EU-Lokomotive gebremst

08. November 2012 12:02; Akt: 08.11.2012 12:02 Print

Deutsche Exporte sacken ab

Die Euro-Krise ist in Deutschland angekommen: Die Exporte des wichtigsten Schweizer Handelspartners in die krisengeplagte Euro-Zone brachen um 9,1 Prozent ein.

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Im September sind die deutschen Einfuhren eingebrochen. (Bild: Keystone)

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Die deutschen Exporte brachen im September wegen der schwachen Nachfrage aus der Währungsunion so stark ein wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr. Die Ausfuhren sanken um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 91,7 Mrd. Euro, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. «Das ist der erste Rückgang im Jahresvergleich seit Januar 2010 und zugleich der stärkste seit November 2009», sagte ein Statistiker.

Grund dafür ist die Rezession in vielen Euro-Ländern. «Die europäische Schuldenkrise wirft ihre Schatten auf den deutschen Aussenhandel», sagte der Präsident des Exportverbandes BGA, Anton Börner. «Die Einbrüche schmerzen, aber sie haben nicht das Niveau aus der Finanzkrise.»

Die Exporte des wichtigsten Schweizer Handelspartners in die krisengeplagte Euro-Zone brachen um 9,1 Prozent ein. Dagegen wuchsen die Ausfuhren in Drittländer um 1,8 Prozent.

Hoffnung auf Trendwende

«Die Hoffnung ist aber, dass Europa die Talsohle erreicht hat», sagte Volker Treier vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zur Nachrichtenagentur Reuters. «Bis sich das in den Exporten niederschlägt, dauert es aber noch ein bisschen.» Auf der anderen Seite bauen sich neue Gefahren auf.

«Ein Risiko sind die USA. Dort laufen die Geschäfte bislang sehr gut - vor allem wegen der sinkenden Arbeitslosigkeit und der sich stabilisierenden Häuserpreise», sagte Treier. «Sollte es aber zum Jahresbeginn zu automatischen Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen kommen, kann das die Wirtschaft belasten. Das nächste Jahr wird also zäh.»

Überraschte Ökonomen

Verglichen mit dem Vormonat fielen die Ausfuhren um 2,5 Prozent. Einen grösseren Rückgang hatte es zuletzt im Dezember 2011 gegeben. Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 1,5 Prozent gerechnet.

In den ersten neun Monaten erhöhten sich die Exporte um 4,1 Prozent auf 825,9 Mrd. Euro. Der Aussenhandelsverband BGA rechnet im Gesamtjahr mit einem Wachstum von etwa 4 Prozent. Damit würde die 2011 erstmals erreichte Billionen-Grenze beim Umsatz erneut übertroffen.

Die deutschen Importe fielen im September im Vergleich zum Vormonat um 1,6 Prozent. Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 0,1 Prozent erwartet. Die Einfuhren summierten sich auf 74,9 Mrd. Euro, was einem Minus von 3,6 Prozent im Vergleich zum September 2011 entspricht.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcel Koller am 08.11.2012 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Oje, wie blöd aber auch!

    Ironie ein: Da ist bestimmt natürlich auch die Schweiz schuld daran. Man könnte sie ja auch für die Verluste haftbar machen, oder? Ironie aus.

    einklappen einklappen
  • homo oeconomicus am 09.11.2012 04:55 Report Diesen Beitrag melden

    Auch die Piefke's

    (und USA) sind trotz ihrer Arroganz nicht immun gegen den Rest der Welt. Die Quittung kommt erst noch. Bis jetzt hat noch niemand bezahlt, nur geblufft.

Die neusten Leser-Kommentare

  • homo oeconomicus am 09.11.2012 04:55 Report Diesen Beitrag melden

    Auch die Piefke's

    (und USA) sind trotz ihrer Arroganz nicht immun gegen den Rest der Welt. Die Quittung kommt erst noch. Bis jetzt hat noch niemand bezahlt, nur geblufft.

  • Marcel Koller am 08.11.2012 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Oje, wie blöd aber auch!

    Ironie ein: Da ist bestimmt natürlich auch die Schweiz schuld daran. Man könnte sie ja auch für die Verluste haftbar machen, oder? Ironie aus.

    • sebi am 08.11.2012 23:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      gefällt mir

      guter kommentar, gefällt mir ;)

    • ulle d. am 08.11.2012 23:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      bitte?

      was wollen sie uns mit diesem tollen Beitrag sagen???????!!!!!

    • werner hugentobler am 09.11.2012 01:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      fehleinschaetzung

      die schweiz ist -auch in diesem zusammenhang- natuerlich nicht halb so wichtig fuer europa (und den rest der zivilisierten welt), wie sie gerne waere. der finanzplatz geht mehr und mehr den bach runter und wenn die gelder erst einmal im asiatischen raum liegen, braucht kein mensch mehr heidi & co :)

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