Hypotheken

25. September 2013 08:06; Akt: 25.09.2013 11:08 Print

Raiffeisen hängt die Grossbanken ab

von Lukas Hässig - Die Raiffeisenbank hat bei den Hypo-Krediten am stärksten zugelegt und stellte Kantonal- und Grossbanken in den Schatten. Wann wird die Expansion gefährlich?

storybild

Mit ihrem steten Wachstum bei den Hypotheken hat sich die Bankengruppe an die Spitze gesetzt. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die neueste Monatsstatistik der Nationalbank zeigt, wie die Banken die Gefahr bei den Hypotheken einschätzen. Wer erwartet hätte, dass die hiesigen Kreditinstitute angesichts des Risikos, dass die Zinsen plötzlich drehen könnten, auf die Bremse stehen würden, der sieht sich nun getäuscht. Sowohl Gross- und Kantonalbanken als auch die genossenschaftlichen Raiffeisenbanken legten nämlich im Sommermonat bei den Hypo-Vergaben weiter zu.

Von Abkühlung im Hypo-Markt ist somit weit und breit nichts zu sehen. Am meisten Gas gibt weiterhin die Raiffeisen-Gruppe. Ihre Hypo-Ausleihungen nahmen im Juli um 0,6 Prozent zu. Damit nähern sich die 300 Raiffeisen-Banken rasend schnell der 140-Milliarden-Grenze. Falls die Wachstumsrate im August ähnlich hoch ist, dann wird die Raiffeisen-Gruppe diese Schallmauer bereits in der nächsten Statistik überspringen können.

Die dritte Kraft der Schweizer Banken stellt damit die anderen grossen Gruppen in den Schatten. Bei den beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse betrug die Zunahme im Monatsvergleich nur rund ein Viertelprozent. Damit wuchsen die vermeintlichen Platzhirsche nicht einmal halb so stark wie die Raiffeisen-Gruppe. Dazwischen landen die 24 Kantonalbanken, welche zusammen das grösste Kuchenstück im Schweizer Hypothekargeschäft halten. Ihr Monats-Plus lag im Juli bei 0,3 Prozent. Das ist deutlich weniger als im Juni, als der Anstieg bei über einem halben Prozent lag.

Schönwetterlage

Die Zahlen belegen, dass trotz Warnungen der Nationalbank und trotz kurzfristig heftigen Ausschlägen an den Zinsmärkten die Nachfrage nach Hypotheken in der Schweiz ungebrochen bleibt. Zwar liegen die Sätze für Fix-Hypotheken mit langen Laufzeiten nicht mehr so tief wie auch schon. Aber im historischen Vergleich profitieren die Schuldner weiter von sehr günstigen Krediten.

Die Raiffeisenbanken haben sich in diesem Umfeld am stärksten als jene Kraft positioniert, die von anhaltendem Schönwetter ausgeht. Ihre Ökonomen sehen keine Anzeichen für eine Blase bei den Immobilien, entsprechend gering erachten sie die Risiken, dass Banken mit grossen Hypo-Beständen dereinst grosse Ausfälle erleiden werden.

Den Mutigen gehört die Welt

Damit geht die Hypo-Party munter weiter. Tatsächlich ist die Raiffeisen mit ihrem Optimismus gut gefahren. Das Geld ist seit langem praktisch gratis, eine Umkehr mit rasch steigenden Zinsen nicht in Sicht. Das hat vor allem mit den USA und der Euro-Zone zu tun. Die beiden Wirtschaftsblöcke sind überschuldet und halten die Konjunktur einzig mit billigem Geld am Laufen. Die Schweiz ist mit ihrem Franken-Problem an die Euro-Zone gebunden. Höhere Zinsen ist das Letzte, was die Notenbank beschliessen wird – sonst würde der Franken noch attraktiver, als er es schon ist.

Im irrwitzig anmutenden Zustand, der das Schuldenmachen zum Perpetuum mobile macht, haben die Risikofreudigen Rückenwind. Die Raiffeisen ist dafür ein Paradebeispiel. Mit ihrem steten Wachstum bei den Hypotheken hat sich die Bankengruppe an die Spitze gesetzt. Mit dem Gewinn, den sie auf ihre Hypotheken erzielt, gehen die Genossenschafter fremd und bauen sich eine eigene Privatbank namens Notenstein auf. Die Konkurrenz schaut gebannt zu, wie weit es die immer grössere Bankengruppe unter ihrem mediengewandten Chef Pierin Vincenz noch treiben will.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • t.c. am 25.09.2013 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Kenn wir doch schon...

    Mag sich jemand noch an die "böse" UBS erinnern? Ah ja das war amerika... der Häusle boom ist ja nicht zu vergleichen... Wieviel muss die SNB der Raiffeisen geben um sie zu retten?

  • Urs Hermann am 25.09.2013 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Raiffeisen - keine Probleme

    So wie ich sind viele Hypothekarnehmer schon sehr lange bei dieser Bank und amortisieren via 3.te Säule. Sollte ein Zinsanstieg kommen wird einfach direkt und vollständig amortisiert, das heisst das Geld von der dritten Säule bezogen (wäre schade, da der Zins besser ist als die Liborhypothek), was die Bank sehr liquid halten wird.

  • Wolfram Kashja Malprobiere am 25.09.2013 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wird das Portfolio an

    an Dritte veräussert, und das kann irgendeine Firma sein, auch im Ausland, dann wirds schwieriger mit dem Risiko. Man hat keine andere Möglichkeit dies zu akzeptieren, da andere Institute dieselben Bedingungen stellen. Betreffend der Zinsen ist klar dass die Banken z.B. beim CHF Libor alleine schon 5 mal mehr verdienen, der Markt bei 0.2% und SIE bezahlen min. 1%. für ihr Darlehen...... Aber die SNB hat sich selbst an den Rand gewirtschaftet, da ihr jetzt die Hände gebunden sind. Nur immer schön den Rothschilds nach..... selber schuld

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ernst am 27.09.2013 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    HYPO-WACHSTUM = HYPO-RISIKO

    USA - Griechenland - Spanien - Potugal - Italien - Frankreich - Deutschland - die ganze EU - FINANZ- UND WIRTSCHAFTS-KRISE LASSEN GRÜSSEN - auch die Schweiz wird eines Tages eingeholt und kann nicht mehr Schritt halten.

  • oli am 25.09.2013 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jaja

    Vor einem Jahr haben mich meine Freunde wegen meinen zehnjährigen Festhypos ausgelacht, die ich mir verhäktnismässig ausgesucht habe. Ich sage noch immer- Mit Liborhypos und Zinsdach, verliert man wenns hart auf hart konmt. Zinsobergrenze ist schön. Und dann sagt die Bank was sie will. Ich lege dann sie nächsten Jahre die Füsse hoch und heck mir nen neuen plan aus

  • Urs Hermann am 25.09.2013 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Raiffeisen - keine Probleme

    So wie ich sind viele Hypothekarnehmer schon sehr lange bei dieser Bank und amortisieren via 3.te Säule. Sollte ein Zinsanstieg kommen wird einfach direkt und vollständig amortisiert, das heisst das Geld von der dritten Säule bezogen (wäre schade, da der Zins besser ist als die Liborhypothek), was die Bank sehr liquid halten wird.

  • Max am 25.09.2013 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dorfmarkt

    Keiner kennt den regionalen Markt so gut wie die lokale Raiffeisenbank. Die wissen genau, an welchen Lagen welche Preise gerechtfertigt sind. Die Vergabe der Raiffeisen-Hypotheken richtet sich nicht nach sturen 1/3-Regeln und Prozenten, sondern dem verantwortungsvollen Menschen.

  • Mexx am 25.09.2013 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles schwarz Mahler

    Niemand bekommt ein Hypokredit ohne das geprüft wird ob er die Zinsen auch auf einem Niveau von 4% bezahlen kann. Also hört auf mit dem Schwachsinn!!! Ausserdem vergeben Versicherungen noch billigere Hypokredite. Die wissen ja sonst nicht wohin mit der Geldschwämme!!