Superreiche

19. Juni 2012 18:00; Akt: 19.06.2012 18:02 Print

Mehr Millionäre - weniger Vermögen

Vor allem dank des Aufschwungs in den Schwellenländern ist die Zahl der Dollar-Millionäre weltweit um gegen ein Prozent gestiegen. In der Schweiz nahm die Zahl der Superreichen sogar um 3,6 Prozet zu.

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Es ist die erste Abnahme seit der Finanzkrise 2008: Das Vermögen aller Dollar-Millionäre ging um 1,7 Prozent auf 42 000 Milliarden Dollar zurück. (Bild: Keystone)

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Vor allem dank des Aufschwungs in den Schwellenländern ist die Zahl der Dollar-Millionäre weiter gestiegen. Im vergangenen Jahr verfügten weltweit 11 Millionen Menschen über ein Vermögen von mindestens 1 Mio. Dollar.

Das sind 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Beratungsgesellschaft Capgemini am Dienstag zu ihrem 16. Bericht über die weltweiten Vermögen (World Wealth Report 2012) mitteilte.

Da aber insbesondere Superreiche mit über 30 Mio. Dollar Vermögen angesichts von Börsenturbulenzen und Schuldenkrise Einbussen erlitten, ging das Vermögen aller Dollar-Millionäre um 1,7 Prozent auf 42 000 Milliarden Dollar zurück. Es ist die erste Abnahme seit der Finanzkrise 2008.

Das Gesamtvermögen nahm demnach in allen Regionen ausser im Nahen Osten ab. Erstmals am meisten Dollar-Millionäre lebten in der Region Asien/Pazifik. Hier stieg die Zahl um 1,6 Prozent auf 3,37 Millionen. In Nordamerika gab es hingegen einen Rückgang um 1,1 Prozent auf 3,35 Millionen.

Schweiz unter den Top 10

In der Schweiz nahmen sowohl die Zahl der Dollar-Millionäre als auch deren Vermögen zu. Dazu dürfte neben Wirtschaftswachstum, höherer Sparneigung und gestiegenen Immobilienverkaufs-Erlösen beigetragen haben, dass durch die Frankenstärke die in Dollar berechneten Vermögen wechselkursbedingt gestiegen sind. So nahm die Zahl der Schweizer Dollar-Millionäre um 3,6 Prozent auf 252 000 zu.

Die Schweiz liegt damit unverändert auf Platz acht der Länder mit den meisten Dollar-Millionären. In den Top-Drei-Ländern USA, Japan und Deutschland leben 53,3 (Vorjahr: 53,1) Prozent aller Dollar- Millionäre.

Den stärksten Zuwachs unter den ersten zwölf Ländern konnte laut Capigemini Brasilien verbuchen. Die Beratungsgesellschaft stützt sich in ihrem Bericht auf Statistiken von Weltbank, IWF, OECD, Zentralbanken und anderen Organisationen sowie finanzmathematischen Berechnungen, nicht aber auf Befragungen.

Prozess-Verlagerungen empfohlen

Das Umfeld für Vermögensverwalter sei schwierig, sagte Capgemini- Experte Herbert Hensle bei der Präsentation des Berichts vor Journalisten in Zürich. Anleger, insbesondere jüngere Erben, seien weniger langfristig orientiert, die Ansprüche stiegen und die Regulierung nehme zu.

Capgemini rät den Vermögensverwaltern, Skaleneffekte zu nutzen, also möglichst die Volumen zu steigern und die Kosten zu limitieren. Daher sollten Prozesse weiter zentralisiert und automatisiert werden, sagte Hensle.

Eine Möglichkeit sei die Verlagerung von Standardprozessen an kostengünstige Standorte wie Indien oder Malaysia. Die Schweizer Banken müssten sich davon verabschieden, alles selber machen zu wollen. Andererseits könne die Kundenberatung verbessert werden.

(sda)