Fliegen und surfen

16. Juni 2015 19:53; Akt: 16.06.2015 19:53 Print

Swiss prüft WLAN auf Europa-Flügen

von Laura Frommberg - Was in den USA längst normal ist, geniessen Passagiere europäischer Airlines noch kaum. Nun prüft die Swiss, wie sie Internet auf Kurzstrecken anbieten kann.

storybild

Kurznachrichten aus dem Flugzeug: Bei Swiss soll das bald auch auf Kurzstreckenflügen möglich sein. (Bild: Keystone/AP/Matt Slocum)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Für die einen ist es der pure Horror, für die anderen lebensnotwendig: die ständige Erreichbarkeit. Unterbrochen wird diese oft nur zwangsläufig, wenn man sich in einem Funkloch befindet – oder im Flugzeug. Doch Letzteres dürfte schon bald der Vergangenheit angehören.

Umfrage
Was halten Sie vom Internet im Flieger?
59 %
18 %
23 %
Insgesamt 3525 Teilnehmer

Immer mehr Airlines bieten inzwischen Internet an Bord an, vor allem auf der Langstrecke. So auch die Swiss-Mutter Lufthansa. Seit diesem Jahr sind sämtliche Interkontinental-Flüge mit Internetzugang ausgestattet. Auch bei Swiss soll das ab 2016 möglich sein. Dann treffen die modernen Boeings 777 für die Langstrecke ein. In denen, so kündigte Swiss an, wolle man ein ähnliches Angebot wie die Mutter-Airline haben.

Air Berlin bietet schon Internetzugang

Auf Europaflügen ist das Surfen unter anderem bei einer der grössten Swiss-Konkurrentinnen ab Zürich möglich: Bei Air Berlin können Fluggäste auch auf der Kurz- und Mittelstrecke surfen. Bei Swiss selbst geht das derzeit noch nicht. Doch wie CEO Harry Hohmeister 20 Minuten verriet, könnte sich das bald ändern. «Wir sehen uns ganz genau an, wie man WLAN auf der Kurzstrecke anbieten kann», sagt Hohmeister. Dass man momentan verfügbare Angebote noch nicht nutze, liege daran, dass es noch keine stabile Technologie gebe. Zu unzuverlässig sei noch das Netz, zu häufig gebe es Unterbrechungen.

In Nordamerika baut man auf eine andere Technologie. Fast alle Fluggesellschaften bieten auf ihren Inlandflügen WLAN an. Tweets und Facebook-Updates aus dem Flieger sind gang und gäbe. Vielleicht ist es daher ein Glücksfall für Internetjunkies, dass bei Swiss bald die neue C-Series von Bombardier aus Kanada zur Flotte stösst. Die Flieger verfügen über moderne Technologie, die gute Internetverbindungen möglich machen soll.

Lufthansa wartet noch ab

Ab 2016 sollen die neuen Jets von Bombardier die alten Avro RJ100 der Swiss ersetzen. Das Durchschnittsalter der Flotte soll auch dank ihnen von 16,4 auf 9,2 Jahre sinken. «Wir wollen eine der modernsten Airlines Europas sein», so Hohmeister bei einer Pressekonferenz an der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris. Und zu «modern» gehört ja eigentlich auch Internet.

Bei der Lufthansa zeigt man sich dagegen noch zurückhaltender: Für die Kurz- und Mittelstrecke gebe es im Moment noch keine WLAN-Pläne: «Wir beobachten das aber, denn das ist sicher der Trend der Zukunft», fügt Sprecher Klaus Gorny an.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex am 16.06.2015 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocken 2.0

    Denkt jetzt jaaa nicht, dass wir dann einfach surfen können - wie das in den USA der Fall ist. Man wird bestimmt noch abgezockt und muss für von Zürich nach London 20.- extra bezahlen für Internet. Hier gibts NIIIICHTS gratis :). Falls doch - Respekt Swiss und ich nehme alles herzlich zurück!

    einklappen einklappen
  • Ruedi am 16.06.2015 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unterschied

    Was denn, stürzen wir jetzt nicht ab, wie man es uns jahrelang weii machen wollte? Ironie aus. Solange nur gesurft wird, ist es mir egal, wenn einer anfängt zu quatschen stopf ich ihm das handy in den hals. Das war ernst , nicht ironie

  • Sven B. am 16.06.2015 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Ansatz

    Andere Airlines bieten diesen Service bereits, wichtig, die Internettelefonie muss unbedingt unterbunden werden! Mann/Frau stelle sich vor ... 150 Passagiere ... und 1/3 davon nutzt z.B. FaceTime, Skype,WhatsApp telephonie etc. "Horror" ... der Primat kann ja schon in der ÖV nicht mehr verzichten ... aller Welt seine Gespräche aufzudrängen. Ansatz gut - Umsetzung muss genau überlegt sein :-)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • K. T. am 17.06.2015 18:44 Report Diesen Beitrag melden

    Tipp für unterwegs

    Vorsicht mit Funkgadgets und aktivierten Schnittstellen wie Bluetooth, WLAN etc. ist auch an Bord am Platz. Es ist relativ einfach sich über offene Schnittstellen Zugang zu persönlichen Daten auf Smartphones, Notebooks etc. zu beschaffen. Bei vielen Nutzern in der Umgebung und im öffentlichen Raum erst recht.

    • N. B. am 17.06.2015 19:13 Report Diesen Beitrag melden

      Unterwegs auch keine Datenträger

      tauschen oder vom Sitznachbar einstecken, wahrscheinlich ebenso riskant...

    einklappen einklappen
  • Netzloser am 17.06.2015 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe - ein paar Stunden kein Netz

    Oh weh, ein paar Stunden ohne "Netz" zu sein, muss hart sein - für einige.

  • T. M. am 17.06.2015 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Bald reise ich nur noch virtuell

    Dann braucht es definitiv viel weniger Platz auf Flügen. WLAN habe ich zu Hause, aber nur eingeschaltet, falls ich es kurz brauche. Keine Dauerberieselung.

  • Damian am 17.06.2015 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ich hätte lieber

    5cm mehr Platz in der Breite und in der Tiefe. Auf Internet in der Luft kann ich gut und gerne verzichten.

  • Hampi am 17.06.2015 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wie steht es um die Finger-Hygiene?

    Wenn immer mehr während des Fluges auf ihren Screens herumfingern entstehen jede Menge von Bakterien auf den glatten Glasflächen. Ich frage mich, wie es in der Folge des weltweiten Reisens und auch beim Umsteigen um die Verbreitung von Bakterien über digitale Begleiter und des meist sorglosen hygienischen Umgangs an Bord steht.