Verschuldung

05. März 2012 13:35; Akt: 05.03.2012 14:04 Print

Zahlungsmoral lässt nach

Mahnungen und Betreibungen werden in der Schweiz heutzutage - anders als noch vor einigen Jahren - viel eher in Kauf genommen. Im vergangenen Jahr wurden 2,7 Millionen Zahlungsbefehle ausgesprochen.

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Innerhalb von 10 Jahren haben die Mahnungen um fast einen Viertel zugenommen. (Bild: colourbox.com)

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4,3 Prozent der Privatpersonen in der Schweiz sind überschuldet. Dabei hat die Anzahl ausgesprochener Mahnungen zwischen den Jahren 2000 und 2010 um fast ein Viertel zugenommen, wie der Gläubigerverband und Wirtschaftsauskunftsdienst Creditreform am Montag mitteilte.

Gesamthaft wurden 2010 demnach über 2,66 Millionen Zahlungsbefehle ausgesprochen. 2009 waren es rund 2,53 Millionen gewesen. Mahnungen und Betreibungen würden heutzutage - anders als noch vor einigen Jahren - viel eher in Kauf genommen, urteilt Creditreform. Forderungsbeträge von unter 1000 Franken würden von den Gläubigern oft abgeschrieben, da sich der Aufwand für Betreibungen nicht lohne.

Die ehrlichen Kunden haben das Nachsehen

Den Preis dafür zahlten die ehrlichen Kunden, da die Unternehmen durch die entgangenen Einnahmen mehr für ihre Produkte und Dienstleistungen verlangen müssten. Auch gesamtwirtschaftlich sei die Überschuldung von Privatpersonen ein Problem. Werde mehr Geld ausgegeben als zur Verfügung stehe, könne dies zum Einbruch des Privatkonsums und damit einem der wichtigsten Konjunkturträger führen.

Was die kantonale Verteilung betreffe, so gestalte sich die private Überschuldung unterschiedlich. In ländliche Regionen wie dem Berner Oberland, dem Graubünden oder dem Appenzell sei die durchschnittliche Überschuldung geringer als in städtischen Gebieten. An der Spitze liegt gemäss Creditreform der Kanton Basel-Stadt mit einer Überschuldung von rund 7 Prozent der Bevölkerung.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Olivia am 05.03.2012 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke dem Staat

    Im Steuern eintreiben ist der Staat immer sehr schnell, wen man jedoch mitte Monat nichts mehr zu Essen hat weil man ca. 2700.- im Monat ausbezahlt bekommt fühlt sich keim Amt zuständig einem zu helfen...kein Rav, da man ja schon ein job hat, kein Sozialdienst, da man ja arbeitet...!

  • Georg am 05.03.2012 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Abgaben

    Es sind die fiskalischen und parafiskalischen Abgaben. Heute kann man sich ja sogar als (arbeitsmarktfähigen)Akademiker kaum mehr eine Familie leisten ohne einen sozialen Abstieg zu befürchten. Der Fokus sollte auf den Erhalt der realen Kaufkraft liegen. Weitere Steuern und Abgaben über die Hintertür (Krankenkassen) sind nicht weiter zu dulden. Immer mehr Leute werden vom Sozialstaat abhängig (Prämienverbilligungen etc.), bis das System irgendwann kollabiert. Irgendwie hoffe ich schon drauf.

  • Mac am 05.03.2012 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie überrascht mich das nicht...

    Es klingt vielleicht wie eine Ausrede, aber ich finde die Leute sollten über dieses Thema genauer in Kenntnis gesetzt werden. Denn durch dieses Unwissen habe ich das Gefühl, dass mit dem Geld viel leichtsinniger umgegangen wird. Die Leute sind sich nicht im Klaren, was eine Betreibung wirklich bedeutet und wie mühsam es noch werden kann. Darum bin ich froh über meine Eltern, welche mich den Umgang mit den Finanzen gelehrt haben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael Toggenburger am 06.03.2012 06:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werbung für Finanzierung verbieten

    Werbungen von Mediamarkt und Co. im Stil von "kauf heute, zahle nächstes Jahr" oder letztlich die Schaltjahrkampagne mit den 48 Monatsraten gehören verboten!

  • Anuschka am 06.03.2012 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Von 100% auf 60% ohne Schulden

    Aufgrund einer Weiterbildung arbeite ich seit 3 Jahren nur noch 60%. Mit 2000 Franken weniger Pro Monat trage ich nun meine Kosten. - Auto - Miete - Versicherung - SBB GA - Hohe Schulgebühren - Usw. Die ersten zwei Jahre waren echt heftig, die Umgewöhnung war enorm. Ich habe mich aber dann wirklich eingeschränkt. Nun kann ich dieses Jahr in die Ferien, da ich nun sogar mit diesem Monatslohn ein wenig sparen kann. Für die meisten, wie auch für mich ist es schwierig sich umzustellen und die Lebenskosten zu reduzieren. Wer will schon auf etwas verzichten?

  • Chris am 06.03.2012 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schuldenindustrie

    Die Betreibunngsämter und Firmen wie Intrum Justizia leben ja ganz gut von der Verschuldung der Leute. Es ist also mittlerweile ein ganzer Industriezweig gewachsen der davon lebt. Also redet nicht von Verlusten und was es die Wirtschaft kostet. Das Gegenteil ist der Fall

  • Renato am 06.03.2012 00:58 Report Diesen Beitrag melden

    Alles wird teuerer

    Alles wird teuerer, und der Lohn hinkt immer hinterher. Die Mieten sind in den letzten paar Jahren explodiert, so dass bei einem Durchschnittslohn gleich die hälfte weg ist, ausserhalb in der Pampe wohnt sich auch nicht günstiger, da man dann aufs Auto angewiesen ist. Die Krankenkasse steigt jährlich.. usw., unter dem Strich kann man sich bald nichts mehr leisten, arbeiten nur noch für den Unterhalt, und kommt auf keinen grünen Zweig, dann sollte man Geld in der 3 Säule anelgen, da die Zukunft nicht rosig aussieht für die Pension und AHV.

  • A.G am 06.03.2012 00:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld

    Kauft euch doch einfach dann etwas wen ihr es euch wirklich leisten könnt!!! Und das ewige genammer über die Steuern. Vergleich mal die Löhne und Steuern in anderen länder! Ich lebe seit einiger zeit in Australien und bezahle viel mehr steuern hier! Und wenn ihr mehr verdienen wollt macht auch was dafür! Seit doch einfach mal zufrieden.