Skimming

26. Oktober 2016 09:54; Akt: 26.10.2016 18:46 Print

Betrug an SBB-Automat – Bank will nicht zahlen

Betrüger hoben mit einer kopierten Maestro-Karte in Asien Geld ab. Die Bank wirft dem Kunden mangelnde Sorgfalt vor.

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Manipulierte Automaten: Die meisten Skimming-Betrugsfälle führen in die USA und nach Asien. (Archivbild) (Bild: WED)

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Reto V. ist in Genf auf einen manipulierten Billettautomaten der SBB hereingefallen. Betrüger kopierten seine Daten und hoben damit in Kathmandu, Nepal, umgerechnet rund 1333 Franken ab. Nun wirft die Migros-Bank dem Kunden mangelnde Sorgfalt vor. Er müsse die Hälfte des Schadens selber übernehmen. Grund dafür sind die Geoblocking-Regeln der Bank, wie der «Kassensturz» berichtet.

Maestro-Karten der Migros-Bank können standardmässig nur in Europa benutzt werden. Für andere Länder müssen Kunden eine Entsperrung beantragen. Wird diese nicht rückgängig gemacht, wenn der Kunde sich nicht mehr in der entsprechenden Region aufhält, falle das unter die Verletzung der Sorgfaltspflicht, argumentiert die Migros-Bank.

Am meisten Fälle in den USA und Asien

Geoblocking wurde vor drei Jahren eingeführt, um gegen Skimming vorzugehen. Die Betrugsfälle seien seither zurückgegangen, erklärt Julian Chan von Six Payment Services, einem Unternehmen für die Zahlungsabwicklung mit Debitkarten, gegenüber «SRF». Die Sperrung mache vor allem ausserhalb Europas Sinn, da die meisten Betrugsfälle in den USA und Asien auftauchen würden.

Die Standardeinstellungen für Maestro-Karten sind je nach Bank unterschiedlich, wie eine Umfrage des «Kassensturzes» zeigt. So lassen Migros-Bank und Credit Suisse nur Transaktionen in Europa zu – ausser der Kunde wünscht eine Entsperrung. Die Karten der UBS und Postfinance können dagegen standardmässig weltweit eingesetzt werden, auf Wunsch lassen sich Regionen sperren. Die Bank Coop, die Raiffeisenbank und die Zürcher Kantonalbank arbeiten mit Bezugslimiten statt Geoblocking.

Migros-Bank lenkt ein

So oder so übernehmen Schweizer Banken in der Regel den Schaden bei Skimmingfällen. Auch die Migros-Bank lenkte schliesslich ein. Reto V. erinnert sich zwar, dass er 2013 in Asien war und seine Maestro-Karte benutzt hatte. Aktiv etwas entsperrt habe er seines Wissens nichts. Weil nicht klar sei, ob Reto V. eine permanente oder befristete Freischaltung beantragt gehabt habe, übernimmt die Bank nun den ganzen Schaden, wie sie schreibt.

Zwei weitere Opfer des manipulierten Bankautomaten in Genf erhielten von der Raiffeisenbank und der UBS ihr Geld zurück.

(ij)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • afedial am 26.10.2016 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verursacherprinzip?

    Was ist mit dem Verursacher? Also die SBB, die es nicht schafft, modernere und damit auch sicherere Automaten einzusetzen?

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  • gstar am 26.10.2016 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    egal wer haftet, sicher nicht der Kunde

    Das Feature nutzt genau der Bank etwas. Für den Kunden ist es teils sehr umständlich und zudem ist es notwendig, dass man das nötige Wissen dahinter hat. Bei der UBS ist zB die Einstellung direkt im E-Banking möglich, von daher kein Problem. Ich habe nur Europa aktiviert und wenn ich Übersee gehe aktiviere ich auch diese Region. Aber; man kanns ja gut mal vergessen wieder rauszunehmen. Fakt ist, der SBB Automat wurde manipuliert. Wer schlussendlich den Schaden übernimmt wäre mir egal, aber sicher nicht der Betroffene, wenn die SBB oder Banken Ihre Automaten nicht im Griff haben.

  • Ernst R. am 26.10.2016 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Banker Tipp

    Da ich in einer der genannten Banken bzw. Abteilung arbeite empfehle ich Ihnen dringends wenn möglich nicht mit Karten an SBB Automaten zu bezahlen. Es gibt deswegen viele Betrugsfälle. Lieber vorher kurz an den Bancomat, den es an fast jedem Bahnhof gibt, gehen. Natürlich betrifft es auch vorallem die grossen Bahnhöfe der Schweiz.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mike am 26.10.2016 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    Mike

    Solange schweizer Banken IMMER NOCH Karten mit aktivem Magnetstreifen herausgeben, ist einzig und alleine die Bank schuld. Wann hört dieser Mist endlich auf

  • fräulein wunderbar am 26.10.2016 18:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    suddeln..

    Ich würde sagen fifty fifty. Einen Teil die SBB, da sie nicht im Stande war/ist die Automaten unter Kontrolle zu haben..der andere Teil der Bank, da man es dort hätte merken müssen. Fazit: Die Zuständigen arbeiten versuddelter als es meine Hausaufgaben waren.

  • greg am 26.10.2016 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Dass eine Schweizer Bank

    nicht weiss, was sie für einen Auftrag entgegen genommen hat, macht mich aber seeeehr nachdenklich!

  • RKO am 26.10.2016 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    karten nein danke

    nur bares ist wahres

  • Schweinepferdmensch am 26.10.2016 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dienstleistungshölle

    Die Banken bieten einen Service an, der halbpatzig aufgesetzt und schlecht bis gar nicht begleitet wird, und der aber je länger je weniger umgangen werden kann. Wer merkt, was abgeht?