Überschuldung

05. Februar 2010 15:10; Akt: 05.02.2010 15:40 Print

Schreckgespenst StaatsbankrottSchreckgespenst Staatsbankrott

Die Sorge um Staatsbankrotte wächst weltweit. Denn die Schuldenberge wachsen hüben und drüben. Dass Länder nicht selten in die Zahlungsunfähigkeit abrutschen, zeigt ein Blick in die Vergangenheit.

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Der Pleitegeier hat sich in der Vergangenheit schon öfters Staaten gekrallt.

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Das Schreckgespenst Staatsbankrott macht die Runde. Im Januar hat es den Karibikstaat Jamaika erwischt. Der Internationale Währungsfonds IWF ist helfend eingesprungen und hat einen Notfallkredit von 1,25 Milliarden Dollar gesprochen. Auf Jamaika dürften in der nächsten Zeit weitere Staaten folgen.

Ist der Schuldenberg noch zu bewältigen?

Prominentes Beispiel für eine drohende Staatspleite in Europa ist Griechenland. Schon jetzt müsste jeder Grieche rechnerisch über ein Jahr lang arbeiten, um die öffentlichen Verbindlichkeiten abzuzahlen. Und die Spirale dreht sich weiter: Experten prophezeien Griechenland für das laufende Jahr eine Schuldenquote von 120 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP).

Auch die Rating-Agenturen haben reagiert: Fitch etwa hat die Kreditwürdigkeit des Landes kürzlich auf «BBB+» herabgestuft. Damit liegen die hellenischen Staatsanleihen nahe dem Niveau von Anlageschrott. Der Ausblick ist ebenfalls schlecht: Entsprechend drohen mittelfristig weitere Abwertungen.

Nachbarn springen in die Bresche

Zweites Paradebeispiel ist Dubai. Der Pleitegeier kreist über dem Wüstenemirat, weil es während der Boomjahre immer mehr Schulden angehäuft hat. Offiziell sind es rund 80 Milliarden Dollar. Laut Gerüchten aus der Finanzbranche könnten es aber bis zu 150 Milliarden sein. Dubai tut sich äusserst schwer, seine Verbindlichkeiten zu bedienen. In die Bresche springen musste kürzlich Dubais Nachbar Abu Dhabi mit einer Staatshilfe von 4,1 Milliarden Dollar.

Gefahr des Domino-Effekts ist zu gross

Die Beispiele von Dubai und Jamaika zeigen: Im Notfall springen heute üblicherweise übernationale Institutionen wie der IWF oder aber Nachbarstaaten ein. Die Überlegung dahinter ist, dass ein Domino-Effekt um jeden Preis abgewendet werden soll. Denn eine Staatspleite kann sich nur allzu schnell auf andere Länder ausweiten.

Heute finden also keine «echten» Staatspleiten mit Kollaps und anschliessender Reform mehr statt. Dass Staatsbankrotte aber in der Vergangenheit keine Seltenheit waren, zeigt unsere Bildstrecke der schlimmsten Staatspleiten der Geschichte.

(scc/ahi)

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