkonzern mit Einfluss auf den Handel mit Nahrungsmitteln, Industriegütern und Energieträgern.

Mit Umsätzen in Sphären um 210 Mrd. Dollar wäre «Glencore Xstrata plc» zudem eines der Unternehmen mit den höchsten Einnahmen in der Schweiz. Die Aktien von Glencore und Xstrata sind allerdings in London kotiert. Die Konzerne sind bis heute britisch geprägt.

Die Glencore-Xstrata-Fusion wäre schliesslich auch der grösste Zusammenschluss in der Branche seit 2007, als der australische Bergbauriese Rio Tinto den Aluminiumkonzern Alcan für 38 Mrd. Dollar übernahm und damit zugleich eine neue Rekordmarke setzte.

(sda)

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  • Stefan Wider am 27.06.2012 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    immer das gleiche

    ist doch immer so, dass die eine oder andere beteiligte partei kurz vor schluss noch versucht das ganze zu ihren gunsten ein wenig zu verbessern. mal sehen wie weit die jungs vom golf unten das spiel ausreizen werden.

  • Calvin W. am 27.06.2012 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Dann gibts halt keinen Zusammenschluss. Ist doch besser. Grösse zählt nicht wirklich, zumindest nicht immer ;-)

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