Ferienland Schweiz

24. Februar 2014 22:13; Akt: 24.02.2014 22:38 Print

7 Millionen Franken für die Deutschen

von Claudia Landolt - Der starke Franken hält immer mehr Deutsche von Ferien in der Schweiz ab. Den Negativtrend aufhalten will Schweiz Tourismus mit der millionenschweren «Grüezi Deutschland»-Kampagne.

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Jürg Schmid, Direktor Schweiz Tourismus, erklärt an der Bilanzmedienkonferenz das Ferienland Schweiz.

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Rund 52'000 Logiernächte weniger oder 1,1 Prozent weniger Hotelübernachtungen von Deutschen im letzten Jahr in der Schweiz: Was nach wenig klingt, tut trotzdem weh. Denn der deutsche Kunde gehört seit Jahren zur Hauptzielgruppe von Schweiz Tourismus (ST). «Über 40 Prozent aller europäischen Gäste sind Deutsche», so Direktor Jürg Schmid. Doch die Besuche unserer nördlichen Nachbarn gingen auch im letzten Jahr zurück.

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Schmid hat deshalb ein Rückerobungsprogramm ins Leben gerufen. Unter dem Arbeitstitel «Grüezi Deutschland» soll jene Kundschaft zurückerobert werden, die der Schweiz seit der Finanzkrise 2008 abhanden gekommen ist. Jeweils 3 bis 3,5 Millionen Franken beträgt das Budget für die nächsten beiden Jahre.

Mit Tram auf Kundenfang

In Büros in Frankfurt, Berlin und Stuttgart soll dem meinungsbildenden (sprich: gut ausgebildeten und solventen) Publikum ab 40 die Schweiz wieder schmackhaft gemacht werden. Bereits beschlossene Sache ist eine Kooperation mit der Deutschen Bahn, die auf Bahnhöfen die Schweiz vermehrt bewerben wird. In Leipzig ist ein Tram im Look der Schweizer Städte unterwegs, geplant ist auch eine Mitarbeiterschulung für mehrere Tausend Reisebüros.

Kampf dem starken Franken

Die Crux wird sein, den teuren Franken zu umschiffen, ist doch der deutsche Kunde bekanntlich sehr preisbewusst. «Mit den Preisen können wir nicht gewinnen», erklärt Schmid im Gespräch mit 20 Minuten. «Die Tourismusbranche ist eine Nonprofit-Branche. Wir müssen sehr teuer produzieren und deshalb anders punkten, zum Beispiel mit Erlebnisattraktivität. So besingen wir die Schönheit der Schweiz und versuchen auf sympathische und humorvolle Weise der deutschen Kundschaft ihre schönsten Schweizer Ferienerlebnisse in Erinnerung zu rufen.»

Die Masseneinwanderungsinitiative dagegen beschäftigt Schweiz Tourismus wenig. An der Bilanzmedienkonferenz bekräftigt ST-Direktor Schmid: «Politische Prozesse beeinflussen den Kunden weit weniger, als man denkt. In Italien beispielsweise haben sich die Touristen jahrelang auch nicht von Berlusconi davon abhalten lassen, dort Ferien zu machen. Erst wenn die politische Sicherheit betroffen ist, bleiben die Gäste fern.»

Tendenz zum Aufschwung?

An der Bilanzmedienkonferenz präsentierte sich Schweiz Tourismus grundsätzlich optimistisch. Dazu beigetragen hat der leichte Aufschwund an Logiernächten von 2,5 Prozent (+858 000 Übernachtungen). Zwei Erfolgsfaktoren führten zum guten Ergebnis: Der boomende asiatische Markt, allen voran China. Auch der Inlandtourismus bescherte ST die besten Zahlen aller Zeiten. Schweizer haben ihre Ferien wieder vermehrt im eigenen Land verbracht: Fast 16 Millionen Übernachtungen wurden registriert, so viele wie seit 1991 nicht mehr. Denn anders als für den Europäer ist für Herr und Frau Schweizer der Urlaub im eigenen Land zuletzt günstiger geworden, etwa durch kombinierte Angebotspakete wie Hotelübernachtungen und Skipässe. Grund zur Euphorie aber hat Jürg Schmid noch nicht: «Das Umfeld für den Tourismus bleibt schwierig. Die Talsohle ist erreicht, aber noch nicht durchschritten. Es muss uns gelingen, die Gäste aus Europa zurückzugewinnen.»

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