Strom-Studie

05. November 2012 09:48; Akt: 05.11.2012 13:04 Print

Energie-Revolution nur mit neuem Stromnetz

Eine Studie des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) macht die weitreichenden Auswirkungen erneuerbarer Energien deutlich.

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Die Schweiz ohne AKWs im Bild.

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In der Schweiz müssen die Stromnetze, die erneuerbaren Energien und Speicherkapazitäten aufeinander abgestimmt werden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE). Der Umbau des Netzes sei für die künftige Stromversorgung entscheidend.

Für eine sichere Stromversorgung müssten künftig wirtschaftliche Grundsätze und das europäische Umfeld berücksichtigt sowie das Höchstspannungs- und Verteilnetz zielgerichtet ausgebaut werden, teilte der VSE am Montag vor den Medien in Aarau mit.

Die Sicherstellung des Netzausbaus sei ein ganz zentraler Punkt, sagte VSE-Direktor Michael Frank. Der Ausbau der erneuerbaren Energie wie Photovoltaik und Windkraft müsse auf das Stromnetz abgestimmt werden.

Der Netzausbau sei daher ein entscheidender Faktor in der künftigen Stromversorgung, damit das Netz bedeutend grössere Mengen erneuerbarer Energie als heute aufnehmen und transportieren könne. Je intensiver die erneuerbaren Energien ausgebaut würden, desto schneller würden umfangreiche Netzausbauten notwendig.

Die neuen Produktionsanlagen für erneuerbare Energien müssten verstärkt zur Systemstabilität beitragen, heisst es in der Studie. Um den grössten Nutzen für die Gesamtwirtschaft zu erreichen, seien die Netze und die erneuerbaren Energien zeitgleich auszubauen.

Aus der Sicht der Strombranche ist einer starker Zubau der erneuerbaren Energien jedoch erst längerfristig sinnvoll. Photovoltaik sei von allen erneuerbaren Energien derzeit die teuerste Quelle. Weil die Preise ständig sinken würden, mache es Sinn, die bessere und günstigere Technik abzuwarten.

Stromimporte und Gaskraftwerke

Mit den erneuerbaren Energien würden viele kleine, über das ganze Land verteilte Produktionsanlagen Strom ins Netz einspeisen. Diese müssten effektiv und effizient gefördert, zum Markt geführt und in Zukunft einen Beitrag zur Systemstabilität leisten, wie der VSE festhält.

Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien werde ein intensiverer Stromaustausch mit und in Europa notwendig, sagte VSE-Direktor Frank. Es sei eine Einbettung in europäische Märkte und Pumpspeicherung nötig.

Neben den bestehenden Kraftwerken seien auch Importe und Gaskraftwerke notwendig. Die Schweiz verfüge mit dem bestehenden Kraftwerkspark, namentlich der Speicherwasserkraft, über eine hervorragende Grundlage, flexibel reagieren zu können.

Ohne Importe werde es nicht gehen, hielt Niklaus Zepf vom VSE fest. Der Import und Export von Strom werde an Bedeutung gewinnen. Die Auslastung der Pumpspeicherkraftwerke werde im Jahresdurchschnitt von derzeit rund 13 auf bis zu 21 Prozent steigen.

Wege für eine Schweiz ohne AKW

Der VSE fordert von der Politik stabile Rahmenbedingungen für eine zunehmend komplexere Systemstruktur und für Investitionen. Die Politik müsse einen «robusten Rahmen» setzen, sagte VSE-Direktor Frank. Es brauche Zielvorgaben und Anreize, jedoch keine Detailregelungen.

Der Verband hatte im Juni Wege für eine Schweiz ohne Atomkraftwerke aufgezeigt. Der VSE entwickelte anhand mehrerer Studien drei Szenarien bis ins Jahr 2050. Der Verband rechnet je nach Szenario und Strommix mit Investitionen von 118 Milliarden bis 150 Milliarden Franken.

Gemäss VSE wird der Weg in die Stromzukunft «kein Spaziergang». Der Strom werde deutlich teurer. Für einen Vier-Personen-Haushalt würde dies gemäss VSE zu jährlichen Zusatzkosten von 300 bis 900 Franken führen. Eine Lösung sei, sparsamer mit Strom umzugehen.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sch. Laumeier am 05.11.2012 22:15 Report Diesen Beitrag melden

    Schlaue Gemeinden schliessen sich

    im Hinblick auf erneuerbare Energien regional zu einem Netzverbund zusammen. Das ist billiger und macht unabhängig.

  • Nick Schaefer am 05.11.2012 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Kostenwahrheit - Solarstrom am billigste

    Atomstrom kostet tatsächlich 500 Rp/kWh, inkl. der Versicherungsprämie für den GAU. Kohlestrom kostet tatsächlich 50 Rp/kWh, inkl. der CO2-Kosten bei klimaerhaltenden Sätzen von EUR 1000/tCO2. Solarstrom hingegen kostet nur noch zwischen 19 bis 35 Rp/kWh, gemäss KEV-Tabelle, welche Renditen von 5-10% erlaubt. In diesem Solartarif ist auch schon der Preis für den teuren Ausbau des Netzanschlusses des KEV-Stromlieferanten enthalten. Was ist nun der günstigste Weg, Strom herzustellen?

  • Guido g. am 05.11.2012 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Warum AKW

    Ganz einfach die Energie Konzerne kassieren die ganze Kole. Der Abfall wird vom Staat entsorgt und wenn was schief geht bezahlt auch Staat.

    • Bruno M. am 06.11.2012 06:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Darum

      Die Konzerne gehören ja dem Staat. Die ganze Kohle geht auch an den Staat.

    einklappen einklappen
  • tinkel tom am 05.11.2012 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Photomontage realistisch machen

    Ist ziemlich naiv einfach die Atomkraftwerke wegzupinseln denn da sollten jetzt Gaskraftwerke, Flusskraftwerke stehen. Die Windkraftanlagen und Solarzellen kommen noch dazu. Es IST eine Tatsache, dass Atomkraft die Umwelt am meisten schont aber seeeeehr gefährlich ist, jetzt ist es an uns auszuwählen was wir wollen! Überlegt euch sehr gut, denn in beiden Fällen ist es ein saurer Apfel in den wir beissen müssen aber wir können nicht den Fünfer und das Weggli haben!

  • Peschä am 05.11.2012 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten, Kosten, Kosten

    Die Stromversorung wird künftig noch enorm teurer werden, wenn weiterhin auf untaugliche Alternativen, wie Photovoltaik gesetzt wird. Vergleicht mal, was eine Photovoltaikanlage in einem Sommermonat liefert und was in einem Wintermonat, schaut euch auch an, wie gross die wetterbedingten Schwankungen sein können und überlegt euch mal, wie man Strom in grossen Mengen und über lange Zeiträume speichern könnte. Strom sparen ist auch nur begrenzt möglich, besonders Elektromobilität braucht sehr viel Strom.