Big Data

14. September 2016 13:59; Akt: 14.09.2016 21:47 Print

Swisscom will Handy-Daten zu Geld machen

Das Telekomunternehmen sieht ein Riesenpotential in Big Data. Erste Pilotversuche mit Handy-Daten verliefen vielversprechend.

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Neues Geschäftsfeld: Die Swisscom will grosse Datenmengen verarbeiten und daraus neue Produkte generieren. (2. Juli 2015) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Die Swisscom will in Zukunft auch mit Big Data Geld verdienen. «Wir sehen ein Marktpotenzial in zweistelliger Millionenhöhe», sagte Iris Kornacker, Leiterin Market Initiatives, an einer Medienveranstaltung in Zürich. «Wir stehen aber noch ganz am Anfang und investieren derzeit sehr viel», räumte sie zugleich ein.

Die Swisscom nennt Big Data in ihrem Sprachgebrauch «Smart Data». Es geht darum, grosse Datenmengen zu verarbeiten und zu verstehen, wie Kornacker ausführte. Auf diese Weise entstünden neue Produkte. So bietet die Swisscom demnächst Städten eine neuartige Verkehrszählung an, die auf der Auswertung von aggregierten und anonymisierten Mobilfunkdaten basiert.

Daten praktisch in Echtzeit

In den letzten Monaten lief ein entsprechender Pilotversuch in der Waadtländer Gemeinde Pully, die täglich vom Transitverkehr überflutet wird. Bislang seien dort nur alle fünf Jahre Verkehrszählungen durchgeführt worden, nun habe man Daten praktisch in Echtzeit, sagte Alexandre Bosshard von den städtischen Behörden. Zum Preis des Produkts wollte sich Kornacker nicht äussern. Es sei aber das Ziel, billiger zu sein als herkömmliche Verkehrszählungen.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind laut Kornacker denkbar, zum Beispiel Auswertungen von Kundenströmen für Einkaufszentren. «Die Frage ist aber immer, ob wir es technisch können und ob es gesetzlich erlaubt und mit unseren eigenen Datenschutzrichtlinien vereinbar ist», so die Swisscom-Managerin weiter.

So würden zum Beispiel keine Aussagen gemacht, wenn der Datensatz weniger als 50 Personen umfasse, sagte sie. Die Gefahr von einer Rückverfolgbarkeit und von «Schindluderei» sei in einem solchen Fall zu gross. Ausserdem könnten Swisscom-Kunden die Verwendung der eigenen Daten verbieten, wurde betont.

(ij/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Loccco am 14.09.2016 14:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was kommt zurück?

    Wenn die Swisscom mit meinen Handydaten Geld verdient soll aber auch das Abo etwas günstiger werden. Befürchte aber dass dies nicht so sein wird und einfach alles ungefragt verwendet wird...

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  • Markus M am 14.09.2016 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibts doch nicht!

    Ok sehr gerne. Sie kriegen dann eine rechnung von mir für meine Daten! Bei swisscom kostet schliesslich auch alles. Und wir liefern ihnen die Daten und müssen noch dafür bezahlen???

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  • Ein Mann am 14.09.2016 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    Bekommt der Kunde was davon?

    Aha, zuerst unterschreibt man überall das die Daten sicher behandelt werden und nun wird öffentlich darüber gesprochen das man im zweistelligen Millionenbereich Geld machen will.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Innerschweizer am 15.09.2016 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn zwei das gleiche tun

    Wenn die Swisscom Daten sammelt wird das hier relativ locker genommen, es geht vor allem darum ob der Kunde etwas zurück bekommt. Sammelt die SBB Daten dann gibt es hier einen gewaltigen Aufschrei.

  • Cartman1993 am 14.09.2016 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    interessante Debatte

    Zum Einen regen sich hier viele auf, aber kaufen dann ein Smartphone oder benutzen Browser von einschlägen Herstellern. Irgendwie paradox...

  • Cartman1993 am 14.09.2016 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    solange der Kunde darauf hingewiesen wird um ihm das Recht gegeben wird, dass Abo ohne Strafzahlung zu kündigen finde ich das i.O

  • The Joker am 14.09.2016 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    swisscom

    Dieser Konzern gibt jedes jahr wie mehr ab schlechte Kunden Beratung überteuerte angebote und bei weitem nicht so freundlich und kompetent wie früher

  • EMM am 14.09.2016 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich denke

    In Zukunft, werden Wir wohl unsere Privatsphäre, nur noch im Museum bewundern :-/