Nach Hacker-Angriff

12. September 2013 17:54; Akt: 12.09.2013 17:55 Print

So schützen Swisscom & Co. ihre Kundendaten

von L. Frommberg - Ein Hacker klaute Daten von Millionen deutschen Mobilfunk-Kunden. Schweizer Anbieter fühlen sich sicherer - dank modernerer Technik. Zu Recht?

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Handy-Nutzerin: In der Schweiz sicherer. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Zwei Millionen Vodafone-Kunden in Deutschland bangen um ihre Daten. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, hatte sich ein Hacker Zugang zu den Informationen verschafft. Inzwischen hat die Polizei einen Verdächtigen verhaftet. Schweizer Kunden sind laut einer Vodafone-Sprecherin von dem Diebstahl nicht betroffen.

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Doch wäre ein solcher Vorfall in der Schweiz auch möglich? «Einen vergleichbaren, erfolgreichen Hackerangriff wie bei Vodafone hat es bei Swisscom nicht gegeben», sagt Olaf Schulze, Sprecher des Mobilfunkunternehmens. Doch er räumt auch ein: «Kein Unternehmen ist gegen kriminelle Hackerangriffe völlig geschützt.»

Jeder Mitarbeiter geschult

Man lege aber einen starken Fokus auf die Sicherung der IT-Systeme gegen solche Angriffe. Dafür zuständig ist in erster Linie das Security-Team. Doch man schule inzwischen auch einzelne Mitarbeiter so, dass sie die Sicherheit als Teil ihrer Rolle ansehen.

«Bei Sunrise werden Kundendaten sicher und streng vertraulich verwaltet», erklärt auch Sprecher Roger Schaller. Man achte sorgfältig darauf, dass die gesetzlichen Anforderungen des Datenschutzes vollumfänglich erfüllt werden.

Eigener Datenschutzbeauftragter

Intern sorgt bei Sunrise ein eigener Datenschutzbeauftragter für Ordnung. Man habe eine komplexe Struktur mit «entsprechenden Prozessen und Kontrollmechanismen» etabliert, die Angriffe und Datenklau verhindern soll. Um die Wirksamkeit der Massnahmen zu gewährleisten, könne man nichts Genaueres dazu sagen.

Orange ist sich sicher, dass die Kunden keinen Grund zur Sorge haben. «Bei Orange gab es bisher keine solchen Fälle», so Sprecherin Therese Wenger. Das Unternehmen schütze sein Mobilfunknetz und die Kundendaten seit jeher mit einem umfassenden Sicherheitsnetz. Dabei setze man stets die neusten Technologien ein. «Orange setzt zudem auf höhere Sicherheitsstandards als jene, bei denen bereits in der Vergangenheit von Sicherheitslücken die Rede war», so Wenger.

Als Konsument kann man sich schützen

Bei der Stiftung für Konsumentenschutz ist man skeptisch. Zu hundert Prozent sei man auch in der Schweiz nicht sicher vor derartigen Angriffen, erklärt Geschäftsleiterin Sara Stalder gegenüber 20 Minuten. Datensammlungen zu stoppen sei eben kaum möglich, da auch die Anbieter selbst davon profitieren. Der Kunde sei in dieser Hinsicht leider ausgeliefert.

Als Konsument kann man sich aber zumindest teilweise vor Übergriffen durch Cyberkriminelle schützen. «Wenn man die Ortungsdienste auf den Geräten ausschaltet, kann man immerhin dafür sorgen, dass man nicht so einfach zugeordnet werden kann», erklärt Stalder. Allein das sei schon empfehlenswert. Hat man etwas wirklich Heikles mitzuteilen, solle man das besser nicht elektronisch tun. «Oder wenn, dann nur über eine verschlüsselte Verbindung». Doch das kann im Zweifel ziemlich teuer werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tinu am 12.09.2013 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Verschlüsselte Verbindung

    «Oder wenn, dann nur über eine verschlüsselte Verbindung»... genau solche Aussagen haben sich in den letzten Wochen komplett relativiert. Heute kann man im Prinzip selbst beim besten Verschlüsselungsverfahren nicht davon ausgehen, dass niemand mithört! Das Beispiel SSL und NSA hat das mehr als deutlich belegt. Wer Wert darauf legt, dass sensible Daten nicht an Dritte gelangen können, muss peinlich genau darauf achten, dass sie gar nicht erst ins Netz gelangen (und damit auch nicht auf's Smartphone).

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  • Thomas K. am 13.09.2013 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit in der IT

    was man sicher sagen kann, ist folgendes in der IT. das einzige was sicher ist, ist, dass nichts sicher ist.

  • Nie Wieder Htc am 13.09.2013 21:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "Neues HTC"

    HTC ist darin auch super! Man kauft ein neues HTC und bekommt Telefon Nr. Und bereits installierte Aps, beim Tausch sodass man ein neues HTC bekommt gibts wieder neue Daten.. Ich glaube derBegriff "fabrikneu" wird falsch verstanden..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nie Wieder Htc am 13.09.2013 21:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "Neues HTC"

    HTC ist darin auch super! Man kauft ein neues HTC und bekommt Telefon Nr. Und bereits installierte Aps, beim Tausch sodass man ein neues HTC bekommt gibts wieder neue Daten.. Ich glaube derBegriff "fabrikneu" wird falsch verstanden..

  • Thomas K. am 13.09.2013 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit in der IT

    was man sicher sagen kann, ist folgendes in der IT. das einzige was sicher ist, ist, dass nichts sicher ist.

  • Leshkar Madh am 13.09.2013 01:00 Report Diesen Beitrag melden

    Sunrise Mein Konto

    Sunriae speichert das passwort zu dem "Mein Konto" bereich im Klartext in Ihrer Datenbank. Ich habe von der Sunrise einen Brief erhalten, wo sie mir meine Zugangsdaten mitgesendet haben. Sehr fahrlässig und gefährlich!

    • Ex-Sunrisler am 14.09.2013 11:00 Report Diesen Beitrag melden

      ... Nicht ganz ...

      Dabei handelt es sich nur um das Initial-Passwort für neue Kunden / Accounts, das automatisch generiert wird. Dieses ist nur ein einziges mal gültig, und direkt beim ersten Login muss das von Dir geändert werden... das lässt nicht wirklich auf Klartext schliessen ;-)

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  • Fredi am 12.09.2013 23:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Datenschutz

    Schon mal eine "neue" Simkarte erhalten auf der sich fremde Kontakte befanden. Keine Ahnung wie das gehen soll, aber die Swisscom wusste es auch nicht.

  • Tinu am 12.09.2013 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Verschlüsselte Verbindung

    «Oder wenn, dann nur über eine verschlüsselte Verbindung»... genau solche Aussagen haben sich in den letzten Wochen komplett relativiert. Heute kann man im Prinzip selbst beim besten Verschlüsselungsverfahren nicht davon ausgehen, dass niemand mithört! Das Beispiel SSL und NSA hat das mehr als deutlich belegt. Wer Wert darauf legt, dass sensible Daten nicht an Dritte gelangen können, muss peinlich genau darauf achten, dass sie gar nicht erst ins Netz gelangen (und damit auch nicht auf's Smartphone).

    • slowlyer am 13.09.2013 00:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Es gibt keine 100%tige Sicherheit

      Man kann nicht alles kontrollieren, vorallem wenn dritte im Spiel sind... Und die Aussage man habe nichts zu verbergen ist schon recht peinlich

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