Schnelles Auschecken

16. November 2017 07:09; Akt: 16.11.2017 07:44 Print

Jeder 5. zahlt nur noch an der Self-Scanning-Kasse

von Dominic Benz - Schweizer Konsumenten fahren beim Lebensmittel-Kauf auf die Automaten ab. Doch die Maschinen bedrohen die Kassen-Jobs. Jetzt sind die Läden gefordert.

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Nach dem langen Arbeitstag muss man noch im Laden das Abendessen einkaufen, aber an den Kassen bilden sich riesige Warteschlangen. Was tun? Klar: Die Lebensmittel an den Self-Checkout-Kassen einscannen und bezahlen. Das geht schnell und ist effizient.

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Das sehen auch die meisten Schweizer so. Denn das Selber-Scannen der Lebensmittel boomt: Zwei von drei Schweizer Konsumenten zahlen mittlerweile am Automaten. Jeder Fünfte bezahlt sogar nur noch mit dem Scanner, wie der Wirtschaftsprüfer Deloitte in einer Studie schreibt.

Zeit sparen als Motivation

Tatsächlich ist der Faktor Zeit der grösste Antrieb für Kunden, solche Automaten zu nutzen. Laut Studie wollen rund 70 Prozent mit dem Selber-Scannen Zeit sparen.

Doch ob man an den Automaten wirklich schneller ist, ist fraglich. «Das hängt davon ab, wie viele Leute anstehen, wie geübt der Kunde mit dem Scanner umgeht oder wie kundenfreundlich die Benutzeroberfläche der automatischen Kassen ist», sagt Luc Zobrist, Ökonom und Studienautor bei Deloitte, zu 20 Minuten.

Maschinen verdrängen Menschen

Wichtig für den Kunden ist sein subjektiver Eindruck: «Er kann selber über den Verlauf der Bezahlung bestimmen und hat daher das Gefühl, schneller zu sein», so Zobrist.

Weniger Freude an den Self-Scannern dürften jedoch die Angestellten an den Kassen haben. Ihre Jobs werden zusehends von den Maschinen verdrängt. Das hat Folgen: «Der Trend wird mittelfristig zu einem Stellenabbau führen», sagt Thomas Helbling, Dozent an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Alles andere sei unrealistisch. Auch zusätzlich geschaffene Jobs für Kassierer, wie etwa die Kontrolle der Kunden beim Scannen, könnten die wegfallenden Stellen nicht kompensieren, so der Experte.

«Weiterhin in den stationären Handel investieren»

Auch Natalie Imboden, Verantwortliche für den Bereich Detailhandel bei der Unia, sieht infolge des Sanner-Booms die Gefahr eines Stellenabbaus. Ein solcher müsse aber nicht zwingend eintreten, sagt sie zu 20 Minuten. «Es wird vermehrt zu Jobverschiebungen innerhalb des Betriebs kommen.» Wichtig sei, dass man weiterhin in den stationären Handel investiere. Für sie ist klar: «Nur wenn die Läden auf hohe Qualität und gute Kundenberatung setzen, können sie gegenüber dem Online-Handel konkurrenzfähig sein», so die Gewerkschafterin.

Dass das Self-Scanning so beliebt bei den Kunden ist, liegt vor allem an Migros und Coop. Die beiden führenden Schweizer Detailhändler haben vor wenigen Jahren die Kassen-Automaten in ihren Filialen breitflächig eingeführt. Mittlerweile sind die Scanner nicht mehr wegzudenken.

Neue Aufgaben für Kassierer

Die Migros hat mehr als die Hälfte der rund 600 Filialen mit den Systemen ausgerüstet. Trotzdem will der Grossist von einem Stellenabbau nichts wissen. «Self-Scanning und Self-Checkout wurden nicht eingeführt, um Kassenpersonal einzusparen», sagt Sprecherin Monika Weibel. Man wolle den Kunden in erster Linie das Einkaufen erleichtern, indem sie Zeit sparen könnten.

Laut Weibel gibt es für die Mitarbeiter an den Kassen teilweise neue Aufgaben. Dazu gehören unter anderem die Beratung und Unterstützung beim Scannen und das Durchführen von Stichproben. «Die Kassiererinnen wurden dafür speziell geschult», so Weibel.

Alterskontrollen beim Alkoholverkauf

Ähnlich klingt es auch bei Coop: «In Läden mit Self-Checkout-Kassen beschäftigen wir nicht weniger Personal als vor der Einführung dieser Kassen», sagt Sprecherin Andrea Bergmann. Von den rund 900 Coop-Filialen sind mittlerweile rund 300 mit Self-Checkout-Kassen ausgerüstet.

Die Kassierer setzt man jetzt laut Bergmann teils anderweitig bei den Automaten ein. So beispielsweise auch für Alterskontrollen beim Alkoholverkauf. Andere Mitarbeiter würden jetzt das Team im Laden unterstützen. Auch Coop setzt viel Wert auf Umschulung. «Wir investieren jährlich 45 Millionen Franken für die Ausbildung unserer Mitarbeitenden», so die Sprecherin.

Welches beim Self-Scanning die grössten Ärgernisse sind, lesen Sie demnächst auf 20 Minuten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Franki am 16.11.2017 07:14 Report Diesen Beitrag melden

    So Mensch wie Maschine

    Maschinen welche den Mensch ersetzen sollten besteuert werden wie eine AHV und Sozialleistungen.....

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  • Joni Ciozciiu am 16.11.2017 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbst Begräbnis

    Bravo ! weiter so,..

  • Melanie Gerber am 16.11.2017 07:15 Report Diesen Beitrag melden

    Nein danke!

    Ich habe diese Checkouts noch nie benutzt und werde es auch in Zukunft nicht. Ich mache doch nicht noch die Arbeit für diese Grossverteiler.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • PROLLTRASH am 17.11.2017 09:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lol

    die kassiererInnen sind schon sehr langsam geworden. wenn ichs selber mache gehts halt schneller. das kann nicht mein fehler sein....oder doch?

  • Mama am 17.11.2017 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Süssigkeiten an der Kasse

    Ich benutze es weil da keine Süssigkeiten gleich bei der Kasse sind, dann muss ich mit meinem Sohn nicht immer diskutieren dass es kein Zückerli gibt!

  • G.Scherr am 17.11.2017 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Zwischenschritt

    Self-Scanning ist ist ein vorübergehender Zwiwschenschritt, welcher dem Konsumenten auch noch die Verantwortung für die korrekte Erfassung überbindet. Wann kommt in CH das Scanning ALL IN ONE? Es muss doch möglich sein, den Preis von ausgewählten, codierten Waren an der Kasse in einem "Chlapf" auszulesen!

    • Billy am 17.11.2017 11:37 Report Diesen Beitrag melden

      Möglich schon, aber....

      Möglich wäre das schon, aber dann müsste jedes Produkt mit einem kleinen Chip ausgerüstet sein, was sich wohl 'over all' bis auf weiteres kaum lohnen dürfte.

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  • MaxMax am 17.11.2017 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Bekennender Einkaufstourist

    Die Hochpreisinsel Schweiz lässt grüssen, als dank für die überhöhten/überrissenen Preisen darf (muss) der Konsument dann auch noch sein Einkauf selbst einscannen. Dann kaufe ich lieber weiterhin im günstigen Ausland ein, wo man noch freundlich und zuvorkommend behandelt und bedient wird. In der CH wird der Konsument anscheint nur als Störefried wahrgenommen.

    • Vanessa am 17.11.2017 08:26 Report Diesen Beitrag melden

      Freude herrscht

      Wir kaufen aus Prinzip nur im günstigen EU-Raum ein. Die Sommerferien 2018 haben wir auch bereits gebucht, Ersparnis mit 5 Personen gegenüber der CH satte 2000.-.

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  • modern am 16.11.2017 23:58 Report Diesen Beitrag melden

    super

    finde ich eine super idde , da muss man sich nicht mit anderen leuten rumschlagen und hat seine ruhe , leider gibt es das noch nicht bei aldi + lidl =/

    • Jack Bauer am 17.11.2017 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ja klar... @modern

      Ja logisch, Lieber auf Instagram, Facebook denjenigen raushängen der man gerne wäre als sich mit seinem Mitmenschen zu beschäftigen. Eine tolle Zukunft und weiter Schritt ins Egozentrum...

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