Obama-Wahl

07. November 2012 21:24; Akt: 07.11.2012 21:25 Print

Die Wall Street hat sich verzockt

In der Hoffnung auf laschere Vorschriften setzte die Finanzindustrie - auch mit viel Geld - auf Mitt Romney. Jetzt müssen sich die «fetten Katzen» unter den Banken vor Obamas Rache fürchten.

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In New Yorks Finanzviertel weht bald ein schärferer Wind. (Bild: Keystone)

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Banken und Börsen müssen sich in der zweiten Amtszeit des Demokraten Barack Obama auf eine härtere Gangart bei der Finanzregulierung gefasst machen. Den bevorstehenden Wechsel im Finanzministerium und in den mächtigen Aufsichtsbehörden können die Lobbyisten jedoch nutzen, um zerrissene Fäden in die Regierung neu zu spinnen. Seit die US-Regierung im Kampf gegen die Finanzkrise mit dem Dodd-Frank-Gesetzespaket die Branche härter an die Zügel nahm, ist Obama bei vielen Bankern in Ungnade gefallen.

«Er wird die Regulierung weiter verschärfen, Unternehmen verteufeln, eine Menge Geld rauswerfen, Leute besteuern und so weiter», prophezeite Romney-Anhänger Richard Kovacevich, ehemals Chef der Bank Wells Fargo. Der Präsident wiederum machte keinen Hehl aus seiner Verachtung für die «fetten Katzen» unter den Banken, die «nichts kapierten».

Das verkrachte Verhältnis lässt sich auch am Spendenaufkommen der Finanzindustrie im Wahlkampf ablesen. Bei der Wahl 2008 unterstützte die Wall Street den Demokraten noch mit 16 Millionen Dollar, während dem Republikaner John McCain 9 Millionen Dollar zuflossen. Jetzt war es umgekehrt: Für Romneys Kampagne machte die Finanzlobby 20 Millionen Dollar locker gegenüber 6 Millionen für den Amtsinhaber.

«Fette Katzen» auf Diät

Obamas Revanche dafür könnte nach Einschätzung von Pensionsfonds- Berater Chris Tobe für die Branche ungemütlich werden. «Insbesondere nach dem Umschwenken der Wall Street zu Romney wird sich Obama bei der Regulierung dieses Mal weniger zurückhalten», sagt er - schlechte Aussichten also für die Versuche der Banken, härtere Vorgaben abzuwehren.

Ein Dorn im Auge ist der Finanzindustrie die Volcker-Regel, die spekulativen Eigenhandel der Banken eindämmen soll. Der Gesetzgeber will ausserdem Gebühren für Kartenzahlungen begrenzen und die Konsumenten bei Krediten besser schützen. Die Banken hoffen dagegen, die weltweit schärferen Eigenkapitalanforderungen in der Umsetzung noch abmildern zu können.

Rückzug des Finanzministers

Mit dem angekündigten Rückzug von Finanzminister Timothy Geithner könnten die Karten in der Finanzmarktregulierung neu gemischt werden. Bei vielen Vorgaben kommt es zudem darauf an, wie die zuständigen Behörden sie umsetzen.

Der mögliche Wechsel des Spitzenpersonals dort wird die Branche nutzen, um ihren Einfluss wieder zu stärken. So wird schon länger spekuliert, die Chefin der Börsenaufsicht Mary Schapiro könnte ihr bis Mitte 2014 laufende Amtszeit vorzeitig beenden. Zur Neubesetzung steht auch der Posten des obersten Aufsehers für Warentermingeschäfte an.

(whr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Stadler am 08.11.2012 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Irrtum

    Will man uns hier für dumm verkaufen. Die Wall Street hat die Fäden in der Hand und die setzen sicher nicht auf die falsche Marionette.

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  • ajensen am 07.11.2012 23:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    klar...

    woher kam den bitte joe biden, obama wahr schon bei der letzten wahl der wahl-street-kandidat pur! Dazu wäre es besser ein anderes, vergangenes wahlversprechen einzulösen: Close Guantanamo Bay! - Sinnesentzug ist die übelste aller Foltermethoden, wahnsinn ist vorprogrammiert - nichts sehen, hören, schmecken, tasten und riechen....

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  • Dr Who am 07.11.2012 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch eimal

    Verzockt. Und schon wieder verzockt: Egal, ist ja nicht ihr eigenes Geld sondern meins und deins. Und sie zocken weiter....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Stadler am 08.11.2012 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Irrtum

    Will man uns hier für dumm verkaufen. Die Wall Street hat die Fäden in der Hand und die setzen sicher nicht auf die falsche Marionette.

    • Supermario am 09.11.2012 10:26 Report Diesen Beitrag melden

      Sicher?

      Macht für mich politisch wenig Sinn auf links zu setzen wenns rechts ne Alternative gibt?

    • Rolf Held am 10.11.2012 09:07 Report Diesen Beitrag melden

      Täuschen Sie sich nicht!

      Vielleicht im Tagesgeschäft, im Spekulieren, im Spesen absahnen. Aber todischer nicht wenn es um (neue?) Steuern gehen könnte (wie z.B. die Finanztransaktionssteuer) lieber Hans Stadler. (Sie sind wohl auch Banker. Oder?)

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  • homo oeconomicus am 08.11.2012 02:50 Report Diesen Beitrag melden

    Die Wall Street

    hat sich nicht nur mit Obama verzockt! Die Realität wird diese Spinner noch schneller einholen, als ihnen lieb ist.

  • g. bernasconi am 08.11.2012 01:11 Report Diesen Beitrag melden

    Die Banken Lobby regiert weiter

    Falsch! Obama wurde das 1. Mal sehr wohl von den Banken massiv unterstuezt. Deshalb hat er nicht die Leute vom Untergang sondern die Banke gerettet. Mr. Geithner ein grosser von Goldman Sachs sitzt ja auch in seiner Regierung und passt brav auf, dass Alles so geht wie es Wall Street haben will.

    • Supermario am 09.11.2012 10:24 Report Diesen Beitrag melden

      Ja ja

      Magst wohl recht haben, nur wenn das Parlament nicht mitmacht kann der Obama soviel beschliessen, wie er will.

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  • ajensen am 07.11.2012 23:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    klar...

    woher kam den bitte joe biden, obama wahr schon bei der letzten wahl der wahl-street-kandidat pur! Dazu wäre es besser ein anderes, vergangenes wahlversprechen einzulösen: Close Guantanamo Bay! - Sinnesentzug ist die übelste aller Foltermethoden, wahnsinn ist vorprogrammiert - nichts sehen, hören, schmecken, tasten und riechen....

    • Supermario am 09.11.2012 10:22 Report Diesen Beitrag melden

      Andere Baustelle

      Ist aber ne andere Baustelle :-) Gibt noch ne ganze Menge zu verbessern auf dieser Welt.

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  • Dr Who am 07.11.2012 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch eimal

    Verzockt. Und schon wieder verzockt: Egal, ist ja nicht ihr eigenes Geld sondern meins und deins. Und sie zocken weiter....

    • Supermario am 09.11.2012 10:21 Report Diesen Beitrag melden

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      Quatsch mit Sosse! Muss jeder für sich selber wissen, wie er - wenn er den hat - sein Geld investieren will. MEIN Geld ist dabei sicher nicht deins!

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