«Ünique»

29. Juli 2013 12:52; Akt: 29.07.2013 15:40 Print

Coop nimmt krumme Rüebli ins Regal

Bei Coop kommt neu auch optisch nicht einwandfreies Gemüse oder Obst ins Regal. Den Auftakt machen verhagelte Aprikosen aus dem Wallis. Die Idee stammt von den Produzenten selbst.

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Die Natur hat ihren eigenen Willen: Bisher blieb Früchten und Gemüse jenseits der Norm der Weg in den Laden verschlossen. (Bild: Fotolia)

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Der Detailhändler Coop wartet mit einer Sommeraktion auf: Verhagelte Aprikosen aus dem Wallis werden während der kommenden zwei Wochen zur Herstellung von Konfitüre feilgeboten. Künftig soll zudem vermehrt optisch nicht einwandfreies Gemüse sowie weiteres nicht normenkonformes Obst seinen festen Platz in den Regalen bekommen.

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Dafür ruft Coop die Produktelinie «Ünique» ins Leben, wie der Detailhändler am Montag mitteilte. Den Namen habe man gewählt, weil die darunter angebotenen Obst- und Gemüsesorten «eben einzigartig» seien, sagt Sprecher Ramón Gander. Coop stelle «zunehmend fest, dass Konsumenten vermehrt Verständnis haben für die Launen der Natur und bereit sind, auch aussergewöhnliche Naturprodukte zu kaufen».

«Dreibeinige Rüebli» ab Mitte August

Die Aprikosenaktion sei der erste Schritt, damit möglichst alle geniessbaren Früchte und Gemüse gegessen würden, so Gander. Ab Mitte August sollen daher auch «dreibeinige Rüebli, krumme Gurken und übergrosser Blumenkohl» in die Läden kommen. Die normabweichenden Produkte seien grundsätzlich billiger, sagt Gander. Wie gross der Anteil solcher Produkte in Zukunft sein wird, ist je nach Saison und Verfügbarkeit der Gemüse- und Früchtesorten unterschiedlich.

Nach eigenen Angaben will der Detailhändler so dabei helfen, die Überproduktion in der Landwirtschaft abzubauen und die Verwertung der ganzen Ernte zu fördern. Dass dies bis anhin nicht der Fall gewesen sei, führt Coop-Sprecher Gander eher auf die anspruchsvollen Wünsche der Kunden als auf die Bedürfnisse nach genormten Produktionsketten der Grossverteiler zurück.

Durch Hagel stark beschädigt

Was Gander nicht sagt: Laut Josef Christen vom Schweizer Obstverband ist die Aprikosenaktion eine Idee der Walliser Produzenten, deren Ernte im Juli durch Hagel stark beschädigt wurde.

«Ohnehin ist das Problem mit normabweichenden Früchten relativ klein», sagt Christen. Es würden in der Schweiz sehr wenig Früchte weggeworfen. «Was der Norm nicht entspricht, verkaufen Produzenten direkt ab Hof oder wird weiter verarbeitet.» So etwa bei den Äpfeln: Entsprechen diese nicht der Norm, wird halt Most produziert.

Den Normen entsprechen

Generell begrüsse sein Verband die Aprikosenaktion, erklärte Christen. Es sei ja schliesslich zum Vorteil der Produzenten, wenn sie so viel wie möglich von ihrer Ernte verkaufen könnten. Auch Moana Werschler vom Verband Schweizer Gemüseproduzenten begrüsst, dass Coop den Absatz von normabweichenden Gemüse fördert. «Schweizer Gemüse – egal, wie es aussieht, ist ohnehin von bester Qualität.»

Allerdings sei schwierig zu sagen, welche Auswirkungen dies auf die Produzenten haben wird, sagt Werschler. Grundsätzlich bleibe in der Schweiz nicht viel Gemüse liegen. «Die Produzenten achten bereits bei der Aufzucht, dass das Gemüse den von der Branche festgelegten Normen entspricht.»

(sza/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lieber Diräckt vom Hoof am 29.07.2013 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Frisch vom Bauernhof

    Ich kaufe mein Gemüse eh am Liebsten beim Bauern :) Da weiss ich was ich hab und Unterstütze den Bauern direkt! Und es ist soooo frisch :D

  • Dominiue Bucher am 29.07.2013 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Aso ich hab meinen eigenen garten und da war noch nie ein perfektes rüebli darunter... Schlussendlich entscheidet der geschmack. Und der ist nunmal nich gut. Egal ob das F1 Rüebli krumm ist oder nicht...

  • Nadine K. am 29.07.2013 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon gesehen bei...

    Da hat Coop wohl bei "Rach deckt auf" reingeschaut. Gute Sache, so kann man die Tonnen von weggeworfenen Lebensmittel zumindest etwas eindämmen. Werde sicher davon Gebrauch machen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • karin Giger am 31.07.2013 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke zu dem Preis

    Einge gute Idee aber bestimmt nicht zu den immer noch hohen und subventionierten Preosen. habe Aprikosen im Korb gesehen im Coop, 50& faul und das für 4.95, sollens sie es behalten kaufe enet der Grenze Aprikosen, gross kg. 1.99 Euro aus Spanien. Danke Schweiz so nicht

  • Norm Runkel am 31.07.2013 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Kompliment an die Idee - Name verfehlt

    Grosses Kompliment an Coop für diesen Schritt. Einzig stossend finde ich, dass etwas ganz Normales "Ünique" genannt wird. Das impliziert doch wieder, dass das Normgemüse normal und das normal-runklige Gemüse "anders" ist.

  • Loris am 31.07.2013 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau

    Ist mir egal wie das aussieht, es muss frisch sein und geniessbar. Schliesslich will ich es nicht ausstellen und zur schau stellen

  • Goa Grody am 31.07.2013 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    hmmm....lecker

    Wird auch mal zeit, un Europäern geht es viel zu gut, auch wir müssen bald essen, was heute nichmal jemand anfssen würde. Denn es ist nicht genug für alle da

    • Unique Runkel am 31.07.2013 14:22 Report Diesen Beitrag melden

      Unförmig ist nicht schlechte Qualität

      @Goa Grody - wenn die Ware aus deinem Garten stammen würde, würden sie sie wohl sicher auch "anfassen". Die Qualität der Lebensmittel wird durch deren Form ja nicht beeinträchtigt.

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  • Gisela Segieth am 30.07.2013 23:33 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich fängt man an zu begreifen ...

    Super!!! Hoffentlich handelt man bald weltweit so. Denn wieso genormte Lebensmittel? Es gibt kein genormtes Leben auf dieser Erde, weder bei Pflanzen, noch bei Tieren und schon gar nicht bei Menschen. Und das ist sicher nicht nur eine Laune der Natur. Hat darüber eigentlich jemals jemand nachgedacht??? Also, weiter so wie hier geschildert und ganz viel Erfolg!!!