Flüssiges Gas

26. Februar 2012 15:05; Akt: 27.02.2012 05:55 Print

Amerika mischt den Gas-Markt auf

von A. Hämmerli - Die USA und Kanada sind drauf und dran, Erdgas im grossen Stil zu exportieren. Der Plan: Das Gas wird verflüssigt, damit der Transport rentiert. Dann wäre Schluss mit regionalen Gaspreisen.

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Gas wird künftig öfters verschifft. (Bild: Keystone)

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Anders als beim weltweit gehandelten Erdöl ist das Erdgas-Geschäft ein regionales: Der Handel findet hauptsächlich isoliert in den Förder-Regionen statt, weil die Infrastruktur fehlt, um aus Gas ein echtes globales Gut zu machen.

So kommt es, dass zwischen den Preisen in Nordamerika, Europa und Asien enorme Preisunterschiede bestehen: In den USA kosten 1000 Kubikfuss Gas derzeit unter drei Dollar. In Europa zahlt man für dieselbe Menge 8.50 Dollar. Und in Asien sind es sogar über 16 Dollar. «Das ist ein phänomenaler Preisaufschlag», sagt Jonathan Waghorn, Energieexperte bei Investec Asset Management gegenüber 20 Minuten Online. Und diese Diskrepanz sei es auch, die in den USA und in Kanada auf das grosse Geld hoffen lasse.

Technologie ist ausgereift

Der Grund, wieso Erdgas derzeit hauptsächlich regional gehandelt wird, liegt in seinem Aggregatszustand: Es wäre schlicht zu teuer, riesige Gasbehälter zu verschiffen. Die Lösung: An den Ost- und Westküsten der USA und Kanada sollen Anlagen entstehen, in denen das Gas unter extrem tiefen Temperaturen verflüssigt wird, wodurch es auf einen Sechshundertstel seines Volumens schrumpft.

«Mittlerweile ist die Technologie ausgereift», sagt Fachmann Waghorn. «Solche Anlagen sind bereits im Nahen Osten, in Asien und in Australien im Einsatz.» In den USA würden noch einige wichtige Bewilligungen der Regulationsbehörde FERC fehlen. Doch deren Ratifizierung im Verlauf dieses Jahres sei eigentlich nur Formsache.

10 Prozent für den Flüssig-Export

Waghorn geht davon aus, dass als erstes eine kleinere Verflüssigungs-Anlage in Kitimat an der Westküste Kanadas den Betrieb aufnehmen wird: «2014 dürfte es soweit sein.» Danach würden in kurzen Abständen weitere Anlagen folgen: Analysten der US-Bank Morgan Stanley sagen voraus, dass 2015 bereits 10 Prozent des in Nordamerika hergestellten Gases in den Flüssig-Export gehen werden. «Damit würden sich die Preise weltweit angleichen», sagt Waghorn.

Gas würde also etwas teurer in den USA – aber gleichzeitig weitaus günstiger in anderen Regionen. Das Fachblatt LNG World News hat berechnet, dass wenn man die Verflüssigung und den Transport mit einberechne, amerikanisches Flüssiggas in Japan um die 8 Dollar pro 1000 Kubikfuss kosten würde. In Europa wäre es wegen dem kürzeren Transportweg sogar etwas weniger. Einige Experten befürchten allerdings schon jetzt, dass die US-Gasproduzenten Mühe haben werden, um gegen die wachsende Flüssiggas-Konkurrenz aus Russland, Katar, Australien oder Europa zu bestehen.

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Was macht das für ein Sinn, Öl zu importieren und offenbar Gas zu exportieren. Dann wäre es sinnvoller, Fahrzeuge mit Gasantrieb im Inland zu verwenden. Völlig sinnlose Transporte und nicht wirklich zu Ende gedacht. – Max Miller

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Miller am 26.02.2012 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    USA verwenden Gas besser selber

    Was macht das für ein Sinn, Öl zu importieren und offenbar Gas zu exportieren. Dann wäre es sinnvoller, Fahrzeuge mit Gasantrieb im Inland zu verwenden. Völlig sinnlose Transporte und nicht wirklich zu Ende gedacht.

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  • Freddy Meyer am 26.02.2012 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    endliche Ressourcen

    Es stimmt mich traurig zu sehen was wir Menschen mit unseren Ressourcen tun. In ein paar Jahrzehnten werden wir bereuen, dass wir innert Jahrmillionen angereichertes Erdöl und Erdgas einfach weggebrannt haben. Es wird Zeit Alternativen, wie etwa Geothermie, stärker zu nutzen.

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  • Fredy am 26.02.2012 20:03 Report Diesen Beitrag melden

    neuigkeit?

    hm...gas verflüssigen....kennt jeder schweizer von Feuerzeugen..wo ist die neuigkeit??

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Max Frisch am 27.02.2012 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit

    Bleibt zu hoffen, dass son ein Schiff niemals in der nähe eines Hafens hopps geht. Hiroshima wäre dagegen ein Pups gewesen!

  • markus H*** am 27.02.2012 06:55 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    schonmal gesehen, wie die Amis ihr Gas fördern? Und den Problemen die daraus entstehen? "brennende" Wasserhähne, verseuchte Kuhweiden, verseuchte Grundwasservorkommen, etc.. Das soll dann saubere Energie sein? Na Danke!

    • TobiWan Kenobi am 27.02.2012 09:19 Report Diesen Beitrag melden

      Genau!

      ... das habe ich ebenso mitbekommen. Ist beängstigend wie diese das Gas fördern und die Umwelt so verschmutzen! Ist halt wie überall (Luft, Land, Meer, Weltall) , der Mensch verschmutzt die Umwelt bis sie kolabiert.

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  • Karl Notz am 26.02.2012 23:41 Report Diesen Beitrag melden

    Sulzer Bros.

    Und das soll neu sein?In Algerien(Skikda)haben wir solche Anlagen schon in den 70ger Jahren gebaut!

    • EscherWyss am 27.02.2012 08:38 Report Diesen Beitrag melden

      Und die laufen noch

      Hallo, und ja... diese "Dinger" laufen und produzieren noch.

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  • Tom Tom am 26.02.2012 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA

    Gas Exportieren? Für Erdöl in anderen Kontinenten Kriege beginnen, aber Gas auf der ganzen Welt billig verkaufen gehen. Super!

  • Fredy am 26.02.2012 20:03 Report Diesen Beitrag melden

    neuigkeit?

    hm...gas verflüssigen....kennt jeder schweizer von Feuerzeugen..wo ist die neuigkeit??

    • Matt am 27.02.2012 03:00 Report Diesen Beitrag melden

      Propan und Erdgas

      Propan und Butan also was man fürs Feuerzeug und zum Camping braucht kann man viel einfacher verflüssigen wie Erdgas.

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