Hohe Vermittlungsgebühren

12. Oktober 2011 14:16; Akt: 12.10.2011 15:30 Print

Krankenkassen wollen Comparis nicht mehr

Mit der Vermittlung von Krankenkassen-Offerten verdiente Comparis Millionen. Damit könnte bald Schluss sein. Die Kassen verlassen den Vergleichsdienst in Scharen, darunter Marktführerin Helsana.

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Das Geschäftsmodell von Comparis gerät immer stärker unter Druck. (Bild: Keystone)

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Mit der Vermittlung von Krankenkassen-Offerten verdiente der Internet-Vergleichsdienst Comparis jahrelang Millionen von Franken. Damit ist jetzt Schluss. Die Kassen verlassen Comparis in Scharen. Marktführerin Helsana wird den Vertrag mit dem Internet- Vergleichsdienst «nicht verlängern», so Firmenchef Daniel Schmutz laut einer Vorabmeldung der am Donnerstag erscheinenden «Handelszeitung».

Ausgeklinkt hat sich auch die drittgrösste Kasse. Groupe Mutuel liess die Zusammenarbeit auslaufen. Swica und Sympany beendeten ihre Verträge mit Comparis bereits vor längerem. Ausschlaggebend waren auch hier die hohen Vermittlungsgebühren ohne Abschlussgarantie. «Viele Versicherten lassen sich nur aus Informationsgründen eine Offerte zukommen», sagt eine Sympany- Sprecherin. «Dafür haben wir bezahlt, ohne Nutzen.»

Bereits drohen weitere Anbieter mit dem Abgang. KPT hat laut einer Sprecherin vorsorglich gekündigt, was Comparis-Chef Eisler bis jetzt allerdings dementiert. KPT behält sich immerhin offen, bei tieferen Preisen wieder mit Comparis ins Gespräch zu kommen. Darauf setzt auch Visana. Der Versicherer verhandelt derzeit über eine neue Vereinbarung.

(sda)